Lesehinweis: Die Kommunikationsstrategie des Freistaat Sachsen zum Neonazi-Terror

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Lesehinweis: In der Ausgabe der "ZEIT" für Sachsen vom 8.1.2012 findet sich ein sehr lesenswerter Text von Prof. Wolfgang Donsbach zu der Frage, wie der Freistaat Sachsen kommunikativ mit den rechtsterroristischen Morden umgeht. Prof. Donsbach vergleicht dabei die Kommunikationsstrategien von Sachsen und Thüringen.

Zitat:

"Man gewinnt seit November den Eindruck, dass die beiden Länder sehr unterschiedliche Kommunikationsstrategien eingesetzt haben. Ihre Reaktionen und Aktionen können als Lehrstück für politisches Krisenhandeln dienen: mehr oder weniger gleiche Ausgangslage, aber sehr verschiedene politische Stimuli, die gesetzt werden. Dort in Thüringen der kommunikative und aktive Befreiungsschlag; hier in Sachsen eine eher beschwichtigende Kommunikation nach dem Motto: An Sachsen soll nichts hängen bleiben!"

Während die thüringische Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht sich bereits Mitte November 2011 mit einer Regierungserklärung zum Thema äußerte, reagierte die sächsische Staatsregierung nur sehr zöglich, wie Prof. Donsbach in seinem Text beschreibt. Am Ende kommt er zu einem sehr deutlichen Fazit:

"Zwei Ministerpräsidenten, zwei Kommunikationsstrategien. In der Sache sind sich beide wohl weitgehend einig. Tillich ist klug genug, zu wissen, dass (auch) Sachsen ein besonderes Problem hat. Auch er setzt, mit seinem Innenminister, Maßnahmen in Gang, die das Übel an der Wurzel packen sollen. Aber ein großer Akt symbolischer Politik, der die breite Mitte der Gesellschaft aufrüttelt und einen Bewusstseinsprozess in Gang setzt, steht in Sachsen noch aus."

Der Text in der "ZEIT" trägt den Titel: "Gehen wir in die Offensive!"

1 Kommentar
  • Kurt
    Januar 18, 2012

    Vielen Dank für den Hinweis auf diesen Artikel.
    Des Professor Donsbach sein Drang nach dem "großen Akt symbolischer Politik, der die breite Mitte der Gesellschaft aufrüttelt und einen Bewusstseinsprozess in Gang setzt" ist ja schon notorisch zu nennen. [seufz, augenroll]
    Wir warten schon gespannt auf seinen nächsten offenen Brief. Diesmal nicht mit der Überschrift "Dresden wach auf" sondern "Sachsen erwache". Natürlich verunglimpft er in seinen offenen Briefen seine sächsischen Mitbürger nur symbolisch, "um einen Bewußtseinsprozess in Gang zu setzen".

    Könnten Sie den Prof.Donsbach vielleicht mal darauf hinweisen, daß Symbolpolitik bei den meisten Sachsen immer noch als das wahrgenommen wird, was es ist - hohler Aktionismus. Das tapfere Schneiderlein der Dresdner Politszene kommt mit seinen Wünschen nach Symbolpolitik 40 Jahre zu spät oder 40 Jahre zu früh.
    Es wäre viel verdienstvoller, wenn sich Experten wie er mit der Kommunikation der Straftaten der NSU auseinandersetzen würden. Was uns da an "sollen" möglicherweise" "eventuell" "höchstwahrscheinlich" "könnte" kommuniziert wurde,und was wir widerspruchslos zu schlucken hatten, geht ja auf keine Kuhhaut.
    Aber solche Analysen sind anstrengend und nicht symbolträchtig.

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