Jugendmedientage: ein Märchenland für den Mediennachwuchs

naf_MedientourMDR_Sachsenspiegel-Studio

Besuch im MDR-Fernsehstudio.

30 Workshops, fünf Medientouren, 21 Erzählcafés. Dazu drei Podien, das Medientage-Kino, Abschlussparty mit Band und Silent Disco. Vom 27. bis 30.10.2016 lockte dies und mehr etwa 300 junge Menschen aus ganz Deutschland, aber auch Österreich und Polen in die Dresdner Messe zu den Jugendmedientagen 2016.

"Ich hatte null Erwartungen und bin auch nach Dresden gekommen, um Vorurteile aufzuarbeiten", erzählt Louisa Martens. Die 22-Jährige hat einen eigenen YouTube-Kanal, arbeitet mit Flüchtlingen und für Radio Okerwelle in Braunschweig.

Einblicke bei Medientouren

naf_MedientourMDR_Hoerfunkstudio

Besichtigung in einem Radio-Studio des MDR Sachsen.

Leonard Kühlewind ist neben den eigenen Erfahrungen genau dies wichtig: dass Jugendliche sehen können, dass Dresden und Sachsen nicht unbedingt dem Bild in den Medien entsprechen. Der 17-jährige Schüler eines Leipziger Gymnasiums war als Vertreter des Landesschülerrates Sachsen auf den Medientagen unterwegs.

Bei sogenannten Medientouren konnten sich die Teilnehmer auch einen Einblick in regionale Medienhäuser verschaffen. André Oswald, langjähriger Redakteur und Chef vom Dienst im MDR Landesfunkhaus Sachsen, geht es vor allem darum, das klassische Medienverständnis bei der Jugend aufzubrechen, die derzeitigen Entwicklungen aufzuzeigen, den Wandel nahezubringen. Dementsprechend durften die jungen Leute das virtuelle Studio des Sachsenspiegels erkunden.

Grundlagen und moderne Formen

Auch Riza-Rocco Avsar, Filmemacher und Dozent bei der Axel-Springer-Akademie, will seinen Workshop-Teilnehmern modernen Journalismus näherbringen. In seinem Fall bedeutet das Videojournalismus mit dem Smartphone. "Ich habe Spaß daran, mein Wissen weiterzugeben und zu sehen, was möglich ist mit Mobile Reporting", sagt er. Doch nicht nur diese modernen Formen wurden bei den Jugendmedientagen thematisiert, sondern auch Grundlagen vermittelt - und das mitunter von namhaften Vertretern der Presse wie dpa-Sprecher Chris Melzer oder bento-Leiterin Frauke Lüpke-Narberhaus.

naf_Podium3_360GradFür die Macher der Jugendmedientage gab es demnach viele Highlights. "Hubertus Koch, der die Keynote gesprochen hat und im Auftaktpodium war, ist auf jeden Fall eines davon", erzählt Franziska Görner. Die 32-Jährige ist Projekt- und Pressekoordinatorin bei der Jugendpresse Deutschland, die den Medienkongress für junge Menschen jedes Jahr in einer anderen deutschen Stadt organisiert. Vor Ort kümmern sich das Stammteam und über 60 Ehrenamtliche um die Teilnehmer, bringen sie von der Turnhalle oder der Jugendherberge zur Messe oder zu den Medientouren, beantworten jede offene Frage, kümmern sich um die Versorgung und vieles mehr.

Das Motto der diesjährigen Jugendmedientage, "Medien- oder Märchenland", wurde indes nicht nur beim Auftakt von Hubertus Koch und seinen Podiumskollegen heiß diskutiert. "Mit dem Thema haben wir ins Schwarze getroffen. Es hat zur aktiven Diskussion und Reflexion angeregt", resümiert Franziska Görner.

Und apropos Märchen: Titanic-Chefredakteur Tim Wolff stellte in seinem Workshop schließlich auch die Frage: Was darf Satire?

Was er aber eigentlich wissen wollte: "Ich habe mich gefragt: Wie reagieren junge Menschen auf Satire? Kann man noch jemanden dafür begeistern? Gibt es überhaupt satirischen Nachwuchs?" Damit wird klar: Bei den Jugendmedientagen geht es vor allem auch darum, Kontakte zu knüpfen. Nadine Faust

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