Jetzt auch im Netz: die „Morgenpost Dresden“

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Dresdner Morgenpost vom 13.12.2011

Dresdner Morgenpost vom 13.12.2011

Noch nicht einmal eine eigene Nachrichten-Homepage, dafür aber schon einen eigenen Youtube-Kanal - seit dem 12.12.2011 macht die "Morgenpost Dresden" erste vorsichtige Schritte Richtung Web 2.0. Doch statt mit der Pflicht anzufangen und ein eigenes Homepageangebot zu schaffen, versucht man sich gleich an der Kür und wirkt dabei fast ein bisschen hilflos.

Da die "Morgenpost Dresden" weder bei Twitter, noch bei Facebook oder anderen sozialen Netzwerken vertreten ist, blieb nur die Möglichkeit seinen Vorstoß Richtung Internet in der eigenen Ausgabe zu verbreiten - zum Beispiel am 13.12.2011 (siehe Bildausschnitt). Immerhin - 2.200 User verirrten sich auf die Seite. Wahrscheinlich liegt das aber auch nur einfach am hochgeladenen Video: Uwe Steimle, das heimliche Sprachrohr der "Dresdner Morgenpost", philosophiert über das "Klo-Kino" an der Seestraße.

Zugegeben: ein Griff ins Klos (und das hat nicht was mit dem gezeigten Video zu tun). Wie peinlich die beiden Videos wirken, hat bereits der Blogkollege Frank in seinem Blog "Franks gesammeltes Halbwissen" sehr treffend beschrieben. Liebe Morgenpost-Kollegen - so sammelt man keine Fans, so macht man sich höchstens über euch lustig!

Bis auf die beiden Steimle-Videos ist auf dem Youtube-Kanal auch noch nix weiter passiert - auch der Sinn und Zweck erschließt sich nicht richtig. Ist Uwe Steimle jetzt der neue Mopo-Youtube-Star? Wenn dem wirklich so wäre, können wir nur hoffen, dass es bei diesem einmaligen Web2.0-Ausrutscher bleibt und der Kanal ganz schnell in Vergessenheit gerät.

Dass man sich mit diesem Medium nicht wirklich auskennt, verrät auch die Optik und die Aufbereitung. Wer andere Youtube-Kanäle kennt, weiß, was möglich ist. Dies sieht leider nur nach schnell zusammengeschustert aus. Wenigstens waren die Mopo-Kollegen so clever, auf ihr epaper-Angebot zu verlinken.

Ja, das gibt's! Der Online-Kiosk "Pupples" ist ein Angebot von Gruner+Jahr, zum auch die "Sächsische Zeitung" und die "Morgenpost Sachsen" gehören. Hier kann man die Einzelausgaben online käuflich erwerben. Fragt sich nur, wer die Mopo online überhaupt liest, wenn eine Tageszeitung mit einem eigenen Angebot überhaupt nicht im Netz vertreten ist. Bisher hat man von Verlagsseite offenbar keine Notwendigkeit gesehen, vielmehr wollte man sich wohl auf die eigentliche Stärke der Printausgabe konzentrieren. Ob das so clever ist in Zeiten stets sinkender Auflagenzahlen, steht auf einem anderen Blatt.

Trotzdem hat auch schon die "Morgenpost Dresden" 'heimlich' versucht, mit dem Internet ein bisschen Geld zu dienen. Da dies anscheinend mit einem Nachichtenportal momentan nicht möglich ist, hat man sich auf eine andere Branche spezialisiert: dem Erotikmarkt. Nach dem Motto "Sex verkauft sich immer"  bertreibt die "Morgenpost Sachsen" das Portal "www.sachsen-kontakte.de" (Achtung, nur Besucher über 18 dürfen jetzt auf den Link klicken!). Verrückt!

Noch verrückter: Wenn man bei Google "Dresdner Morgenpost" eingibt, spuckt Google als erstes Ergebnis die "Dresdner Neuste Nachrichten" aus. Erst auf Platz sieben gelangt man auf die Aboservice-Seite der Mopo. Und beim Suchbegriff "Morgenpost Dresden" sieht's ähnlich finster aus.

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