SMWK jetzt mit Facebook-Fanpage // Sachsens Ministerien in Social-Media

SMWK jetzt mit Facebook-Fanpage // Sachsens Ministerien in Social-Media

Das Sächsische Staatsministerium für Kunst und Wissenschaft (SMWK) ist seit Anfang Januar mit einer eigenen Seite bei Facebook vertreten.

In einer Pressemitteilung vom 5.1.2018 ist Ministerin Eva-Maria Stange (SPD) zitiert:

"Zum einen möchten wir auch auf Facebook darüber informieren, was in den beiden spannenden Bereichen Forschung und Wissenschaft sowie Kunst und Kultur in Sachsen Neues, Interessantes und Wissenswertes passiert. Vor allem aber freuen wir uns auf den direkten Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern, den diese Plattform möglich macht, auf Anregungen, Meinungen, Kritik und Diskussionsbeiträge."

Ihre Absichten erläutert die Ministerin außerdem in einem dreiminütigen Video (über die Qualität reden wir dann nochmal...), das mit Start der Fanpage dort veröffentlicht wurde.

Hier geht es zur Facebook-Fanpage des SMWK.

Sachsens Ministerien in den sozialen Netzwerken

Derzeit sind eine ganzen Reihe von neuen Aktivitäten der Staatsregierung in den sozialen Netzwerken zu beobachten, etwa Video-Botschaften vom neuen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) oder dem neuen Innenminister Roland Wöller (CDU) – man könnte durchaus von einer Offensive sprechen.

Dabei hat Facebook gerade seinen Algorithmus umgestellt. Mit dem Ergebnis – so wird in der Medienbranche vermutet – dass es Fanpages in Zukunft deutlich schwerer haben werden (mehr dazu etwa im Social-Media-Watchblog: "Facebook ändert seinen News Feed | Was das für Verlage, Sender und Fanpages generell bedeutet" oder im Jakblog: "Das ganz große Dilemma mit Facebook").

Die aktuellen Entwicklungen sind eine gute Gelegenheit, sich einen Überblick über die Aktivitäten, genauer: die Reichweitenzahlen der sächsischen Ministerien sowie des Sächsischen Landtags bei Facebook, Twitter, YouTube und Instagram zu verschaffen –  ohne die Zahlen damit überbewerten zu wollen (ein paar Sätze zum Stellenwert von solchen Zahlen sind im FLURFUNK-Podcast Nr. 5 zu hören).

Auf eine inhaltliche Auswertung müssen wir aus Zeitgründen an dieser Stelle verzichten. Gleichzeitig verzichten wir auch darauf, ein schlagzeilenträchtiges Ranking ("Dulig vor Kretschmer") aus der Geschichte zu machen.

Überschaubare Reichweiten

Hier zunächst ein Ausschnitt aus der von uns erstellten Tabelle, die einen guten Überblick verschafft. Wichtig: Die vollständige Tabelle findet sich bei Google-Tabellen – dort sind auch YouTube und Instagram mit ausgewertet. Sollten Angebote fehlen oder Zahlen falsch sein, freuen wir uns über Hinweise. Erfassungszeitraum für die Zahlen: 13.-15.1.2018.

Diese Tabelle ist ein Ausschnitt aus einer umfangreicheren Tabelle, die bei Google zu finden ist und in der alle Angebot verlinkt sind. Einfach in die Tabelle klicken, um dorthin zu gelangen!

Ein paar Anmerkungen zu den Zahlen: Die Reichweiten sind weitestgehend nett, aber nach wie vor nicht weltrekordsverdächtig. Vergleicht man etwa die Facebook-Zahlen mit Angeboten von Medien (MDR Sachsen: 55.000 FB-Fans, SZOnline: 68.000), den großen sächsischen Kommunen (z.B. Visit Dresden: 146.000) oder gar der Image-Kampagnen-Seite So geht sächsisch (139.000), sind die Fanpages der sächsischen Ministerien doch in der Summe eher schwach auf der Brust.

Liegt es an den Inhalten? Oder ist Politik per se langweiliger und nur etwas für Interessierte? Unser erstes Fazit: Die größere Transparenz für politische Institutionen sind immer sehr begrüßens- und lobenswert. Facebook und Co. können als einer von vielen Kanälen sicherlich sinnvoll sein, zumal aus einzelnen Postings selbst von schwachen Seiten "großes" entstehen kann. Andererseits muss man festhalten: Da liegt auch noch ein Stück Weg vor den Machern. Und: Man sollte sich sehr bewusst über seine Ziele und Zielgruppen sein, bevor man die Aktivitäten dort startet.

Instagram: schon vier Institutionen

Neulich erst ist der Sächsische Landtag (der natürlich nicht zur Regierung gehört, hier aber in die Tabelle zum Vergleich gut passt) bei YouTube und Instagram gestartet (vgl. FLURFUNK vom 19.12.2017: "Sächsischer Landtag: Instagram- und Youtube-Kanal gestartet"). Von den Ministerien sind bei Instagram der stellvertretende Ministerpräsident Martin Dulig (SPD) und die Gleichstellungs- und Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) sowie ein Kanal des Sächsischen Innenministeriums zu finden. Dulig kommt auf fast 1.300 Follower dort, alle anderen liegen im 300er Bereich.

Ist Instagram ein sinnvoller Kanal für die politische Kommunikation? Das wird sich wohl erst noch zeigen, eine wirkliche Bewertung lässt sich aus unserer Sicht noch nicht vornehmen.

Themen und Personen vor Institutionen

Was in der Tabelle nicht berücksichtigt ist: Die Aktivitäten von nachgeordneten Behörden, die man ebenfalls den Ministerien zuordnen könnte – bestes Beispiel sind die Social-Media-Aktivitäten der sächsischen Polizei (Facebook: 67.000 Fans; Twitter: 54.000 Follower). Ebenfalls nicht erfasst sind Kampagnen-Seiten, etwa Polizei Sachsen: Verdächtig gute Jobs (11.000) oder Perspektive Land (572) als Teil der Lehrer-werden-Kampagne des SMK.

Aber auch mit Blick auf die Tabelle fällt auf: Fan (im wirklichen Sinne von Fan-sein) von einer Institution zu werden fällt den Nutzern offenbar wesentlich schwerer als sich mit Themen oder aber auch mit prominenten Personen auseinanderzusetzen.

Sprich: Personen, die häufiger in den Medien vorkommen wie Ministerpräsident oder stellvertretender Ministerpräsident haben einen Prominenz-Bonus – wenn die Inhalte halbwegs spannend aussie online casinos aufbereitet sind, dürften die Wachstumszahlen der Reichweiten mit der Zeit durchaus noch weiter steigen.

Aber sollte nicht eigentlich Ziel sein, mit den Aktivitäten in den sozialen Netzwerken mehr medien- und politikferne Personen zu erreichen? Womit wir bei der Frage sind, wer oder was eigentlich die die Ziele und die Zielgruppen der jeweiligen Aktivitäten sind – was ja u.U. wiederum bedeuten könnte, dass die einzelnen Angebote gar keinen Anspruch auf extrem hohe Reichweiten haben...

So oder so, es gilt die Regel: Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht umgekehrt. Vielleicht hat ja einer der Leser Lust, Zeit und Muse, sich die Inhalte einmal mehr im Detail anzuschauen – wir freuen uns immer über Gastbeiträge!

Nachtrag 14.34 Uhr: Auf Twitter und bei Facebook kamen eine Reihe von Hinweisen. In der Tabelle ergänzt ist das FB-Profil von Roland Wöller. Außerdem haben wir die Follower-Zahl des SMI bei Twitter nachgetragen.

Nicht in die Tabelle aufgenommen, aber durchaus erwähnenswert: Innerhalb des SMI gibt es das Fachreferat E-Government - das twittert unter @egovsachsen mit zur Zeit 108 Followern.

Schließlich weist das SMK darauf hin mit einem Blog aktiv zu sein – aber ist das noch eine Aktivität in den sozialen Netzwerken oder schon ein eigener Medienkanal? Das SMK-Blog sei hiermit erwähnt: bildung.sachsen.de/blog.

1 Kommentar
  • Dirk Reelfs
    Januar 15, 2018

    Der SMK-Blog - "...ist das noch eine Aktivität in den sozialen Netzwerken oder schon ein eigener Medienkanal."
    Eine berechtigte Frage, Irgendwie ist es beides, oder?

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