Der Branchenverband Kreatives Sachsen hat sich neu aufgestellt und ist jetzt eine GmbH. Erstmals erhält der Branchenverband der Kreativwirtschaft außerdem eine institutionelle Förderung durch den Freistaat in Höhe von rund 1,38 Millionen Euro.
Bislang war das Kompetenzzentrum der Kultur- und Kreativwirtschaft in Sachsen über Projekte finanziert.
Bereits im Februar hat der sächsische Wirtschaftsminister Dirk Panter den entsprechenden Fördermittelbescheid übergeben (vgl. smwa.sachsen.de vom 17.2.2026: "Kreatives Sachsen erhält erstmals institutionelle Förderung"). Die Fördermittel kommen vom Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz (SMWA) und sind mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
1,38 Mio. Euro Fördermittel
Mit der neuen Struktur und den Fördermitteln wird die Arbeit von Kreatives Sachsen langfristig abgesichert. Die Förderung ermöglicht es, Beratungs-, Qualifizierungs- und Vernetzungsangebote landesweit weiterzuentwickeln, heißt es in einer Mitteilung des Branchenverbands.
In der Mitteilung ist auch ein Dossier mit dem Titel "Gemeinsam wirken" verlinkt, mit dem der Verband eine Zwischenbilanz nach "acht Jahren erfolgreicher Aufbauarbeit" zieht. Hier geht es zum Dossier: kreatives-sachsen.de/gemeinsam-wirken.
In der Mitteilung des SMWA ist Wirtschaftsminister Dirk Panter zitiert:
„Die institutionelle Förderung eröffnet eine langfristige, planbare Perspektive, von der wir uns positive Effekte für die Branche und darüber hinaus erwarten. Kreative wirken als ‚Booster‘ für andere Branchen und beschleunigen so wirtschaftlichen und technologischen Wandel.“
GmbH gehört Kreativwirtschaft
Bemerkenswert ist die Konstruktion der neuen Gesellschaft: Alleiniger Gesellschafter der Kreatives Sachsen GmbH ist weiterhin der Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft Sachsen e.V. Der besteht aus den Mitgliedsverbänden Kreativ Kreis Meißen, Kreative Lausitz, Kreatives Chemnitz, Kreatives Erzgebirge, Kreatives Leipzig und Wir Gestalten Dresden.
Damit soll die Arbeit eng an die Bedarfe der Branche angebunden bleiben – nach dem Prinzip „aus der Branche für die Branche“.
Seit 2017 hat sich Kreatives Sachsen mit tausenden Beratungen, zahlreichen Qualifizierungsformaten und Netzwerkveranstaltungen in ganz Sachsen als zentrale Anlaufstelle etabliert. Künftig sollen insbesondere Themen wie Fachkräftebindung, Wissenstransfer und branchenübergreifende Kooperationen stärker in den Fokus rücken.
Wichtige Branche für Sachsen
Die Kultur- und Kreativwirtschaft zählt in Sachsen zu den relevanten Wirtschaftszweigen: Rund 54.000 Beschäftigte erwirtschaften in etwa 9.800 Unternehmen einen Umsatz von knapp 4,6 Milliarden Euro (vgl. Kultur- und Kreativwirtschaftsbericht für Sachsen 2024).
Damit liegt die Branche knapp hinter dem sächsischen Maschinenbau (2022: 5,6 Mrd. Euro Umsatz, rund 40.000 Beschäftigte) und noch vor dem Gastgewerbe (2022: 3,1 Mrd. Euro Umsatz, rund 75.000 Beschäftigte).


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