Foto: Titelbild der "PluSZ"

Sparmaßnahmen bei der “Sächsischen Zeitung”: Der Neujahrsempfang 2012 ist abgesagt. Das Veranstaltungsmagazin “PlusSZ“, das bislang Donnerstags der “SZ” beiliegt, verschwindet Ende Januar 2012. Es soll zum Verlagsprodukt umgebaut und im Zuge der Maßnahmen umbenannt werden. Das bestätigt die Geschäftsführung des Dresdner Druck- und Verlagshauses (DD+V) auf Anfrage.

Mit dem Verzicht auf den Neujahrsempfang verliert Dresden eines seiner wichtigsten gesellschaftlichen Ereignisse (Bilder von 2011 unter: sz-photos.de/neujahrstreffen-2011). DD+V-Geschäftsführer Oliver Radtke sagt gegenüber Flurfunk Dresden:

“Unsere Leser empfinden das Fest häufig als elitär oder gar ‘pompös’. Vor dem Hintergrund der regelmäßig durchgeführten Erhöhungen der Abonnementspreise fällt es von Jahr zu Jahr schwerer, den Beschwerden dieser Leser mit wirklich überzeugenden Argumenten zu begegnen.”

Ein weiterer Grund sei, dass zunehmend Gäste die Einladung abgesagt hätten, weil sie sich nicht dem Verdacht einer unverhältnismäßigen Vorteilsnahme aussetzen wollten. Radtke:

“Dies betrifft nicht nur die Mitarbeiter öffentlicher Stellen, denen die  Annahme von Geschenken und anderen ‘Incentives’ grundsätzlich untersagt ist, sondern auch immer mehr Angestellte von Unternehmen in der Region.”

Die Entscheidung betrifft zunächst nur den Neujahresempfang 2012. Man wolle sich jetzt überlegen, ob und wie man “das Format gemeinsam mit Partnern weiterentwickeln” könne.

“PluSZ” künftig als Verlagsprodukt

Veränderungen erfährt auch das Veranstaltungsmagazin “PluSZ”, das bisher immer Donnerstags einer Teilauflage der “SZ” beiliegt (die “PluSZ”-Auflage liegt laut Media-Daten bei ca. 140.000 Exemplaren, Verbreitungsgebiete siehe Media-Daten-PDF). Der Beileger, der nicht einmal die Hälfte der “SZ”-Leser erreiche, werde künftig nicht mehr “Veranstaltungsmagazin, das durch und in der Redaktion geführt” werde, sein, so Radtke. Ende Januar 2012 ist Schluss. Radtke:

“Der Verlag konzipiert bis dahin ein Anschlussprodukt, das wie PluSZ der SZ beigelegt wird. Die Konzeption dieses Produktes erfolgt unter Vermarktungsgesichtspunkten, um dessen Wirtschaftlichkeit sicherzustellen.”

Heißt konkret: Das neue Blättchen läuft dann als Verlagssonderpublikation. Künftig dürfte es also in erster Linie nur noch bezahlte Ankündigungen in dem Heft geben – eben Themen, die eher unkritisch sind. Redaktionelle Nachbesprechungen und Kritiken sollen dann in der Zeitung selbst Platz finden, so heißt es. Um die Leser nicht zu verwirren, wird es wohl auch einen neuen Namen geben.

Personelle Konsequenzen seien mit den Maßnahmen nicht verbunden: Den freien Mitarbeitern von “PluSZ” sei angeboten worden, auch an dem neuen Produkt mitzuarbeiten.

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