Treffen sich ein paar Landtagsabgeordnete bei Facebook…

Von 3

Wir werden ja öfter gefragt, wie Facebook und andere soziale Netzwerke die politische Kommunikation verändern. Da gibt es dann verschiedene Begriffe, die zum Repertoire des Beraters gehören:

Die Politik wird (wieder) menschlicher. Transparenter. Und schneller, antwortet man da etwa. Alles immer mit einem "vielleicht" versehen - es hängt ja auch davon ab, wie die Damen und Herren Politiker damit umgehen (wollen).

Und: Die sozialen Netzwerke bieten ein riesiges Potential, in den Dialog mit den Menschen zu treten. Die, für die Politik gemacht wird. Ich verkneife mir an der Stelle den Seitenhieb, dass das ja vielleicht gar nicht im Interesse...

Aber, gerade für Politiker gilt auch: Solange noch die "alte" Kommunikationsregel der, nennen wir es: "öffentlichen Empörung" gilt (also die keinen Fehltritt verzeiht), können die sozialen Medien durchaus auch gefährlich werden. Denn wer viel kommuniziert, bietet auch mehr Angriffsfläche.

So viel vorweg: Dies ist kein Beitrag zur öffentlichen Empörung. Es ist ein schönes Beispiel von heute (30.6.2011) Nachmittag, dass sich bei Facebook ereignet hat und Politik und Politiker wesentlich menschlicher macht - zeigt es doch nicht nur, dass man sich untereinander gern auch stichelt, sondern auch, dass man auch über Parteigrenzen hinweg miteinander spricht.

Das konkrete Beispiel: Während im Landtag am späten Nachmittag noch das Plenum in vollem Gange war - also die Landtagsabgeordneten über die einzelnen Punkte der Tagesordnung brüteten und debattierten - schrieb der Landtagsabgeordnete Martin Dulig, Vorsitzender der SPD-Fraktion des Sächsischen Landtags, bei Facebook:

Jetzt könnte diese Facebook-Status-Meldung durchaus in die Kategorie "öffentliche Empörung" passen - immerhin liegen zwischen Leipzig und dem Landtag in Dresden etwas über 100 Kilometer. Aber: Wir finden es ist albern zu glauben, jeder Landtagsabgeordnete müsse immer zu jeder Zeit im Plenum sitzen. Außerdem ist der Umgang und Einsatz von Herrn Dulig mit Facebook sehr lobenswert - das wollen wir ihm nicht vermiesen.

Wir präsentieren diese Facebook-Meldung hier vielmehr wegen der Kommentare, die sich in den folgenden Stunden unter Duligs Eintrag einfanden. Etwa dem hier:

Aber lesen Sie die Kommentare ruhig selbst (weiter unten) - sie sind sämtlich öffentlich zugänglich, die kommentierenden Personen werden sich wohl bewusst gewesen sein, dass sie in der Öffentlichkeit agieren.

Vorweg, es treten u.a. noch auf:

Lars Rohwer, MdL CDU
Geert Mackenroth, MdL CDU
Holger Mann, MdL SPD
Christian Piwarz, MdL CDU

Vorhang auf! ;-)

 

3 Kommentare
  • Christian Piwarz
    Juli 1, 2011

    Ich hätte ja nicht gedacht, dass unsere gestrige Konversation so schnell medialen Widerhall findet. Es sei erläuternd angemerkt, dass der Hauptteil der Kommunikation während eines Antrages der NPD stattgefunden hat.

    Im Übrigen ist es durchaus üblich, dass verschiedene Abgeordnete auch aus dem Plenarsaal "berichten" und dass andere Kollegen hierauf reagieren. Ich halte das für einen durchaus sinnvollen Weg, unsere Arbeit etwas transparenter darzustellen.

  • Thomas
    Juli 1, 2011

    Selten so gelacht!

    Finde es aber schön, dass sich die Herren abgeordneten (waren ja nur Herren beteiligt) so offen und herzlich in der Öffentlichkeit unterhalten.

    Und einen besondern Dank an den Flurfunk für den netten Hinweis.

    Bitte mehr davon oder einfach Debatten via Facebook kommentieren lassen.

  • Till
    Juli 8, 2011

    "Ich halte das für einen durchaus sinnvollen Weg, unsere Arbeit etwas transparenter darzustellen."

    Nur ein eingefleischter Berufspolitiker kann allen Ernstes glauben, dass das belanglose Chatten ein Weg zu mehr Transparenz ist (genausowenig wie übrigens gläserne Landtagsgebäude zu mehr Einsicht in die Politik verhelfen) und nicht etwa zeigt, dass die Abgeordneten eigentlich nichts zu tun haben und sich gern die Freiheit nehmen, die Sitzungen uz schwänzen. Mich würde ja mal interessieren, womit sich Herr Dulig um den Zoo Leipzig verdient gemacht hat, das seine Gegenwart dort erforderlich/gewünscht war.

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