„Hetzjagd“-Petition: Patzelts Antwort auf Gerd Schwerhoff

Am Donnerstag dokumentierten wir in unserem Blog einen offenen Brief von Profressor Gerd Schwerhoff an Professor Werner Patzelt (vgl. FLURFUNK vom 13.9.2018: "Reaktion auf die 'Hetzjagd'-Petition: Offener Brief an Prof. Patzelt").

Hintergrund war die Petition, die Professor Patzelt unterstützt und in der die Bundeskanzlerin aufgefordert wird, die Herkunft des von ihr verwendeten Begriffes "Hetzjagd" für die Vorkommnisse in Chemnitz zu erklären.

Die Mit-Petenten von Prof. Patzelt hatten wir vorher in einem Beitrag etwas näher beleuchtet und scharf kritisiert (vgl. FLURFUNK vom 9.9.2018: "Die seltsamen Verbündeten des Professor Patzelt").

Nun hat uns Professor Patzelt eine Antwort auf den offenen Brief von Gerd Schwerhoff übermittelt, die wir selbstverständlich hier auch publizieren:

Patzelts Antwort auf Gerd Schwerhoff

Sehr geehrter Herr Kollege,

zur im "Offenen Brief" vorgebrachten Kritik habe ich mich auf meinem Blog wjpatzelt.de längst ausführlich geäußert. Deshalb kann hier die Bemerkung…

3 Kommentare
  • n8worker
    September 16, 2018

    Eine Runde Mitleid für Prof Patzelt, bitte.

  • earendil
    September 16, 2018

    @Redaktion: Der erste Link im Text ist falsch.

    @Patzelt: Wo genau auf Ihrem Blog haben Sie sich mit der Kritik Ihres Kollegen Schwerhoff auseinandergesetzt? Ich kann dazu zumindest auf den ersten Blick nichts finden.

    Gefunden habe ich dort allerdings die Behauptung, es sei völlig abwegig anzunehmen, der dem Schaubild hinterlegte Goebbels sei als Vergleich zu Merkel gemeint. Was - um Herrn Schwerhoff zu zitieren - eine "Beleidigung der Intelligenz des Lesers" darstellt. Was soll der Goebbels denn wohl sonst dort, wo er doch die "Lügenspirale" bebildert(e) und Frau Merkel doch Teil dieser Lügenspirale sein soll? Und dass Goebbels von rechten Demagogen alle Nase lang als Vergleich zu Politikern und Journalisten herangezogen wird, ist dem Politikwissenschaftler Patzelt wohl auch entgangen? Ebenso, dass Ihre schöne Petition auf der stark rechtsgerichteten, wissenschaftsfeindlichen Propagandaschleuder "sciencefiles" erschien? Sie veröffentlichen zusammen mit rechten Agitatoren eine als Petition getarnte rechte Meinungsmache und wundern sich dann ernsthaft, dass Sie als rechter Agitator wahrgenommen werden?

    Ansonsten wieder die alte Leier davon, die Sorgen der Bürger ernstzunehmen. Gewiss, aber... Wissen Sie, ich bin Ostdeutscher und kenne so einige "besorgte Bürger", manche davon habe ich sogar sehr gern. Nein, diese Leute sind keine Nazis und mögen tatsächliche Nazis auch nicht besonders. Aber es sind Rassisten. Der Kern ihrer Sorgen ist ganz banal: Die wollen in ihrer Umgebung keine Leute, "die anders sind als wir", "die nicht zu uns passen". (Bisschen intellektueller ausgedrückt: die "kulturfremd" sind.) Darum geht es - diese Leute treibt nicht die Sorge um den Arbeitsplatz oder den Lehrermangel um (dergleichen mag allenfalls als Verstärker dienen), sondern der Anblick von Männern mit dunkler Hautfarbe und Frauen mit Kopftüchern. Alles andere, also die Zuschreibung aller möglicher schlechter Eigenschaften oder die Sorge vor Kriminalität, ist nur Bebilderung dieser Sehnsucht nach ethnisch-kultureller Homogenität. Auch die Wut auf linke und bürgerliche Politiker und die Medien leitet sich davon ab: Die Politiker lassen so viele "von denen" herein, und die Medien berichten darüber nicht negativ genug.

    Natürlich muss man solche "Sorgen", sprich solchen Rassismus, ernst nehmen. Aber wenn man das tut, indem man auf ihre Forderungen eingeht, zerstört man die pluralistische Gesellschaft, zu der die Berliner Republik geworden ist (und die zweifellos ein besseres Deutschland darstellt als alles, was davor war). Stattdessen muss man Wege suchen, die "Besorgten" davon zu überzeugen, dass eine offene und pluralistische Gesellschaft letztlich besser ist als eine zwangsweise homogenisierte.

  • elljott
    September 18, 2018

    "Ebenso, dass Ihre schöne Petition auf der stark rechtsgerichteten, wissenschaftsfeindlichen Propagandaschleuder "sciencefiles" erschien?" ist eine "guilt by association fallacy".
    In Deutschland gilt der für gefährlicher der auf den Dreck hinweist, als der, der den Dreck macht.
    Schwerhoff jammert über die zugegeben überspitzte Symbolik und ignoriert die inhaltlichen Punkte Patzelts, die bislang unwiderlegt sind - ganz im Gegensatz zu den Aussagen Merkels zu Chemnitz. Wer Menschenjagt und Hass sehen will, der braucht nur in den Hambacher Forst zu schauen, wo die Umwelt-Terroristen Journalisten und Polizei angreifen und hetzen.
    Aber Maaßen wird Ketzer geschimpft und umbesetzt.
    Wer die Wahrheit sagt, braucht eben ein schnelles Pferd.
    Mir graut vor einem Nachfolger von Merkels Gnaden.
    Der Spalt durch die Bevölkerungsmitte wird so nur noch weiter vorangetrieben.
    Es ist die blanke Unvernunft...

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