„Hetzjagd“-Petition: Schwerhoffs Antwort auf die Antwort

Nachdem wir vorhin die ausführliche Antwort von Prof. Patzelt (FLURFUNK vom 21.9.2018: "Diskussion um 'Hetzjagd'-Petition: Prof. Patzelt antwortet ausführlich") auf den offenen Brief von Prof. Schwerhoff (FLURFUNK vom 13.9.2018: "Reaktion auf die 'Hetzjagd'-Petition: Offener Brief an Prof. Patzelt")  dokumentiert haben, haben wir auch eine weitere Antwort von Prof. Schwerhoff erhalten.

Den usprünglichen offenen Brief von Prof. Schwerhoff hatten wir hier im Blog erstmals öffentlich gemacht. Dieses Mal hat Prof. Schwerhoff den Brief direkt auch auf der Seite seines Instituts veröffentlicht.

Wir zitieren hier ausgewählte Passagen, der komplette Brief ist am Ende unseres Beitrags verlinkt.

Zitat aus Schwerhoffs Antwort auf die Antwort:

"Eine 'Skandalinszenierung' sehe ich mithin in der Petition und ihrer Rahmung, nicht in meiner Interpretation. Diese Inszenierung lässt sich kaum mit Hinweis auf Ihr vielfach unter Beweis gestelltes Eintreten für die plurale Demokratie unsichtbar machen, ebenso wenig, wie jahrzehntelanges unfallfreies Fahren vor einem Bußgeld bei Geschwindigkeitsüberschreitung schützt."

Und weiter:

"Die Petition aber insinuiert, die Regierung habe – falls es nicht noch bislang unbekanntes Videomaterial gebe – gelogen. Diese Semantik des 'wahr' und 'falsch' bzw. 'lügnerisch' erschien und erscheint mir agitatorisch, und das erst recht im Kontext des Goebbels-Bildes und der 'Lügenspiralen'-Graphik. Ihre Ausführungen in dieser Hinsicht sind einigermaßen spitzfindig. Zitat: 'Hätte ich mich je mit der Kombination von Hintergrundbild, Theoriegrafik und Aufruf identifiziert, würde ich mich jetzt von ihr distanzieren.' Verwunderlich scheint mir die Verwunderung eines öffentlichen Intellektuellen darüber, für das Gesamterscheinungsbild einer von Ihnen gezeichneten Petition in Mithaftung genommen zu werden, auch und gerade mit Blick auf die dubiosen Mitinitiatoren."

Der vollständige Brief von Prof Schwerhoff vom 20.9.2018 ist hier zu finden: "Debatten um die "Hetzjagd"-Petition".

1 Kommentar
  • Peter Kaiser
    September 23, 2018

    Werner Patzelt hat in seiner Replik auf Gerd Schwerhoff darauf verwiesen, nicht er sei für die „Lügenspirale“ verantwortlich, sondern Michael Klein, und verlinkt einen Text auf ScienceFiles vom Juni 2018: https://sciencefiles.org/2018/06/05/die-lugenspirale-wie-die-politische-diffamierungsindustrie-funktioniert/

    In diesem Text ist u.a. zu lesen, dass Michael Klein die Ausweisung politischer Gegner für diskutabel hält, „damit in Deutschland ein politischer Diskurs frei vom linken Hass, der ihn beherrscht, geführt werden kann“.

    Auch in anderen Texten auf ScienceFiles präsentiert sich Mchael Klein nicht gerade als Anhänger einer pluralistischen Demokratie, als deren Anwalt sich Werner Patzelt versteht.
    So sind für Michael Klein Aussagen von Eva von Redecker, Humboldt-Universität, Berlin, und Staatsministerin Monika Grütters, CDU, ein Fall für die Psychiatrie. Die Auseinandersetzung mit Monika Grütters steht unter der Überschrift: „CDU lässt demokratische Maske fallen“.
    Feminismus und Linksextremismus sind für ihn eine „psychische Störung“ bzw. „eine Erkrankung des Geistes“, im Fall des Feminismus plädiert er dafür, die WHO solle ihn „endlich als psychische Krankheit anerkennen“.

    Andersdenkende zu pathologisieren, ist ein Merkmal autoritärer Regime, das 20 Jahrhundert liefert dafür hinreichend Anschauungsmaterial. Man muss sich schon fragen, was Werner Patzelt veranlasst hat, sich solche Mitstreiter auszusuchen. Ihre Position ist ihm jedenfalls nicht unbekannt, wie aus seiner Replik hervorgeht, wenn er schreibt, dass Michael Klein ihm „in den letzten Jahren immer wieder Links zu Ausarbeitungen auf jenem Blog geschickt hatte“.

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