„LVZ sonntag“: „Leipziger Volkszeitung“ startet digitale Sonntagsausgabe

Von 1 , , Permalink

Titelseite von "LVZ sonntag" - dem iPad-Magazin der "LVZ" (23.9.2012)

Innovation aus Leipzig: Die "Leizpiger Volkszeitung" hat am gestrigen Sonntag (23.9.2012) offiziell eine digitale Sonntagsausgabe gestartet - die "LVZ sonntag".

Das neue "LVZ"-Produkt gibt es nicht auf Papier, sondern ausschließlich digital für das iPad. Man kann die Sonntags-Ausgabe der Zeitung also ausschließlich im Apple-App-Store herunterladen (hier geht's zur Download-Möglichkeit im iTunes-Store). Dort ist auch eine Schnupperausgabe aus der Vorwoche zu finden. Um Leser zu locken, sollen die ersten vier Ausgaben von "LVZ sonntag" kostenlos sein - danach kostet eine Ausgabe 1,59 Euro (für "LVZ"-Abonnenten soll das Magazin aber vorerst kostenlos bleiben).

Im Vorwort der ersten offiziellen "LVZ sonntag" schreibt Chefredakteur Jan Emendörfer:

"Eigentlich gibt e sja am Sonntag keine Leipziger Volkszeitung. Aber Boomtown Leipzig wandelt sich rasant, und auch die 118 Jahre alte LVZ geht neue Wege. Die Zeitung geht einen weiteren Schritt ins digitale Zeitalter."

Das Vorwort muss man aber gar nicht lesen - passend zum Medium erklärt Emendörfer das neue Projekt gleich mal in einem Video (das Video ist auch bei LVZ-Online zu finden). Emendörfers Vorwort ist dabei nicht das einzige Video innerhalb der ersten Ausgabe.

Ausschnitt aus dem Inhalt von "LVZ sonntag", 23.9.2012.

Für den Auftakt hat man sich drei große Themen aus Leipzig geschnappt und diese in Dossiers und - so die Ankündigung - mediengerecht umgesetzt. Konkret geht es um den umstrittenen Leipziger City-Tunnel, das Tropenhaus Gondwanaland im Leipziger Zoo und das neue Einkaufszentrum "Höfe am Brühl", wo auch ab Dienstag (25.9.2012) der "LVZ-Media-Store" (mehr unter: www.my-mediastore.de/leipzig) zu finden sein wird. In dem Mediastore gibt es dann - passend zum neuen Angebot - auch günstig iPads in Verbindung mit einem (digitalen) "LVZ"-Abo zu kaufen.

Außer den drei Dossier-Themen gibt noch mehr zu lesen: etwa die Auf- und Absteiger der Woche, eine Reihe von aktuellen (dpa-)Meldungen aus Sachsen, ein Besuch in Auerbachs Keller, die Warnung von Helmut Schmidt vor dem Scheitern der EU, ein Stück über Bettina Wulff, ein Stück über Reputation Management, die Verfilmung der Guttenberg-Lebensgeschichte und und und. Schließlich sind noch eine ganze Reihe Themen mit nationaler bzw. internationaler Dimension zu finden.

Insgesamt umfasst "LVZ sonntag" rund 40 bis 50 Dossiers und Rubriken, heißt es in der Beschreibung im App-Store. Erscheinungstermin ist immer am frühen Sonntagmorgen.

Wer jetzt denkt, die Innovation stamme direkt aus Leipzig, irrt. Denn "LVZ sonntag" weist große Parallelen zu "sonntag" auf, dem seit März 2012 erscheinenden digitalen Sonntagsmagazin der Verlagsgruppe Madsack (zu der auch die "LVZ" gehört). Die "sonntag"-Ausgabe kostet allerdings 2,39 Euro. Der "sonntag" begrüßt dann auch gleich mal den Junior-Ableger in seinem Vorwort. Hier geht's zu "sonntag" im iTunes-App-Store.

Die Verlagsgruppe Madsack arbeitet seit geraumer Zeit am Umbau der Tageszeitungen - so setzt man stark darauf, überregionale Inhalte zentral in Berlin zu produzieren (vgl. Flurfunk Dresden vom 29.11.2011: "Stellenabbau bei der 'Leipziger Volkszeitung'"). Erst kürzlich hatte der seit April amtierende Chefredakteur Jan Emendörfer den neuen Newsdesk in Betrieb genommen (Flurfunk Dresden vom 23.7.2012: "Lesehinweise: 'LVZ' nimmt Newsdesk in Betrieb").

Dass nicht alle Themen in Leipzig recherchiert und produziert worden sind, ist auch der Vorstellung des neuen Produkts bei LVZ-Online ("In eigener Sache: Die LVZ erscheint am Sonntag digital") zu entnehmen. Dort ist zu lesen:

"Journalisten der 15 Zeitungsredaktionen der Mediengruppe Madsack (Hannover), zu der die LVZ gehört, verfassen für das Magazin Reportagen, Hintergründe und Meinungsartikel. „LVZ Sonntag“ bietet künftig auch eine Vorschau auf die Ereignisse der Woche und blickt zurück auf bewegende Momente der vergangenen sieben Tage."

Ohne viel gelesen zu haben (und also wirklich eine fundierte Kritik abliefern zu können): Das merkt man der ersten Ausgabe leider noch viel zu sehr an. Unser erster Eindruck: Es dürfte gern noch wesentlich lokaler und kritischer sein.

Insgesamt aber Hut ab vor soviel Innovation und  Fortschritt - aus dem Leipziger Zeitungshaus.

1 Kommentar
  • stefanolix
    September 24, 2012

    Die Themen und die Aufmachung machen mich stutzig: Ist diese Sonntagsausgabe eine Verlagssonderveröffentlichung oder zählt sie im engeren Sinne zum journalistischen Angebot der LVZ?

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen