120minuten: „Neue Perspektiven auf den Fußball aufzeigen“

Anfang September gewann 120minuten aus Dresden beim Campfire Festival für Journalismus und Neue Medien in Dortmund ein journalistisches Stipendium.

Mit dem Grow-Stipendium, vom Netzwerk Recherche e.V. und der Schöpflin Stiftung ausgelobt, werden journalistische Start-Ups mit Non-Profit-Charakter unterstützt (vgl. 120minuten: "Auswärtssieg in Dortmund").

Aber was genau ist 120minuten? Wir haben Endreas Müller, einem der Gründer und Macher von 120minuten, ein paar Fragen geschickt:

"Wir haben einen ganz eigenen Ansatz für die Berichterstattung über Fußball entwickelt."

FLURFUNK: 120Minuten - was ist das?
Endreas Müller: Wir haben einen ganz eigenen Ansatz für die Berichterstattung über Fußball entwickelt. In der Regel geht es beim Fußball oft um aktuelle Ereignisse, Spielberichte, Transfers oder Adhoc-Analysen. Für Themen mit Tiefgang ist meist wenig Zeit und Raum. Den möchten wir Autoren bei 120minuten bieten. Unsere Stücke sollen lang und hintergründig sein und eine gewisse Halbwertszeit haben. Das macht 120minuten zur einzigen Plattform für Fußball-Longreads im deutschsprachigen Raum.

FLURFUNK: Kannst Du mal ein oder zwei Themen nennen, die typisch für Euch sind?
Endreas Müller: Wir stehen vor allem für Vielfalt. Unser inoffizielles Motto lautet: "Fußball, anders erzählt." Nach Möglichkeit wollen wir mit einem Text immer neue Perspektiven auf den Fußball und seine gesellschaftliche Relevanz aufzeigen. So hat sich einer unserer Autoren der Frage gewidmet, ob der Konsum von Profifußball mit all seinen halbseidenen Machenschaften moralisch verwerflich ist oder nicht oder wir widmen uns der Inszenierung des Fußballs im Fernsehen. Am erfolgreichsten war ein Text, der sich mit einer sehr grundsätzlichen Frage beschäftigt: Wie komplex ist der Fußball als Sport überhaupt?

"Wir sehen uns als Plattform für junge Autoren"

FLURFUNK: Wie lange gibt es euch? Und wie ist es zur Gründung gekommen?
Endreas Müller: 120minuten wurde Anfang 2014 ins Leben gerufen - anfangs eine Linksammlung lesenswerter Texte von anderswo, kam schnell die Idee auf, Texte selbst zu verfassen bzw. mit Autoren zusammenzuarbeiten, die Lust am Schreiben und am Perspektivwechsel haben.

FLURFUNK: Wer steckt dahinter?
Endreas Müller: Die Kernredaktion besteht aus Alex Schnarr, Christoph Wagner, Oliver Leiste und mir. Alex, Christoph und ich entstammen der kleinen, aber aktiven Fußballbloggerszene und schreiben schon seit vielen Jahren. Zwei weitere feste Autoren unterstützen uns beim Kalenderblatt und Oliver ist ein gestandener Sportjournalist. Und dann wären da noch die vielen Gastautoren, die regelmäßig Texte beisteuern. Ohne ihre Bereitschaft, für uns zu schreiben, wäre 120minuten um einiges ärmer. Wir sehen uns als Plattform für junge Autoren, um sich auszuprobieren und freuen uns über jede Anfrage.

FLURFUNK: Habt Ihr wirtschaftliche Interessen?
Endreas Müller: Haben wir. Insofern, dass wir die technische Infrastruktur sowie benötigte Software finanzieren möchten und, noch viel wichtiger: Wir wollen unseren Autoren ein angemessenes Honorar zukommen lassen.

FLURFUNK: Wie finanziert Ihr Euch?
Endreas Müller: Wir möchten so vielen Leserinnen und Lesern Zugang zu unseren Inhalten gewähren, daher gibt es bei 120minuten.net keine Paywall. Vor kurzem ist unsere Unterstützerkampagne bei Steady gestartet - dort kann man uns einen kleinen monatlichen Betrag zukommen lassen und wird so Mitglied in unserem Lesekreis. Unser Ziel ist es, ausreichend Leser für den Lesekreis zu begeistern und damit 120minuten zu etablieren und unsere Autoren zu entlohnen.

FLURFUNK: Vielen Dank für das Interview!

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