Dresdens Medien in sozialen Netzwerken: Coloradio bei Facebook an der Spitze

Vor einem halben Jahr titelten wir hier bei Flurfunk Dresden, die lokal ansässigen Medien seien in sozialen Netzwerken noch in den Kinderschuhen. Heute, sechs Monate später, stellen wir die Frage: Was hat sich seitdem verändert? Haben Print, Hörfunk und Co. den Sprung in die Oberstufe geschafft? Wer ist davon gesprintet und wer hinkt immer noch hinterher? Eine kurze Flurfunk-Analyse auf Basis der Fan-, bzw. Followerzahlen bei Facebook und Twitter.

Der positive Aufwärtstrend ist zunächst bei beiden Netzwerken deutlich zu erkennen. Auch wenn die meisten Sprünge eher nicht astronomischen Ausmaßes sind, ist die Zahl der Follower bei Twitter im Durchschnitt immerhin um 84% gestiegen. Deutlich verbesserten sich dabei Dresdeneins.tv, das seine Followerzahl vervierfachen und das Campusradio, das diese immerhin verdreifachen konnte. Ebenfalls positiv fällt auf, dass sich, bis auf eine Ausnahme, keines der untersuchten Medien in seinen Nutzerzahlen verschlechtert hat. Nur das studentische Internetfernsehen kopflicht.tv musste an Facebook-Präsenz einbüsen.

Dabei hat gerade Facebook enorm an Bedeutung gewonnen. So nimmt Facebook bereits im Januar 2011 mithilfe seiner Mitglieder die 15 Millionen-Hürde. Im direkten Vergleich liegt Twitter da mit seinen geschätzten 460.000 aktiven Zwitscherern weit zurück. Wie viele Twitterer davon auf Dresden fallen, ist nicht bekannt. Was bekannt ist, sind hingegen die immerhin über 118.000 in Dresden gemeldeten Facebook-Accounts. Die Zahl der hiesigen Facebook-Gemeinde hat sich damit innerhalb der letzten sechs Monate knapp verdoppelt. Dafür spricht auch, dass sich die Fanzahl der Dresdner Medienseiten durchschnittlich um 140% gesteigert hat. Wer also seine Facebook-Gemeinschaft innerhalb des letzten halben Jahres nicht mindestens verdoppelt hat, hat wohl was falsch gemacht.

Die zahlenmäßig größte Facebook-Gemeinde hat Coloradio und verweist damit sogar "SZ" und "Bild" auf ihre Plätze. Der Sender betreibt sowohl eine Fan- als auch eine Freundesseite und wartet mit insgesamt 3.680 Nutzern auf. Dieses Ergebnis stellt allerdings auch die Ernsthaftigkeit sogenannter "Facebook-Freundschaften" in Frage. Anders lässt es sich nicht erklären, dass Dresdens freies Radio immer noch händeringend nach FöderInnen sucht, die für den Erhalt des Senders spenden. An der Spendenaktion "5 mal 200" beteiligten sich bislang nur 56 Geldgeber – 200 Spender wären hingegen nötig, um die monatlichen Sende- und Leitungskosten zu decken. Doch sollte es bei über 3.000 Freunden nicht ein Kinderspiel sein, die restlichen 144 zu mobilisieren?

Treuere Fans hat da das Dresdner Stadtmagazin "SAX". Es gehört zu den (wenigen)großen Gewinnern des Social Media-Wettrennens. Innerhalb von sechs Monaten hat es "SAX" geschafft, seinen Facebook-Fananteil fast zu verzehnfachen. Damit hängt es Wettbewerber "PRINZ-Dresden" klar ab, der seine Facebook-Community nicht einmal um die Hälfte erweitern konnte. Das magere Plus von 16% bei den Twitter-Followern geht mit diesem Ergebnis Hand in Hand. Eine eher lauwarme Entwicklung, wenn man bedenkt, dass „PRINZ“ vor einem halben Jahr noch Spitzenreiter unter den Veranstaltungs- und Stadtmagazinen war.

Die "CAZ“ hat bei den Campuszeitschriften nach wie vor die Nase gegenüber Konkurrent "Ad Rem“ vorn. Beide Facebook-Gemeinden wachsen zwar ungefähr gleich schnell, die der "CAZ“ allerdings mit einem Vorsprung von 10%. Tendenz steigend. Dafür aber, dass es sich um studentische Medien handelt und die TU Dresden über 36.000 immatrikulierte Studierende vorzuweisen hat, sind beide Ergebnisse definitiv noch ausbaufähig. Ebenfalls erwähnenswert in diesem Wetteifern um mediale Aufmerksamkeit ist, dass die “CAZ” zwar nur über einen sehr schwach wachsenden Twitter-Account verfügt. Aber immerhin, sie twittert. Wettbewerber “Ad Rem” verzichtet nach wie vor auf die Zwitscherei und somit vielleicht auch auf eine Möglichkeit die Leser, abseits vom gedruckten Papier, direkt anzusprechen.*

Zu den eindeutigeren Gewinnern gehört Radio Dresden. Die Zahl der Fans ist im letzten halben Jahr sprunghaft von überschaubaren 67 auf insgesamt 1.071 Fans angewachsen. Dafür gibt es tagesaktuelle Dresden-News und Infos zu den neusten Gewinnspielen. Freiwilliger Verlierer ist hingegen Dresden Fernsehen. Zwar hat der Lokalsender immer noch die größte Twitterreichweite. Die Wachstumsrate liegt mit gerade mal 27% allerdings weit unter dem Dresdner Durchschnitt. Auf das Wagnis, Neuland zu erkunden, lässt sich Dresden Fernsehen aber auch nicht ein. Eine offizielle Facebook-Seite sucht man vergebens. Alles was man findet, ist der Link auf einen Wikipedia-Artikel. Bei diesem haben sich dann immerhin 30 Leute erbarmt, auf den "Like"-Button zu klicken. Schade eigentlich, sprechen doch die Twitter-Zahlen für einen möglichen Facebook-Erfolg.

Die im Beitrag verwendeten Daten finden Sie in der unten abgebildeten Tabelle. Stand aller Zahlen ist der 14.2.2011. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Stephanie Teistler

*Absatz nachträglich am 20.1.2011 geändet; wegen eines Zahlendrehers war der Inhalt des nun gänderten Abschnitts nicht mehr wahrheitsgemäß

Dresdner Print-Medien bei Facebook und Twitter

Facebook-FansVeränderung
Twitter-FollowerVeränderung
Bild Dresden1972190%553137%
Dresden Inside74743%14971%
Dresdner Kulturmagazin276153%19551%
DNN753106%913111%
Port01 Dresden1526238%47022%
PRINZ Dresden85648%62516%
Pulstreiber34857%31625%
Sächsische Zeitung134 2914*134%147140%
SAX823 1642*823%624128%

*Korrektur vom 18.2.2011

Dresdner Hörfunk- und Fernseh-Medien bei Facebook und Twitter


Facebook-FansVeränderung
Twitter-FollowerVeränderung
coloradio3231130%71658%
Dresdeneins.tv131191%168331%
Dresdner Fernsehen301400%154527%
Radio Dresden 103.510631487%67544%

Dresdner Campus-Medien bei Facebook und Twitter


Facebook-FansVeränderung
Twitter-FollowerVeränderung
Ad Rem17641%
CAZ27649% 712%12015%
Campusradio Dresden107214% -42%217210%
Kopflicht.tv35-40%1958%
31 Kommentare
  • owy
    Februar 18, 2011

    Nachtrag: Noch recht frisch bei den sozialen Netzwerken ist "Dresden Kompakt" mit 140 Facebook-Fans (http://www.facebook.com/DresdenKompakt) und 215 Twitter-Followern (http://twitter.com/dresdenkompakt). Nächstes Mal stehen die Zahlen dann auch in der Tabelle!

  • RalfLippold
    Februar 18, 2011

    ... ach ja Zahlen bestimmen das Leben ;-)

  • Steffen
    Februar 18, 2011

    Eine Profilseite ist nicht vergleichbar mit einer Fanpage. Deutlich wird das ja eigentlich sofort, wenn man mal bei Coloradio die Zahlen von Profil und Fanpage vergleicht. Von den 3277 Freunden sind erst 455 Fans. Mit einem Profil kann man leichter die Initiative ergreifen ohne gleich als Spammer zu agieren.
    Die Verbindung "so viele Freunde und doch so wenig zahlende Unterstützer" sehe ich allerdings nicht. Wenn das so einfach wäre, würde die Printbranche nicht so stöhnen. Ich denke, wenn du das an diesen Zahlen festmachen willst, ist das eher ein sehr guter Schnitt. Ich denke auch, dass du es viel eher noch am eigentlichen Medium festmachen musst. Die zahlenden Unterstützer werden wahrscheinlich zum Großteil noch über UKW hören oder es sogar an der allgemeinen Notwendigkeit festmachen und nicht, ob man mit Coloradio auf Facebook kommunizieren kann.

  • Horst
    Februar 18, 2011

    Die Zuwächse in Prozent machen meines Erachtens nach nicht so viel Sinn, gerade wenn man Angebote vergleicht, die eben erst gestartet sind mit 50-60 Fans mit denjenigen, die sich schon etabliert haben. + 1000% klingt zwar toll, sind dann im Endeffekt aber halt +1000 Follower, für jemanden der vorher nur 10 hatte, während ein Medium, das von 10.000 auf 11.000 steigt halt nur 10% zulegt....

    Da wären die Zuwächse in absoluten Zahlen denke ich sinnvoller um Gewinner/Verlier zu küren.

    Zwei Anmerkungen noch zu Schreibweisen: die Sender heißen "Dresden Fernsehen", sowie "Radio Dresden". Zudem meine ich mich zu erinnern, das die Radio-Kollegen geschätzte 500 Fans vor 6 Monaten hatten, da stimmt die Prozentzahl glaube ich nicht.

  • Steffen
    Februar 18, 2011

    Richtig sinnvoll wirds natürlich auch erst, wenn man so was wie die Konversationsrate messen kann. Vielleicht solltet ihr die Fanseiten einfach bei http://www.facemeter.de/ anmelden, da wird auch die "Faninteraktion" gemessen und angezeigt.

  • Torsten
    Februar 18, 2011

    wo habt ihr denn die online-medien versteckt? die spielen wohl für euch überhaupt keine rolle?

  • owy
    Februar 18, 2011

    @Torsten: Wen zählen Sie denn zu den Online-Medien für Dresden? Blogs im allgemeinen würde ich ungern vergleichen wollen mit Angeboten, die sich über die journalistische Arbeit finanzieren. Grundsätzlich sind wir einer Online-Liste gegenüber sehr aufgeschlossen - allein, es fehlt uns etwas an richtigen Medien. Oder täusche ich mich da?

  • Steffen
    Februar 18, 2011

    stimmt, in Leipzig fällt einem da sofort http://www.l-iz.de/ und dieses Onlineradio, dessen Name ich immer wieder vergesse, ein. Aber Dresden?

  • ste
    Februar 18, 2011

    @Horst: Gerade die Darstellung in absoluten Zahlen halte ich im genannten Beispiel nur für bedingt sinnvoll. Hinter einem Fanzuwachs von 1.000 Leuten kann zum einen ein "alter Hase" stecken, der vor einem halben Jahr bereits 10.000 Fans hatte. Dieser sollte sich dann aber Fragen, weshalb er es bei einer Verdopplung der Facebook-Nutzerzahlen in gesamt Dresden nicht geschafft hat, um mehr als 10% zu wachsen. Zumal sich solche gut laufenden Social-Media-Angebote viral verbreiten.

    Oder hinter der absoluten Zahl von 1.000 Neu-Fans steht ein Medium, dass vor sechs Monaten (wie in deinem Beispiel) als Neuling nur 10 Fans vorzuweisen hatte. Dann sprechen diese 1.000 Leute meines erachtens für eine wesentlich erfolgreichere Social-Media-Strategie.

    Dass wir im Artikel trotzdem die Relationen gewahrt haben, zeigt auch das Beispiel "Dresden Fernsehen". Mit einem Zuwachs von 1.400% haben wir den Sender bewusst nicht auf´s Social Media-Treppchen gehoben. Dahinter steht schließlich nur ein Mehr von 28 Personen.

    Wenn du trotzdem den Unterschied in absoluten Zahlen haben möchtest, kannst du dir gern die Tabelle vom 30.August 2010 anschauen: http://www.flurfunk-dresden.de/2010/08/30/dresdner-medien-in-sozialen-netzwerken/
    (Da stehen auch die Zahlen auf die ich mich bei "Radio Dresden" beziehe)

    Oder du rechnest sie aus: G=W/p*100 ;)

  • Birgel, Dirk
    Februar 18, 2011

    Traut Euch doch mal eine inhaltliche Bewertung zu. Fände ich spannend.

  • Konrad vom CampusRadio
    Februar 18, 2011

    Hallo allerseits,

    ein großes Dankeschön für die aufschlussreichen Stastiken :).
    Allerdings ist mir unklar, wie ihr beim CampusRadio bei den Facebook-Freunden auf -42% kommt. Welche Zahlen dienen denn da als Grundlage?

  • owy
    Februar 18, 2011

    Hallo Konrad, verdammt gute Frage...
    Grundlage sind die Zahlen hier: http://www.flurfunk-dresden.de/2010/09/03/caz-ad-rem-und-co-dresdens-uni-medien-in-sozialen-netzwerken/ Offenbar hat sich da ein Fehler eingeschlichen - Korrektur folgt zeitnah!

  • owy
    Februar 18, 2011

    @Dirk: Wir scheuen die viele Arbeit... und da liegen noch so viele andere Dinge auf dem Tisch...
    Wir gehen das Projekt demnächst an, wird auf unserer Facebook-Fanpage gerade auch schon gefordert.

  • Steffen
    Februar 18, 2011

    @Dirk Birgel: Letztens ging mir da was ganz schön auf den Wecker. http://bit.ly/fsmlgp … und ich würde mir wünschen, wenn man das erst nimmt.

  • Konrad vom CampusRadio
    Februar 18, 2011

    Ah ja, jetzt seh ich es. Anscheinend wurden für die neuen Zahlen der CAZ die alten vom Campusradio genommen und umgekehrt. Wahrscheinlich, weil die CAZ dieses mal in der Tabelle über dem Campusradio steht.

  • Birgel, Dirk
    Februar 18, 2011

    @Steffen Du hast das offenbar ernster genommen als die Leipziger und wir

  • Tino
    Februar 18, 2011

    Meinung hin, Meinung her - tolle Arbeit erst einmal und damit ein "Vielen Dank"! Das ist nämlich echt aufwendig, sowas, dass vergißt man manchmal. Prima!

  • Steffen
    Februar 18, 2011

    @Dirk: Gut, da spielen natürlich noch mehr Sachen mit rein, nicht nur diese Tweets auf die ich reagiert habe. Mal abgesehen davon, dass wir nicht über den Sinn von Klickstrecken reden brauchen, wünsche ich mir immer wieder, dass sich die Dresdner und die Leipziger besser ergänzen würden, nicht nur immer so über die kalte Schulter.

  • owy
    Februar 18, 2011

    @Steffen Das Webradio, das Du meinst, heißt http://detektor.fm Bei Leipzig fällt mir übrigens noch eher http://www.90elf.de/ ein als Web-Medium - ein ausgesprochen spannendes Projekt.
    In Dresden könnte man sicherlich http://www.musik-in-dresden.de/ sowie die zwei Neustadt-Blogs als reine Online-Medien (ohne Off-line-Anbindung) ansehen, dann vermutlich noch http://www.sputnik-dresden.de/ und uns, wenn man so will. Alle anderen Blogs, so gut sie auch geschrieben seien mögen, sind in meinen Augen eher nicht journalistisch angelegt. Oder übersehe ich jemanden?

  • Konrad vom CampusRadio
    Februar 20, 2011

    Cool, dass ihr die Zahlen korrigiert habt. So passt es. Nur eines passt jetzt nocht nicht so ganz, und zwar folgende Aussage:

    "Deutlich verbesserten sich dabei Dresdeneins.tv, das seine Followerzahl vervierfachen und das Campusradio, das diese immerhin verdreifachen konnte. Dafür gehört es neben kopflicht.tv zu den beiden studentischen Medien, die an Facebook-Präsenz einbüsen mussten."

  • Stefan Mothes
    Februar 21, 2011

    Wie definiert Flurfunkt eigentlich den Begriff "Dresdner Medien"? Wenn ein Telefonbuch (Dresden Kompakt) zu den Medien zählt, dann müsste auch untersucht werden, ob Flyerauslage-Displays, Anzeigenblätter und Litfaß-Säulen sich bei Facebook tummeln. Reden wir von journalistischen Medien würde ich den Rahmen etwas enger stecken, sonst verliert der Vergleich komplett an Struktur.

    Außerdem wundert mich, dass niemand auf folgenden Absatz Bezug nimmt (Thema Coloradio):
    "Dieses Ergebnis stellt allerdings auch die Ernsthaftigkeit sogenannter ´Facebook-Freundschaften´ in Frage. Anders lässt es sich nicht erklären, dass Dresdens freies Radio immer noch händeringend nach FöderInnen sucht, die für den Erhalt des Senders spenden. An der Spendenaktion ´5 mal 200´ beteiligten sich bislang nur 56 Geldgeber..."
    Im Grund genommen ist dies für mich die Kernaussage: Brüste dich nicht mit digitalen Freunden, denn "Gefällt mir" ist schnell gedrückt, aber echte Kundenbindung ist es bei weitem nicht. Oder was nützt es mir als käufliches Magazin (Beispiel), wenn ich irgendwann mehr Fans / Follower als Käufer / Abonnenten habe? Mit denen kann man soweit ich weiß, weder Druckkosten und noch Personal bezahlen...

    P.S. Aber insgesamt guter Beitrag, was man auch an der Fülle von Kommentaren erkennen kann.

  • Alice von coloRadio
    Februar 22, 2011

    da nehme ich mich mal des absatzes an, zu dessen auseinandersetzung mein vorredner anmahnt:
    “...wartet mit insgesamt 3.680 Nutzern auf. Dieses Ergebnis stellt allerdings auch die Ernsthaftigkeit sogenannter “Facebook-Freundschaften” in Frage.."
    wieso kann der autor des textes nicht einfach mal neidlos anerkennen, dass es echt viele sind, und muss die große anzahl der facebookfreunde abwerten?
    die coloradio-facebookseite ist nicht in erster linie gegründet worden, um finanzielle einnahmen zu generieren (coloradio ist eine nichtkommerzielles radio), sondern um über sein programm zu informieren. die große zahl der facebookfreund*innen ist einerseits das ergebnis von diversen formen von öffentlichkeitsarbeit und andererseits von weiterempfehlungen durch facebookfreunde. diese zahl stellt keinesfalls irgendeine ernsthaftigkeit in frage, denn die niedrigschwelligen kommunikationsmöglichkeiten werden von coloradios facebookfreunden tatsächlich auch genutzt. unser ziel hat sich damit erfüllt.
    der zusammenhang zwischen der anzahl der facebookfreund*innen und dem fakt, ""dass Dresdens freies Radio immer noch händeringend nach FöderInnen sucht" ist ziemlich weit hergeholt. ob gelder fliessen oder nicht, hängt ja bekanntlich von einer ganzen reihe von faktoren ab, z.b. auch von der flüssigkeit der zielgruppe, ob es fundraiser gibt u.a.
    herr owy, spenden Sie doch auch für coloradio und werden sie unser 64. förderfreund!

  • ste
    Februar 23, 2011

    @Alice: "wieso kann der autor des textes nicht einfach mal neidlos anerkennen, dass es echt viele sind,..."

    Weil es nicht Aufgabe der Autorin ist große und kleine Zahlen aufzuschreiben um sich anschließend darüber zu freuen, sondern um diese anschließend inhaltlich zu bewerten.

    Dabei möchte ich das weniger als eine Kritik an der Öffentlichkeitsarbeit von "Coloradio" verstanden wissen, als mehr eine Kritik am "Like-Button"-geneigten User.
    Wenn du es trotzdem als Kritik an euch verstehen möchtest und sagst, dass die Anzahl der Facebook-Freunde von "Coloradio" repräsentativ für eure treue Hörerschaft ist, erkenne ich das natürlich neidlos an...

  • Dresden kompakt
    Februar 23, 2011

    Verehrter Herr Mothes,

    wow! Einer der die Dresdner Medien so scharfsinnig beobachtet und ihre Inhalte fast auswendig aufsagen kann, mit dem müssen wir mal einen philosophischen Mediendefinitionsdiskurs eröffnen. Wir fragten uns, wann Sie wohl Zeit hätten und dachten uns: Ein Anruf genügt. Also suchen wir im „Telefonbuch“ nach M wie Mothes. Wir staunten nicht schlecht. Wir fanden zwar keine nach Buchstaben geordneten Namen mit dazugehörigen Rufnummern, in unserer Dummheit hatten wir nämlich genau das von einem Telefonbuch erwartet, dafür aber sprangen uns einladende Fotos und ziemlich viel Fließtext entgegen. Allerhand Arbeit, die sich die Macher dieses „Telefonbuches“ da gemacht haben. Doch wo finden wir nun die Telefonnummer von Herrn Mothes? Warum steht der in einem gewöhnlichen Telefonbuch nicht drin? Bis es uns wie ein Blitz ins Köpfchen schoss: Ha! Das Ding ist ja ein Themenwegweiser und gar kein Telefonbuch!
    Ganz ernsthaft: Kennen Sie ein Telefonbuch mit über 70 redaktionellen Beiträgen, die von echten Redakteuren aus Fleisch und Blut eigens dafür recherchiert worden sind? Für das sich jährlich hunderte Kinder um den Platz auf dem Cover bewerben? Das in Kooperation mit der Landeshauptstadt Dresden entsteht? Wenn ja, dürfen Sie uns gern anrufen!

  • Stefan Mothes
    Februar 23, 2011

    @Dresden Kompakt
    Branchenbuch, Gelbe Seiten, Telefonbuch,... - alles nützliche Dinge, aber für mich keine Medien, sondern eine thematische Auflistung von Anbieteradressen und Anzeigen. "Dresden Kompakt" sieht frischer aus als die Gelben Seiten. Bravo. Für mich bleibt das "Medium" trotz Facelift aber immer noch ein Branchenbuch. Wie sagt man so schön: "Auch wenn der Schuh neu ist, so taugt er doch nicht als Mütze". Das ist meine Meinung, wobei ich weder den Wert, noch den Aufwand der hinter "Dresden Kompakt" steht, schmälern möchte. Von mir aus kann "Dresden Kompakt" für jeden Bürger die Lebenshilfe schlechthin sein - unter einem journalistischem Medium verstehe ich etwas anderes. Kritik an Ihrem Produkt ist dies in keinster Weise.

  • owy
    Februar 23, 2011

    @Stefan Wir sehen das ganz pragmatisch: Jedes Unternehmen, dass eine Tasse schickt, schafft es auch in die Liste der Medien ;-))
    Ne, im Ernst: Die periodische Erscheinungsweise ist für die Definition als Medium Pflicht - die jährliche Erscheinungsweise als Publikation reicht aber dafür tatsächlich eigentlich nicht. Ich war da wohl etwas vorschnell.

  • Radostina Velitchkova
    Februar 24, 2011

    @Stefan Lieber Stefan, wenn wir jetzt plötzlich – aus welchem Grund auch immer – damit anfangen, die journalistischen Grundsätze, nach welchen bestimmte Medien entstehen und arbeiten, zu hinterfragen, dann werden wir vermutlich alle gemeinsam sehr schnell feststellen, dass es in Dresden nur ganz, ganz wenige Medien gibt, die dem hohen journalistischen Anspruch gerecht werden. Ich garantiere Ihnen sogar, dass wir uns nie auf einen gemeinsamen Nenner werden einigen können. Ich frage mich nur, warum ausgerechnet wir, die lediglich in einer Flurfunk-Randnotiz vermerkt worden sind, mit ziemlich schiefen Schuh-Mütze-Vergleichen konfrontiert werden. Der Medienmarkt ist groß genug und offen für jedermann. Bleiben wir doch kollegial-sachlich und überlassen es unseren mündigen Lesern zu entscheiden, ob sie unsere Print-Produkte auch als journalistische Medien empfinden und was sie damit anfangen. Ich hoffe nur, dass nach Ihrem, für uns ziemlich werbenden Eintrag, keiner auf die Idee kommt, im frisch gelifteten Dresden kompakt gezielt Telefonnummern nachzuschlagen bzw. nach einer thematischen Auflistung von Anbieteradressen zu suchen, denn dies hat Dresden kompakt definitiv nicht zu bieten. Als Projektionsfläche für fehlgeleitete Journalismus-Diskussionen sehen wir uns allerdings genauso wenig. Vielleicht suchen Sie sich dafür beim nächsten Mal einen Kontrahenten, der Ihnen und Ihrem Medium ebenbürtig ist.

    @Peter Jetzt mal nicht nur pragmatisch und ernst, sondern regelrecht bierernst betrachtet: Wie regelmäßig dürfen wir welche Tassen/Becher/Gläser mit welchem Inhalt zusenden, um für unsere jährliche Erscheinungsweise den Flurfunk-Stempel mit dem Prädikat „periodisch“ zu erhalten?

  • Steffen
    März 2, 2011

    … kam mir beim Radfahren und es fällt mir zum Glück gerade wieder ein …
    Warum wird der Spiesser nicht als Dresdner Medium wahrgenommen? Weder hier in der Auflistung noch fällt es sofort auf, sondern erst einen halben Monat später. Warum gibt es diese Verbindung nicht in unserer Wahrnehmung?

  • owy
    März 2, 2011

    @Steffen Der Spiesser ist ein überregionales, kein Dresdner Medium. Ausschlaggebend für die Liste oben ist das Kriterium "für Dresden", nicht "in Dresden hergestellt". In Auflagenbesprechungen etc. wird er von uns gewöhnlich berücksichtigt.

  • Steffen
    März 2, 2011

    @owy Das meine ich mit Wahrnehmung, denn nach dieser Logik müsste man doch auch die Sächsische Zeitung rausnehmen. Die Ungereimtheiten, die beim Vergleich entstehen, sind mir schon klar. Ich schätze mal wir vertun uns etwas, wenn es um den Medienstandort Dresden geht und spätestens wenn wir über Internet und Soziale Netzwerke reden, gibt es neben einer starken Fokussierung auf das Lokale auch immer die, die von Außen drauf schauen. Ich denke man darf da ruhig größer denken.

  • owy
    März 2, 2011

    @Steffen Aber im Gegensatz zur "SZ" hat der Spiesser so gar keine Inhalte, die für an Dresden interessierte Leser/Follower/Fans relevant wären. Dann müsste man auch jede x-beliebige Fachzeitschrift mit aufnehmen, weil die zufällig in Dresden in irgendeinem Hinterhof entstanden ist.
    Abgesehen davon dürfte das Fan/Follower-Klientel hier wie dort sehr unterschiedlich sein - der Vergleich von Schülern (dem anvisierten Spiesser-Klientel) mit Dresdnern/an Dresden Interessierten wäre doch total sinnlos.

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