Frank Richter verlässt Sächsische Landeszentrale für politische Bildung (SLpB)

Von 4 , , , Permalink

Frank Richter, Direktor der Landeszentrale (Foto: Detlef Ulbrich/www.duks33.de)Frank Richter verlässt die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung. Informierte Kreise bestätigen einen entsprechenden Bericht der "Dresdner Neueste Nachrichten" in der Print-Ausgabe vom 24.8.2016. Richter soll Ende des Jahres zur Stiftung Frauenkirche wechseln.

Die "DNN" bezeichnete in dem Bericht den Abgang Richters als "Ende einer Ära". Richter stand der Landeszentrale seit 2009 als Direktor vor. Er machte sich einen Namen als Moderator der AG 13. Februar 2011/2012 in Dresden. In dieser Funktion erlangte er große Bekanntheit.

Aus den Erfahrungen mit der AG 13. Februar gründete Richter das SLpB-Projekt "Kommune im Dialog", das sächsische Kommunen bei der Organisation und Durchführung von Dialogprozessen und Bürgerversammlungen unterstützt und für diese auch die Moderatoren stellt.

Richter organisierte zahlreiche Bürgerversammlungen und Gesprächsrunden im Kontext von Pegida und der Asyldebatte - wofür er sowohl Kritik als auch Lob bekam.

Update 11.39 Uhr: Wir haben beim Kultusministerium, das als übergeordnete Behörde für die Nachfolge von Richter zuständig ist, nachgefragt und folgendes Statement erhalten:

"Der Wunsch von Herrn Richter, sich beruflich zu verändern, wird vom SMK respektiert. Herr Richter hat sich mit seiner beeindruckenden Empathie- und Diskussionsbereitschaft enorme Verdienste um die politische Kommunikation und Bildung im Freistaat Sachsen erworben. Natürlich hat Herr Richter Frau Staatsministerin Kurth über seine Wechselabsichten vorab informiert.

Das SMK wird sich im Verfahren zur Nachbesetzung des Direktors der Landeszentrale von zwei Gesichtspunkten leiten lassen: Zum einen wird das Verfahren transparent sein. Zum anderen wird es in Anbetracht der besonderen Bedeutung der Position wichtig sein, einen möglichst großen Kreis geeigneter Kandidaten in die Auswahl einzubeziehen."

Transparenzhinweis: stawowy media (Betreiber von Flurfunk Dresden) hat 2011/2012 Frank Richter als Moderator der AG 13. Februar bei der Pressearbeit unterstützt und begleitet. Peter Stawowy ist einer der Moderatoren im KID-Team.

Fotonachweis: SLpB, Detlef Ulbrich/www.duks33.de

4 Kommentare
  • Peter
    August 24, 2016

    Für Dresden kann das nur gut sein. Unvergessen und nicht verziehen sein epochaler Fehler, Pegida in Gründungstagen eine Bühne für Pressekonferenzen zu geben. Für mich war der Mann immer ein Teil des sächsischen Problems.

  • Horst
    August 25, 2016

    Richter hat sich größten Respekt verdient. Mit seinem beständigen Bemühen um Ausgleich und gegenseitiges Zuhören war eine Zeit die Symbolfigur echter Demokratie in Dresden. Als Mensch mit so einer urchristlichen und humanistischen Haltung musste er dabei allen Eingeschränkten, also den Parteigehern, Bescheidwissern und Rechthabern auf allen Seiten als Feindbild herhalten. (siehe Kommentar 1) Richter wird nun auf Grund dieses Druckes aussortiert. Gescheitert ist er nicht. Wohl aber sein Anliegen. An der Eifersucht und Beschränktheit seiner politischen Gegner. Am Konformismus der Medien. An der Feigheit der politischen Klasse. - Nichts Neues unter der Sonne. Aber gefährlich für den Fortgang der Dinge.

  • Elgomero
    August 25, 2016

    Sie haben es nun geschafft, all die grünen und roten Weltverbesserer, einen der wenigen wirklich unabhängigen, klardenkenden und Klartext sprechenden Akteure der Dresdner Politik zu vergraulen. Er war immer da, wenn es zu vermitteln galt. Unvoreingenommen, undogmatisch und diplomatisch wie kein anderer. Dresden hat ihm viel zu verdanken. Hoffen wir auf einen brauchbaren Nachfolger. Er wird schwer zu finden sein.

  • Unrumpf
    Oktober 5, 2016

    Frank Richter hat den Menschen von PEGIDA eine Bühne gegeben. Das waren Veranstaltungen die keinem politisch gebildeten Menschen Spaß machen. Ich war dabei. Ich habe die Reden der übelsten Untiere gehört. Ihre Menschenverachtung, ihren Hass. Und noch schlimmer, die Menschen im Publikum die dazu applaudierten, als hätten sie diese Rede nicht gerade selbst mit gehört.

    Frank Richter glaubte, an den Dialog. Er hat seine persönliche Karriere in den Ring geworfen um zu zeigen, das man mit Dialog Vertauen in die Politik zurück gewinnen kann. Er glaubte das ein respektvoller Dialog richtiger ist, als die Demonstranten schlicht als "Pack" zu bezeichnen oder anderweitig zu denunzieren.

    Man kann darüber unterschiedlicher Meinung sein, ob Frank Richter damit Erfolg hatte. Wer jedoch an Demokratie glaubt, muss auch an die Mündigkeit aller Bürger glauben und an den Dialog.

    Ich finde, es war den Versuch in jedem Fall wert.

    Leider hat mein Glauben in die Demokratie gelitten, weil ich erkennen musste, das zu viele Bürger selbstverschuldet unmündig sind. Sie rufen Lügenpresse, weil sie mit der Qualität der Mainstream-Medien unzufrieden sind.
    Diese Kritik ist prinzipiell richtig, aber sie ziehen daraus völlig irrationale Konsequenzen.

    Journalismus muss sich heute viel mehr über Werbekunden finanzieren. Es gibt immer weniger Menschen die Zeitungen abonnieren seit man online mit Nachrichten kostenlos geflutet wird, weil jeder Mensch auf Facebook jeden Müll veröffentlichen kann.

    Journalismus ist allgemein sehr viel kommentarlastiger geworden. Er ist schneller und schlechter recherchiert. Schlagzeilen sind reißerischer geworden.

    Richtig guter Journalismus erklärt jedoch ohne Werturteil (also ohne wertende Adjektive) die Hintergründe, Akteure und Sachverhalt. Guter Journalismus überlässt das Werten dem Leser.

    Doch statt nun Konsequenzen zu ziehen und in Qualität zu investieren, lesen viele Pegida-Anhänger nur andere kostenlose Online-Magazine. Solche jedoch die noch reißerischer, noch wertender sind.

    Journalismus der ihre Wut auffängt und politisch kanalisiert. Hinter Compact, Kopp und Co. stehen jedoch ganz sichtbar politische Akteuere und solche die mit der Angst der Menschen Profit machen. Der Kopp-Verlag ist in etwa 2 mal so profitabel wie der Springer Konzern. Mit schlechtem Journalismus kann man offenbar sehr gut Geld verdienen, weil es offenbar einem Markt für schlechten Journalismus gibt.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen