Sächsischer Landtag: AfD-Anfrage zu ARD und ZDF mit 630 Fragen; #AFDFragen wird zum Meme

Lesehinweis: Ein ziemlich ungewöhnlicher Vorgang: Eine große Anfrage der AfD-Fraktion des Sächsischen Landtags zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk umfasst 630 Fragen. Das berichtet Übermedien.de.

Die Anfrage ist eines der wichtigsten Instrumente der Oppositionsarbeit im Landtag - die Staatsregierung ist verpflichtet, die Fragen "unverzüglich und vollständig" zu beantworten (Quelle: Sächsischer Landtag).

Übermedien.de hat sich den Fragenkatalog näher angeschaut und eine ganze Reihe Fragen gefunden, die man sich mit einer einfachen Google-Suche hätte selbst beantworten können. Auch erkennt der Autor in der Anfrage eine deutliche Tendenz.

Er kommt zu dem Schluss:

"Das Ärgerliche an dieser Großen Anfrage ist, wie sie gestellt wurde. Wer wirklich eine Debatte führen will, fragt nicht Basiswissen ab, das längst öffentlich ist. Wer 630 Fragen stellt, noch dazu solche, will nicht debattieren, sondern den Staatsapparat mit Querulantentum ärgern. Wie viele Referate der Verwaltung, wie viele Pressestellen in den Sendern mit den Fragen wie lange zu tun haben werden, ist noch nicht zu sagen."

Der Beitrag bei Übermedien trägt den Titel: "Alles, was die AfD immer schon mal über ARD und ZDF wissen wollte"

Nachtrag 20.29 Uhr: Kommt gerade als Hinweis aus der Leserschaft: Der Vorgang ist zum Meme geworden. Inzwischen finden sich unter dem Hashtag #AFDFragen dutzende von albernen Fragen wie "Warum wird in 'Heute' das Wetter von morgen ausgestrahlt" oder "Warum behauptet die Lügenpresse, die Tage würden wieder kürzer, wo doch jeder Tag nachweislich (!) 24 Stunden dauert?"

Hier klicken: #AFDFragen

10 Kommentare
  • Sabine
    November 23, 2016

    Und was ist das Problem jetzt? Hätten es die Grünen oder Die Linke gemacht hätte Ihr es nicht berichtet. Das zeigt wie politisch diese Seite eingestellt ist.

  • owy
    November 23, 2016

    @Sabine Der Vorgang ist sehr ungewöhnlich. Und doch, da hätten wir selbstverständlich auch berichtet.

    Der jammernde Opfer-Mythos funktioniert in dem Fall sicher nicht.

  • Peter Müller
    November 24, 2016

    Die Fragen nach Basiswissen dienen eher der Erklärung der Folgefragen und lassen sich leicht beantworten. Da braucht es keine große Mehrarbeit im Ministerium.

    Solange die unsoziale Zwangsabgabe erhoben wird, kann gar nicht oft genug nachgefragt werden. Es ist gut, dass sich endlich eine Partei gefunden hat, die das in Angriff nimmt!

  • Max
    November 24, 2016

    owy den jammernden Opfer Mythos erfüllen Sie mit diesem Artikel !

  • Dieter Meyer
    November 24, 2016

    Aus dieser Ecke kommt nur Hass und Häme. Wenn man versucht, die AfD zu ignorieren, zu verteufeln, als Nazis zu beschimpfen, zu isolieren, auszugrenzen - dann muss man sich nicht wundern, wenn sie ihren eigenen Weg geht.

    ARD und ZDF sind von den Altparteien gesteuert, ebenso wie fast alle Printmedien; siehe allein der Einfluss der SPD hier.
    Es ist inzwischen doch so, dass man bei jeder Sendung hinterfragen muss, wer diese Journalisten steuert. Man kann förmlich dran fühlen, wie passend der Beitrag nach Art und Umfang die aktuelle Regierungsmeinung unterstützt. Gelenkt und gesteuert. Z.B. Schwule, Lesben und Flüchtlinge schön untergebracht in Dokus, Krimis usw. Fehlt nur noch das hochgehaltene Flüchtlingskind mit großen weinenden Kulleraugen. Unerwünschte Berichterstattung hat für die vielen angeblich " Freien Journalisten " die Konsequenz, dass sie keine Aufträge mehr bekämen. Ende aus.

  • owy
    November 24, 2016

    @Max Ich jammere nicht. Warum sollte ich? Ich dokumentiere nur Vorgänge.

  • owy
    November 24, 2016

    @Dieter Meier

    "Aus dieser Ecke kommt nur Hass und Häme. Wenn man versucht, die AfD zu ignorieren, zu verteufeln, als Nazis zu beschimpfen, zu isolieren, auszugrenzen - dann muss man sich nicht wundern, wenn sie ihren eigenen Weg geht."

    Da schließe ich mich an. Eine sachliche Auseinandersetzung mit den Positionen halte ich für dringend geboten. Immer auf der Basis bestimmter Grundnormen:

    Wenn Sie es zum Beispiel ablehnen, dass Schwule, Lesben und Flüchtlinge im Fernsehen zu sehen sind, haben wir schon ein Problem - ich bin nicht der Meinung, dass man die Realität dahingehend verbiegen sollte, dass schwul- oder lesbisch sein etwas ist, was nicht gezeigt werden darf. Das wäre wahre Lügenpresse!

    "Es ist inzwischen doch so, dass man bei jeder Sendung hinterfragen muss, wer diese Journalisten steuert."

    Es gibt politische Einflüsse, keine Frage, und es gibt auch eine irgendwie gearteten Gleichklang bei Interpretationen von Journalisten bei bestimmten Vorgängen, vollkommen richtig. Aber von gesteuerten Medien zu sprechen, zeugt von großer Unkenntnis über Entscheidungsabläufe in Medienhäusern.

    "Unerwünschte Berichterstattung hat für die vielen angeblich 'Freien Journalisten' die Konsequenz, dass sie keine Aufträge mehr bekämen. Ende aus."

    Auch das ist eine nicht korrekte Verknappung der Wirklichkeit: Zunächst gibt es einen Haufen alternativer Verdienstmöglichkeiten für Medienschaffende, wenn sie sich mit Ihrer Redaktion überwerfen. Schließlich ist es so, dass jeder "Journalist", der sich ungerecht behandelt fühlt, das öffentlich thematisieren kann, zum Beispiel in einem Blog - und bei der großen Freude von Medien wie auch Parteien zu skandalisieren, kann man sich heutzutage sicher sein, dass sowas auffliegt.

  • RM
    November 25, 2016

    Ganz gleich, WER die Anfrage stellt: Gut, DASS sie endlich gestellt wird.
    Die Anfrage ähnelt zwar einer DOS-Attacke, stellt aber so wenigstens sicher, dass die Positionen in der Antwort noch einmal eindeutig festgelegt werden müssen.

    Der Versuch, eine solche Anftrage - und ich wiederhole: Gleich, wer sie stellt - in's Lächerliche zu ziehen, ist kindisch und zeigt, dass wir längst in einem Land leben, in dem es nur noch darum geht, zu irgendeiner Peer-Group zu gehören und sich die Welt mit postfaktischen "Überzeugungen" (sprich: Bildern) und fern jeder kritischen Analytik zurechtzuschnitzen. Mit einem Wort: In einer kleinbürgerlichen Kinderwelt.
    Schon gar nicht geht um den politischen Dialog mit dem politischen Gegner. Was die Eigenwahrnehmung in der Regel schärft.
    Schärfen würde.

    Die gleiche Sorte Mensch, die mit Kritik so umgeht, hat sich zu Goebbels höchstem Erstaunen nach 1933 in rasender Geschwindigkeit selbst gleichgeschaltet. Aus denselben Gründen. Kennzeichen: Opportunismus.

  • Infiltrant
    November 25, 2016

    Es gibt wieder eine ganze Menge Kommentare zur großen Anfrage. Ich interessiere mich für Medienpolitik. Heute erfahre ich das erste mal von der Großen Anfrage der AfD aus der Presse, ich hatte noch nicht einmal gelegenheit die Anfrage zu lesen. Das ganze Netz soll aber angeblich schon alles wissen und sich eine eindeutige Meinung gebildet haben. Das vermitteln mir auch alle Kommentoren bereits deutlich in der Schlagzeile und nehmen mir dadurch die Last von den Schultern mir selbst ein Urteil bilden zu müssen. Das ist der Journalismus den ich mir wünsche.

    Es gibt keinen einzigen neutralen Bericht über die große Anfrage scheint mir. Dafür gibt es Kommentare über Kommentare in zahlreichen Tageszeitungen. Meinungen von Journalisten, die kein Interesse an dem Thema haben und für die diese Anfrage mal wieder eine schöne Gelegenheit ist, auf der AfD herumzuprügeln.
    Das bringt sicher Quote und Werbeeinnahmen.

    Manche Kritik mag ja berechtigt sein, aber warum hackt ihr nur destruktiv auf der AfD herum, statt selbst konstruktiv bessere Fragen zu stellen? Es ist nicht nur die Aufgabe der Opposition kritische Fragen an die Regierung zu stellen, Es ist auch eure verdammte Aufgabe!

    Es ist genau so eure Aufgabe als Journalisten, Medien, also euch selbst in Frage zu stellen und die Rolle die die Staatregierung im ÖRR spielt.

    Bislang habe ich keinen einzigen Artikel von euch entdeckt, in dem ihr versucht, die besseren Fragen aus der Anfrage herauszufiltern und diese mit Menschen zu erörtern die das Thema tiefgründig unter die Lupe nehmen können und wollen.

    Das der ÖRR über ihn betreffende Belange nicht berichtet, ist nichts Neues. Das ist bestimmt gelebte politische Unabhängigkeit.

  • Infiltrant
    November 25, 2016

    Ich möchte mich korrigieren. Ich habe tatsächlich gerade einen journalistisch neutralen Artikel von Ine Dippmann auf der Seite des MDR gefunden.

    http://www.mdr.de/nachrichten/politik/regional/reaktionen-auf-afd-fragenkatalog-sachsen-100.html

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