Kleine Anfrage: Sächsische Staatskanzlei verweigert Definition von „Onlinejournalismus“

Ausriss aus der Antwort auf die Nachfrage.

Was ist Onlinejournalismus? Die Sächsische Staatskanzlei hat nun auf eine erneute Anfrage des Landtagsabgeordneten Dirk Panter (SPD) reagiert - und weigert sich, eine entsprechende Definition vorzunehmen.

Panters Frage war dieses Mal wesentlich konkreter formuliert - im Gegensatz zu seiner im Sommer gestellten ersten Frage ("Was versteht die Staatsregierung unter Onlinejournalismus?"), für die er einige Hähme einstecken musste. Die Staatskanzlei hatte die Frage damals mit der Antwort: "Die Staatsregierung versteht unter Onlinejournalismus Onlinejournalismus" pariert.

In seiner Nachfrage nun hatte Panter die Staatsregierung aufgefordert zu erklären, ob man grundsätzlich Onlinejournalismus als eigene Gattung sehe - und möglichst um eine "Ja"- oder "Nein"-Antwort gebeten. Seine eigene Perspektive zu dieser Frage hatte Panter bereits im Oktober im Flurfunk-Dresden-Interview wiedergeben (Flurfunk Dresden vom 8.10.2012: "Dirk Panter: 'In meinen Augen ist Onlinejournalismus eine eigene Gattung des Journalismus').

Die Staatsregierung mag diese globale Definition allerdings nicht vornehmen. In der Antwort des zuständigen Medienministers Johannes Beermann (hier vollständig als PDF) heißt es wörtlich:

"Die Frage ist auf eine Bewertung gerichtet. Zur Abgabe einer Bewertung ist die Staatsregierung nicht verpflichtet."

Und weiter:

"Das Fragerecht kann jedoch nicht dazu dienen, die Staatsregierung zu einer Bewertung anzuhalten, die der Abgeordnete für geboten hält, sondern nur dazu, den Abgeordneten Informationen zu verschaffen".

Außerdem verweist der antwortende Staatsminister Beermann auf einen unter seinem Namen veröffentlichten Meinungsartikel mit dem Titel: “Qualität oder Quantität – müssen wir uns entscheiden?” (Flurfunk Dresden berichtete).

Eine Antwort, die Panter nicht reicht. Seine Pressemitteilung zum Vorgang trägt den Titel: "Panter: „Polemik kann er, Sachpolitik nicht“ - Sächsischer Medienminister lehnt Zuständigkeit für Medienpolitik ab".

Hier finden Sie die komplette Antwort auf die Nachfrage inklusive der Fragestellung als PDF.

Eine aufschlussreiche Erörterung, warum die Frage nach dem Stellenwert von Onlinejournalismus spannend ist, ist im Blog von Frank Patalong nachzulesen: "Onlinejournalismus ist Onlinejournalismus: Schlecht gestellte, gute Frage".

2 Kommentare
  • Martin Fuchs (@wahl_beobachter)
    Dezember 3, 2012

    Sehr gut, danke fürs dokumentieren Peter...aber der zitierte SPIEGEL ONLINE-Redakteur heißt weiterhin: Frank Patalong ;)

    Beste Grüße aus Hamburch

  • owy
    Dezember 3, 2012

    Oh, äh, also... das war die geplante Retourkutsche dafür, dass er mich "Stawosky" genannt hat, wirklich! ;-) Ich habe es korrigiert!

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