Andreas Schanzenbach, ADC: „Den Kreativen vor Ort ein Gesicht geben“

Seit September 2019 gibt es die Sektion Ostdeutschland des Art Directors Club (ADC). Die siebte Sektion des Berufsverbands aus der Werbebranche hat seinen Sitz in Dresden und ist für die Bundesländern Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen zuständig.

Im Interview spricht ADC Sektionssprecher Andreas Schanzenbach von der Kreativagentur CROMATICS über die Hintergründe und Ziele der neuen Sektion.

Hinweis: Dieses Interview ist zuerst im Magazin des AgenturCamp Leipzig erschienen: "Na endlich! ADC Sektion in Dresden". Das nächste AgenturCamp in Leipzig findet am 8./9.10.2020 in Leipzig statt. 

"Grundsätzlich nimmt der ADC nur kreativ tätige Personen auf."

FLURFUNK: Wieso habt ihr eine Sektion Dresden des ADC gegründet?

Andreas Schanzenbach, ADC-Sektionssprecher Ostdeutschland und Mitgründer der Innovationsagentur CROMATICS. Foto: Thomas Schlorke

Andreas Schanzenbach: Grundsätzlich wollte der ADC überhaupt eine Sektion in Ostdeutschland neben Berlin etablieren, um den Kreativen vor Ort ein Gesicht zu geben und so auch die gesamtdeutsche Vernetzung im Club zu stärken. Eigentlich hatte man sich Leipzig als Standort der Sektion gewünscht, aber es gab zum Anfang nicht genügend ADC Mitglieder*innen in Leipzig und so ist die Sektion in Dresden entstanden.

FLURFUNK: Gibt es nicht schon genug Vereine und Vereinigungen in der Region Marketingclubs, Kreatives Sachsen…? 
Schanzenbach: Jede einzelne Organisation ist wichtig und wertvoll. Gerade Dresden ist mit Wir Gestalten Dresden (wo ich selbst eine ehrenamtliche Funktion als Aufsichtsrat innehabe), Kreatives Sachsen und dem Marketing Club (wo mein Partner Ron ehrenamtlich im Vorstand tätig ist) bereits sehr gut aufgestellt. Was aber fehlt, ist eine Organisation mit einem Gesamtdeutschen Netzwerk, das sich darüber hinaus weltweit erstreckt. Jedes Mitglied des ADC Deutschland (und damit der Sektion Dresden) kann zum Beispiel auch sofort Mitglied im ADC Europe (ADC*E) werden und sich sofort einbringen. Außerdem gibt es einen gelebten Austausch zwischen allen Sektionen und Fachbereichen.

FLURFUNK: Was versprichst du dir persönlich davon, warum engagierst du dich?
Schanzenbach: Für mich und CROMATICS ist es schon immer wichtig gewesen, unsere Heimatstadt mit positiven Impulsen zu bereichern und für einen regen Austausch unter Kreativen, aber auch der gesamten Gesellschaft zu sorgen. Dies haben wir mit Formaten wie der 99U Konferenz, der Gründung von Wir Gestalten Dresden (WGD) und den Kreativwettkämpfen SECRET WARS und seit 2010 PAINT CLUB immer wieder gelebt und bewiesen. Mit der ADC Sektion Dresden nutzen wir die Chance, Kreative nach Dresden zu holen und zum anderen ein Format zu haben, mit dem wir nun einen Fokus auf Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt legen dürfen.

FLURFUNK: Wieso erst jetzt? Wieso nicht vor 10, 20 oder 30 Jahren?
Schanzenbach: Das ist eine sehr gute Frage. Und die Antwort ist einfach. Im ADC war man lange der Meinung, dass man mit der Sektion Berlin doch den Osten abdecken würde und dass diejenigen Talente, die relevant sind, sich eben zur Berliner Sektion hingezogen fühlen. Desweiteren gehen Veränderungen immer von Individuen aus. In diesem konkreten Fall war es Sabine Cole von LOVED, die den Stein ins Rollen gebracht hat und sich mit ihren Kolleg*innen persönlich engagiert hat, damit die nötige Änderung der Satzung des ADC bei der Jahreshauptversammlung eingebracht wird. Man muss wissen, dass die letzte Sektionsgründung mit Berlin eben auch schon fast 30 Jahre zurücklag.

FLURFUNK: Was genau hat die ADC Sektion Dresden in naher Zukunft vor?
Schanzenbach: Im ersten Jahr wollen wir vor allem mit unseren Sektionstreffen alle drei Bundesländer besuchen und diese Reisen nutzen, um gemeinsam auf #ADCSAFARI zu gehen, um die lokalen Akteure und ihre Arbeitsstätten zu entdecken. Weiterhin wollen wir das Format #ADCKINONACHT etablieren, bei dem wir relevante Filme für die Kreativen zeigen und entsprechende lokale Akteure als Speaker kuratieren. Weiterhin werden wir natürlich auf die Wünsche unserer wachsenden Zahl von Mitglieder*innen hören und ich bin sicher, da werden einige befruchtende Überraschungen dabei sein.

FLURFUNK: Sind weitere Mitglieder erwünscht? Wer sollte sich bei Euch melden?
Schanzenbach: Wir freuen uns über jegliche Bewerbungen und werden uns pro Sektionstreffen drei potenzielle Kandidat*innen persönlich ansehen und nach einer Präsentation demokratisch abstimmen, wen wir in unsere Reihen aufnehmen. Grundsätzlich nimmt der ADC nur kreativ tätige Personen auf. Jede/r Interessent*in bewirbt sich mit seinen bisher erstellten Kreativarbeiten, die nach den Bewertungskriterien des ADC (Originalität, Klarheit, Überzeugungskraft, Machart, Freude) Exzellenz zeigen müssen.

FLURFUNK: Vielen Dank für das Interview!

 

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