Lesehinweis: „taz“-Kommentar zum Thema „Zeitungssterben“

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Lesehinweis: Der Medienjournalist Steffen Grimberg hat am 8.12.2012 für die "taz" über das Thema "Zeitungsterben" geschrieben. Darin kommentiert er die Diskussion und merkt an, dass diese gleich an mehreren Stellen eine Schieflage habe. Etwa die: Es gehe nicht um die Zukunft der Zeitung, sondern die Zukunft des Journalismus.

Zitat:

"Dass die Verlage ein über Jahrzehnte höchst einträgliches Geschäftsmodell für das Bedrucken und Verteilen von Papier hatten, es ihnen jetzt aber einem ebensolchen für die digitale Welt gebricht, ist hinreichend beschrieben. Die Konsequenzen – vulgo die in immer kürzeren Abständen über die Redaktionen hereinbrechenden Fusions- und Sparrunden – erodieren das journalistische System zusätzlich."

Und weiter:

"Und so entkräftet ziehen die Bataillone nun in die digitale Schlacht. Mit den etablierten Verlagen als Taktgeber ist sie für den Journalismus vermutlich nicht mehr zu gewinnen."

Als Fazit kommt Grimberg zu dem - in Deutschland tatsächlich undenkbaren - Vorschlag, der öffentlich-rechtliche Rundfunk könnte den Lokaljournalismus finanziell unterstützen.

Der ganze, sehr lesenswerte Kommentar trägt den Titel: "Der Sugardaddy hilft nicht".

5 Kommentare
  • stefanolix
    Dezember 11, 2012

    Diese Idee geistert schon eine Zeitlang herum. Beschönigend wird die Zwangsgebühr für Zeitungen sie von einigen Leuten auch »Flatrate« genannt.

    Es wäre für mich ein Albtraum, wenn das GEZ-System auf die Zeitungen übertragen würde. Ich werde ab dem 1. Januar gezwungen sein, für einen Fernseher Gebühren zu zahlen, den ich gar nicht habe. Ich will nicht auch noch Gebühren für Zeitungen bezahlen, die ich niemals lesen würde.

    Was ist denn das Ergebnis der letzten 20 Jahre des öffentlich-rechtlichen Fernsehens? Entpolitisierung, Talkshows, Schnulzen. Die Zuschauerzahlen der Tagesschau und der Polit-Magazine gehen zurück (letztere wurden auch noch gekürzt und verschoben).

    Was wäre das Ergebnis einer Zwangsgebühr für Zeitungen? Den Leuten würde das [ernsthafte] Zeitunglesen noch rascher ausgetrieben. Die Seite mit Klatsch und Tratsch würde in jeder Tageszeitung auf zwei bis drei Seiten ausgedehnt. …

  • owy
    Dezember 11, 2012

    In dem "taz"-Artikel steht aber nicht, dass Geld an die Lokalzeitungen gehen sollte. Es steht da auch nicht, dass es neue Zwangsgebühren geben sollte.
    Der Gedanke ist an der Stelle doch vielmehr (wenn ich es richtig verstanden habe), den ÖR grundsätzlich umzubauen.

  • Till
    Dezember 12, 2012

    "Entpolitisierung" in einem Satz mit "öffentlich-rechtlichem Fernsehen" liest man auch nicht oft. Gerade die ÖR sind doch der letzte Tummelplatz für Politiker, vor und hinter der Kamera.

  • stefanolix
    Dezember 13, 2012

    @Till: Die Politiker tummeln sich dort, aber das ist noch nicht unbedingt Politik. Oft ist es nur ein Anschein davon. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk müsste seinen Auftrag als »vierte Gewalt« viel besser erfüllen.

    @owy: Der Schluss des Artikels legt nahe, dass ein Teil der Einnahmen aus der Rundfunkgebühr für den Journalismus außerhalb der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten verwendet werden soll. Das wäre in meinen Augen der Einstieg in eine Ausweitung dieses Gebührensystems. Wenn einmal mit einer derartigen Verwendung begonnen wurde, wird darauf nie wieder verzichtet werden.

    Ich sehe bisher kein Verfahren, wie man privaten Medienunternehmen dieses Geld zukommen lassen soll, ohne in den Wettbewerb einzugreifen. Der Artikel regt eine »staatsferne, öffentlich-rechtliche Stiftung für Journalismus im Netz und anderswo« an. Wie soll das funktionieren?

  • stefanolix
    Dezember 13, 2012

    Hier ist ein Artikel aus der taz, in dem gezeigt wird, welche Fehler in anderen Ländern Europas gemacht wurden ;-)

    http://www.taz.de/Zeitungsindustrie-in-Europa/!106974/

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