Lutz Kinkel leitet Europäisches Zentrum für Pressefreiheit (ECPMF)

Lutz Kinkel, bislang Leiter des Berliner Büros von Stern.de, ist neuer Geschäftsführer des Europäischen Zentrums für Presse- und Medienfreiheit (ECPMF) in Leipzig. Der 50-Jährige hat die Aufgabe zum 1. Mai 2017 übernommen.

"Die Pressefreiheit ist eines der wichtigsten Themen, die wir momentan haben. Nur durch sie funktioniert Demokratie. Es ist für mich deshalb eine Ehre und ein Privileg, diese Aufgabe zu übernehmen", sagt Kinkel im Gespräch mit FLURFUNK.

Es seien derzeit im Zusammenhang mit der Pressefreiheit viele Aspekte zu diskutieren, die ihn selbst brennend interessierten, so Kinkel. Als Beispiele nennt er Fake News, Hate Speech, ökonomischen Druck auf Journalisten, die Überwachung durch Geheimdienste oder den Umgang von US-Präsident Donald Trump mit den Medien.

Kinkel blickt auf langjährige Erfahrungen im praktischen Journalismus zurück, arbeitete vor seiner Zeit beim Stern unter anderem für Spiegel Online und tagesschau.de. Diese Erfahrungen will er nutzen, um die Sichtbarkeit des ECPMF in der Öffentlichkeit zu verbessern.

"Ich möchte unsere Wahrnehmung als Akteur im Bereich der Pressefreiheit erhöhen. Eine der wichtigsten Aufgaben, die sich aus unserer Gründungsgeschichte ableitet, ist die Rolle als Alarmzentrum. Wir möchten auf Verletzungen der Europäischen Charta für Pressefreiheit hinweisen", sagt Kinkel.

ECMPF jetzt Europäische Genossenschaft

Das ECPMF wurde im Juni 2015 von Medienunternehmen, Verlagen, Journalistenorganisationen, Gewerkschaften und Medienwissenschaftlern aus mehreren Ländern gegründet (vgl. FLURFUNK vom 24.6.2015). Finanziell gefördert wird das Zentrum von der EU, dem Freistaat Sachsen, der Stadt Leipzig und der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig. Im Gründungsjahr lag das Budget bei 1,2 Millionen Euro. Ihre Büros hat die Organisation im Mediencampus Villa Ida in Leipzig-Gohlis bezogen.

Seit Ende Januar dieses Jahres ist das ECPMF als Europäische Genossenschaft organisiert, was bereits zur Gründung erklärtes Ziel war.

Die Aktivitäten sind umfangreich. Das Zentrum will nicht nur Alarmzentrum sein, sondern sich unter anderem auch auf politischer Ebene für Verbesserungen der Medienfreiheit in Europa einsetzen. Journalisten, die an ihrer Arbeit gehindert oder unter Druck gesetzt werden, bietet die Organisation juristische Hilfe und finanzielle Unterstützung bei Gerichtsprozessen.

Darüber nimmt das ECPMF im Rahmen des Programms „Journalists in Residence“ bedrohte Journalisten in Leipzig auf. Außerdem organisiert das Zentrum jährlich Konferenzen und Veranstaltungen zu Themen der Pressefreiheit.

An all diesen Aktivitäten will Lutz Kinkel festhalten. Das insgesamt nur siebenköpfige Team soll dafür an anderer Stelle entlastet werden, erklärt der neue Chef: "Bislang läuft unsere Finanzierung jeweils nur über ein Projektjahr. Dann müssen wir erneut einen Antrag stellen. Wir wollen erreichen, dass uns die EU institutionell fördert." Augenblicklich ist die Finanzierung lediglich bis Januar 2018 gesichert. Alexander Laboda

Foto: Andreas Lamm

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