Ramelow ganz vorn: Thüringens Regierung in Social Media

Ramelow ganz vorn: Thüringens Regierung in Social Media

Nach der großen Resonanz auf unsere Übersicht über die Aktivitäten und Reichweiten der einzelnen sächsischen Ministerien in den sozialen Medien (vgl. FLURFUNK vom 15.1.2018) widmen wir uns diese Woche der Regierung des Freistaats Thüringen.

Wie gehabt haben wir die einzelnen Ministerien und die amtierenden Minister ausgewertet, Social-Media-Profile gesucht und die Fan- bzw. Follower-Zahlen aufgelistet. Die folgende Tabelle zeigt die Übersicht für Facebook und Twitter – in unserer Google-Tabelle sind außerdem auch die Kanäle YouTube und Instagram erfasst.

Diese Tabelle ist ein Ausschnitt aus einer umfangreicheren Tabelle, die bei Google-Tabellen zu finden ist und in der alle Angebot verlinkt sind. Einfach in die Tabelle klicken, um dorthin zu gelangen!

Überschaubare Reichweiten

Es sollte sich ja nun mittlerweile herumgesprochen haben, dass die puren Reichweitenzahlen von Auftritten bei Facebook, Twitter & Co. erstmal nur ein Indikator zur Bewertung solcher Angebote sind; eigentlich müsste man sich zur vollständigen Bewertung die Inhalte und vor allem die Interaktionen damit anschauen. Dafür fehlt uns schlicht die Zeit.

Trotzdem geben allein die Auflistung der einzelnen Angebote und dann auch die Zahlen einige Auskunft. Zum Beispiel die: Nahezu alle Thüringer Ministerien sind bei Facebook mit einer Fanpage vertreten. Von fast allen Häusern ist eine Twitter-Aktivität zu finden, in den meisten Fällen gibt es außerdem Accounts der Minister. Ausnahmen: Das Finanzministerium und das Umweltministerium.

Was ebenfalls auffällt: Die Reichweitenzahlen der aktiven Ministerien sind in der Summe sehr übersichtlich – im niedrigen vierstelligen Bereich. Ausnahmen sind Ministerpräsident Bodo Ramelow und Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee.

YouTube ist in Thüringen etwas verbreiteter als in Sachsen, den Zahlen nach zu urteilen aber auch nur mit mäßigem Erfolg. Gleiches gilt für Instagram, wo zwei Minister zu finden sind – ob der Instagram-Account thueringende tatsächlich der Thüringer Staatskanzlei zuzuordnen ist, lässt sich von hier im Moment nicht feststellen (0 Fotos, 5 Follower).

Bodo Ramelow Twitter- und Facebook-König

Das Interview mit Bodo Ramelow finden Sie in FUNKTURM 5 – auf das Bild klicken und bestellen!

Mit großem Abstand vor allen anderen Ministern und Ministerien führt Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow im Zahlenvergleich. 30.250 Fans bei Facebook, 25.600 Follower bei Twitter – da kann auch keiner der Ministerpräsidenten-Kollegen aus den Nachbarländern mithalten (Michael Kretschmer jeweils knapp 7.000 Fans bzw. Follower bei Twitter und Facebook, Rainer Haseloff rund 4.000 Facebook-Fans und knapp über 1.000 Twitter-Follower).

Im Interview mit uns, erschienen in FUNKTURM 5 - 2/2017, erzählt Ramelow ausführlich über seine Twitter- und Facebook-Nutzung und dass die sozialen Medien aus seiner Sicht zum Regierungsalltag dazugehören.

Zitat:

"Mein Informationsverhalten hat sich insgesamt völlig verändert. Ich habe hier alle Zeitungen auf dem Tisch liegen. Selten, dass ich die mal in die Hand nehme. Ich habe morgens um sieben meinen elektronischen Pressespiegel, über den ich mich informiere. Die überregionalen und internationalen Meldungen habe ich da bereits schon bei Twitter gelesen. Wenn ich Nachrichten suche, scrolle ich einfach nur durch Twitter. Ich nenne das immer mit der Goldpfanne im kalten Flusswasser gucken, ob mal ein Goldnugget vorbeikommt."

Prominente vor Institutionen

In dem Interview spricht Ramelow auch darüber, welches Netzwerk er in welcher Funktion nutzt – als Privatperson oder eben Regierungschef. Daraus abgeleitet erklärt sich auch, warum das Angebot der Thüringer Staatskanzlei so wenige Fans aufweist.

Bei Ramelow wie auch Tiefensee dürfte zunächst der gleiche Effekt wirken, den wir schon bei der sächsischen Regierung beobachtet haben: Bekanntheit vor Inhalten. Wobei dann die Inhalte und die Diskussionbereitschaft offenkundig einen erheblichen Unterschied machen – Ramelow gilt insbesondere bei Twitter als ausgesprochen diskussionsfreudig.

Angesichts der vergleichbar geringen Fanzahlen der übrigen Häuser stellen sich die Fragen: Stimmen die Inhalte, die die Ministerien so anbieten, vielleicht einfach nicht? Oder sind Facebook-Fanpages vielleicht einfach nicht der richtige Kommunikationskanal für politische Informationen? Und, mal kritisch gefragt: Könnte es am Ende vielleicht sinnvoller sein, nicht so viel Zeit in die Angebote zu stecken?

Nicht berücksichtigt: Aktivitäten untergeordneter Behörden

Ein abschließender Hinweis: Wie schon bei der Auswertung der Sachsen-Ministerien sind bei der Auswertung der Thüringer Regierungsaktivitäten Angebote nachgeordneter Behörden und Institutionen nicht berücksichtigt (vgl. FLURFUNK vom 15.1.2018 - hier vor allem die Nachträge). Wir freuen uns aber über Hinweise, wer oder was noch erwähnenswert wäre!

Nachtrag 22:36 Uhr: In der zuerst veröffentlichten Auswertung fehlte die Facebook-Fanpage Freistaat Thüringen mit 7.902 Fans. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen. Dank an die Hinweisgeberin!

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