Donsbach: „Journalismus in der Vertrauenskrise“

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"Entzauberung eines Berufs - was die Deutschen vom Journalismus erwarten und wie sie enttäuscht werden" ist der Titel des neuen Buchs von Prof. Wolfgang Donsbach. Gemeinsam mit einem Autorenteam hat der Professor vom Institut für Kommunikationswissenschaft (IfK) der TU Dresden das Vertrauen der Deutschen in den Beruf des Journalismus untersucht.

Die Ergebnisse sind ernüchternd: "Lediglich 35 Prozent glauben an die Integrität des Berufsstands", zitiert etwa der Mediendienst meedia.de die Pressemitteilung.

Weiter heißt es dort: "Die Befragten kritisierten vor allem die mangelnde Objektivität, insbesondere des politischen Journalismus. Darüber hinaus zeigte sich, dass die Grenze zwischen Journalismus und PR-Veröffentlichungen weniger deutlich wahrgenommen wird. So verwundert es nicht, dass viele Bürger Journalisten für käuflich halten."

Donsbach macht laut Meedia außerdem auch Blogs mit dafür verantwortlich, dass Journalismus nicht mehr trennscharf von anderen Veröffentlichungen zu unterscheiden sei. Dauerhaft helfe da nur eine Professionalisierung des Journalismus.

Die Mitteilung zur Veröffentlichung hat einige weitere Berichte nach sich gezogen.

Presseclub Dresden-Mitglieder kannten einen Teil der Ergebnisse übrigens schon viel früher: Im Rahmen unserer Reihe "Vorstellung von IfK-Forschungsergebnissen" hatten bereits im November 2008 zwei Mit-Autoren der Studie Presseclub-Mitgliedern exklusive Einblicke in die Ergebnisse gegeben.

Donsbach, Wolfgang; Rentsch, Mathias; Schielicke, Anna-Maria; Degen, Sandra: Entzauberung eines Berufs. Was die Deutschen vom Journalismus erwarten und wie sie enttäuscht werden. Konstanz: UVK Medien.

1 Kommentar
  • Aktiv Rauchfrei
    November 9, 2009

    So wie sich einige Journalisten verhalten ist es kein Wunder, dass der gesamte Berufsstand darunter leiden muss. Der Artikel "Unabhängige Journalisten lassen sich nicht kaufen" auf der o.g. Website ist ein Beispiel dafür, wie sich Journalisten ganz subtil in Abhängigkeiten hinein manövrieren.

    Es ist nur bedauerlich, dass es entweder nur sehr wenige Journalisten gibt, die sich derartigen Beeinflussungsversuchen widersetzen (wie zum Beispiel Hans Leyendecker von der Süddeutschen Zeitung), oder die integren Journalisten (falls es davon eine Mehrheit gibt) versäumen es, sich entsprechend von den Machenschaften ihrer Kollegen zu distanzieren, um weiteren Schaden von ihrem Berufsstand abzuwehren.

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