Lesehinweis zu #Lügenpresse: „Die Pressefreiheit ist in Gefahr“

Einen sehr lesenswerten Kommentar zum Thema "Pressefreiheit und Lügenpresse" hat Uta Deckow, Leiterin des Politik-Desk im MDR Landesfunkhaus Sachsen, auf mdr.de veröffentlicht.

Anlass für den Kommentar: Die zunehmende Bedrohung von Journalisten bei Veranstaltungen wie Pegida. Erst am Wochenende war eine MDR-Mitarbeiterin bei einer Demonstration in Sebnitz bedroht worden.

In ihrem Kommentar vom 5.10.2015 findet Uta Deckow treffende Worte:

"Pressefreiheit reicht für viele, die Presse als Lügenpresse bezeichnen, immer nur soweit, wie die Presse sich mit der eigenen Meinung deckt. Da schwatzen leider oft genug Leute, die Presse sei 'Lügenpresse' weil alle dasselbe schrieben, die, wenn man sie fragt, weder ein Zeitungsabo haben, geschweige denn mehrere Zeitungen lesen würden. Und da sie keine 'Zwangsabgabe' zahlen wollen ist ja klar, die Öffentlich-Rechtlichen schauen sie sowieso nicht..."

Und weiter:

"Die Pressefreiheit ist in Gefahr. Wo sind wir hingekommen, wenn eines der wertvollsten Grundrechte unserer Verfassung nicht mehr gewährleistet ist? Die Menschen, die mitmachen und zuschauen, wie Journalisten bedroht werden, die aufhetzen und aufstacheln, diese Menschen stehen nicht mehr auf dem Boden unseres Grundgesetzes. Sie sind also Verfassungsfeinde.

Und ausgerechnet sie bezeichnen Politiker als Verräter? Ausgerechnet sie fordern, Asylbewerber müssten sich an die Verfassung halten? Ihnen sage ich - ach, fangen Sie doch bitte selbst damit an..."

Der Kommentar von Uta Deckow ist auf mdr.de zu lesen und trägt den Titel: "Pressefreiheit ja - solange es die eigene Meinung deckt".

Nachtrag 6.10.2015: MDR, der sächsische Zeitungsverlegerverband und der Deutsche Journalistenverband (DJV) haben zu dem Thema eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht: "Mehr Sicherheit für Medienvertreter".

1 Kommentar
  • Bettina Schubert
    Oktober 8, 2015

    Ich hätte mir gerade vom öffentlichen Fernsehen Selbstkritik gewünscht- aber immer auf die Bösen schimpfen.
    Der Vorwurf der Lügenpresse hat doch einen sehr realen Hintergrund. Wenn ich mir ZDF und ARD ansehe, dann fühle ich mich zunehmend an das DDR-Fernsehen erinnert. Zu heiklen Themen wie Asyl, Russland, Islam etc wird gelogen, dass man sich eigentlich schämen müsste. Gegen eine demokratische Partei wie die AfD wird gehetzt, was das Zeug hält. Die Talkshowformate von Will, Illner und Co sind zum Spiel "Alle gegen Einen" mit parteiischen Moderatoren und dümmlichen Studioclaqueuren verkommen. Ein Neubeginn mit neutralen integren Personen wäre nötig- man sollte sich mal am BBC ein Beispiel nehmen.
    Ich glaube ARD und ZDF unbenommen bei Fussballergebnissen, beim Wetter etc, bei sensiblen politischen Themen informiere ich mich lieber zusätzlich im Ausland (England, Schweiz).
    Es ist wie im persönlichen Leben: Wenn man die Glaubwürdigkeit einmal verspielt hat, ist es ganz schwer, diese wieder zu bekommen.

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