Video-Hinweis: ARD-Doku Nervöse Republik

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Videohinweis: Die ARD-Dokumentation Nervöse Republik, die schon vor einer Weile im Programm lief, ist nach wie vor in der ARD-Mediathek zu sehen. In der Doku sind Vertreter aus Medien und Politik ein Jahr lang begleitet w0rden, um ihren Umgang mit der politischen Stimmung in Deutschland zu zeigen. Hier geht es zum Film in der Mediathek.

In der Pressemitteilung zum Film heißt es:

"Politiker [eilen] zwischen Beschimpfungen, Meinungsumfragen und Wahlkampfauftritten durch die Woche, umlauert von unzähligen Kamerateams. Dazu blasen Onlineredaktionen hektisch Eilmeldungen ins Land. Deutschland im Zustand der Dauererregung."

Der Film fokussiert sich auf das Verhältnis zwischen Politikern, Medien und Systemkritikern. Dabei kommen nicht nur einmal spannende Konflikte zutage.

Auch Ulrich Wolf, Reporter der Sächsischen Zeitung und Journalist des Jahres (vgl. FUNKTURM vom 21.12.2015) kommt zu Wort (im Video ab 29:44 min.).

„Die AfD wird hier nicht schlecht gemacht, alle anderen schon“, erklärt er dem ARD-Team. Als das Filmteam nach den Gründen fragt, winkt Wolf ab. „Das können Sie mit Vernunft nicht angehen, nicht in diesem Kreis mehr.“

Screenshot aus der Doku - Ulrich Wolf im Gespräch mit Pegida-Anhänger

Noch spannender ist die Szene, als Wolf im Gespräch mit einem PEGIDA-Anhänger gezeigt wird (im Video ab 31:53 min). Nun wird der Journalist damit konfrontiert, dass er ohnehin alles „von oben“ diktiert bekäme. Der SZ-Journalist muss sich bemühen, die Fassung zu bewahren und sagt schließlich:

"Wer hat denn den Ministerpräsidenten von Sachsen abgesägt, den Herrn Milbradt? Wer hat den Finanzminister abgesägt? Wie viele Landräte haben wir abgesägt? Wissen Sie, was ich da für einen Druck aushalten musste zur harten Phase der Landesbankkrise, als wir uns mit der Landesregierung angelegt haben? Meinst du, dass mache ich mir zum Spaß? Meinst du, dass das spurlos an mir vorübergeht, wenn die Briefe an meinen Chefredakteur schreiben? Den Druck, den wir da aushalten, der kommt von der Politik! Ich bin kein Lohnempfänger [der Politik]. Also so einfach, wie Sie es machen, läuft es nicht!"

Neben Wolf kommen auch zahlreiche andere Journalisten und Politiker zu Wort, so gibt es Aufnahmen aus den Redaktionen von BILD und Spiegel Online. Außerdem geben unter anderem Thomas de Maizière, Sahra Wagenknecht und Frauke Petry Interviews für den Film.

Die Dokumentation bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Politik, Medien und besorgten Bürgern, neben Pegida sind auch der Brexit und oder verschiedene Anschläge ein wichtiges Thema. Politik und Medien sind in ständiger Alarmbereitschaft. Wer sich für die neue Rolle dieser Akteure interessiert, die sich daraus ergibt, sollte sich den 90-Minüter von Filmemacher Stephan Lamby nicht entgehen lassen. Insgesamt ein Jahr ist er in der Mediathek abrufbar.

Benjamin Kutz

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