Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft schließt Druckerei

Die Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft (LVDG) schließt zum Ende kommenden Jahres ihre Druckerei.

Das geht aus einer Pressemitteilung der Madsack-Mediengruppe hervor, die gestern (1.1.2018) am späten Abend öffentlich wurde.

Von der Schließung der Druckerei Ende 2019 sind rund 60 Mitarbeiter betroffen. Sie wurden gestern im Rahmen einer Betriebsversammlung informiert.

Hintergrund für die Schließung ist laut Mitteilung der "Verlust eines Großkunden". Damit ist der BILD-Druckauftrag gemeint; das Szenario, dass der Springer-Verlag seinen Druckauftrag aus Leipzig abzieht, war im Vorfeld in Medienberichten thematisiert worden (vgl. FLURFUNK vom 30.8.2018: "Werden die Dresdner Neueste Nachrichten demnächst bei der Sächsischen Zeitung gedruckt?").

Druck der LVZ ab Ende 2019 in Halle

Die beiden Madsack-Zeitungen Leipziger Volkszeitung (LVZ) und Dresdner Neueste Nachrichten (DNN) müssen dann künftig an anderen Standorten gedruckt werden.

Laut Pressemitteilung soll der LVZ-Druckauftrag zu Ende 2019 an die MZ Druckereigesellschaft in Halle gehen. Der Druckauftrag für die DNN soll – wie berichtet – schon Anfang 2019 zur DDV Mediengruppe in Dresden wechseln – dort werden auch die Sächsische Zeitung und die Dresdner Morgenpost gedruckt.

Formatwechsel: erst DNN, dann LVZ

Mit dem Wechsel der Druckerei werden beide Zeitungen auch mittelfristig das Format ändern und kleiner werden. Bislang erscheinen beide Titel – bedingt durch den BILD-Druckauftrag – im sogenannten Nordischen Format; jetzt kann also die Umstellung auf das etwas kleinere Rheinische Format erfolgen.

Laut Mitteilung erfolgt die DNN-Umstellung bereits zu Anfang 2019 – die LVZ wird aber erst Ende 2019 umgestellt, wenn die Druckerei in Leipzig endgültig schließt.

Im Zeitungsverbund der Madsack-Gruppe waren LVZ und DNN die beiden letzten Titel in dem größeren Format. Madsack hat in den vergangenen Jahren in Hannover und Berlin das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) aufgebaut, dass für die Zeitungen des Konzerns die Produktion von überregionalen Inhalten übernommen hat - für das große Format mussten die Inhalte aus der Zentrale immer regional angepasst werden. Mit dem Formatwechsel wird hier also ein zusätzlicher Arbeitsschritt entfallen.

In der PM zur Schließung der Druckerei ist LVDG-Geschäftsführer Björn Steigert zitiert:

"Wir haben sämtliche Optionen ausführlich geprüft, aber eine Reinvestition in unseren Druckstandort in Leipzig ist wirtschaftlich nicht darstellbar".

Und weiter:

"Kooperationen sind der Schlüssel, um in konsolidierenden Märkten auch künftig unabhängigen Journalismus aus eigener Kraft zu finanzieren. Mit DuMont und der DDV Mediengruppe haben wir starke Partner gefunden. In größeren Einheiten liegen Vorteile, die ein einzelner Verlag für sich nicht realisieren kann.“

Die Madsack-Mitteilung trägt den Titel: "Neues Druckkonzept für Leipziger Volkszeitung und Dresdner Neueste Nachrichten".

2 Kommentare
  • Lutz Punke
    Oktober 3, 2018

    Die Schließung der LVZ-Druckerei ist ein Beitrag zum Tag der deutschen Einheit, Der Springer-Verlag war ja vor Jahren noch Gesellschafter bei der LVZ.
    Ich kann mich noch erinnern wie der Hamburger oberste Springer-Manager
    uns weismachen wollte, wie gut der Einstieg für die LVZ sei und wir nun die Vorteile der Marktwirtschaft und der Pressefreiheit kennen lernen werden.
    Nun lernen wir sie erneut überzeugend kennen. Darauf hätten wir gern verzichtet.
    Nun kann wieder ein Stück von Druckindustrie zur blühenden Landschaft werden.
    Kohl musste unbedingt bei der Einweihung dabei sein, nun bekommen wir die
    Quittung. Am graphischen Standort Leipzig mit seiner großen Vergangenheit ist das
    die letzte große Druckerei gewesen.

  • Torsten Enger
    Oktober 8, 2018

    Der Osten holt auf! So der Slogan der Politik. Nein, es geht wie nach der Wende weiter mit platt machen und die SPD ist kräftig am mit mischen! DDVG 100% der SPD und mit ca. 23% einer der Gesellschafter von MadSack. Neue Halberg Guss ist noch nicht vom Eis und mit der Druckerei in Leipzig wird nun ein weiterer Betrieb Ende 2019 dicht gemacht. Nun sollten sich die Politiker mal fragen, warum die AFD solch einen Zulauf im Osten hat, der von Blutekel-ähnlichen Kreaturen bis aufs Letzte ausgesaugt wird. Jeder halbwegs tarifliche Betrieb, wird geschlossen und die Regionen werden zu einer Mindestlohnoase für Konzerne die im Westen ihren Hauptsitz haben. Bankenrettung, Griechenland, Flüchtlingspolitik, Dieselskandal, alles Dinge von der Politik beflügelt, für Heuschrecken die damit Geld verdienen. Die müssen doch echt Glauben der Osten lässt sich ein zweites mal verar.....

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