Michael Geffken: „Wer in den Social Media aktiv ist, versteht die Gesetzmäßigkeiten besser“

Muss man als Unternehmen heutzutage einen Facebook-Auftritt haben? Sollte man als Firma oder Institution in Social-Media-Angeboten wie Facebook und Twitter aktiv mitmischen? Oder besser nicht?

Michael Geffken ist Direktor und Geschäftsführer der Leipzig School of Media, kurz LSoM. Dort kann man u.a. eine Weiterbildung zum Social-Media-Manager absolvieren. Flurfunk Dresden hat ihn zum Einsatz von Social Media in Unternehmen befragt. Ein Interview.

Michael Geffken; Foto: PR

Flurfunk Dresden: Braucht jedes Unternehmen Social-Media? Braucht man heutzutage als Firma ein Facebook-Profil?
Michael Geffken:Das kommt natürlich darauf an, in welcher Branche die Firma tätig ist und wie groß sie ist. Grundsätzlich aber sollte man die Frage mit einem Ja beantworten. Facebook muss es nicht in jedem Fall sein, die Präsenz dort ist aber meist sinnvoll.

Flurfunk Dresden: Ab wann macht es für ein Unternehmen Sinn, bei Social-Media-Angeboten aktiv zu werden?
Geffken: Immer dann, wenn man einen Kundenkreis hat, der über den Kreis der unmittelbaren persönlichen Kontakte hinausgeht – oder in der Zukunft hinausgehen soll.

Flurfunk Dresden: Viele beginnen einfach mal mit einem Facebook-Profil - ist das klug?
Geffken: Wenn man kontinuierlich etwas zu erzählen hat: ja. Als reiner Ankündigungs- oder Sonderangebotskanal funktioniert Facebook nicht. Der Besucher der jeweiligen Facebook-Präsenz muss Lust verspüren, mit dem Unternehmen ins Gespräch zu kommen.

Flurfunk Dresden: Wie viele Ressourcen muss man rechnen, um mit Social-Media erfolgreich zu sein?
Geffken: Die Frage lässt sich so pauschal natürlich nicht beantworten. Auf jeden Fall sollte man den Aufwand in der Startphase nicht unterschätzen. Kleine Unternehmen können dann mit drei bis fünf Stunden Betreuungszeit in der Woche auskommen, sollten den jeweiligen Auftritt aber täglich kontrollieren. Großunternehmen betreiben mittlerweile einen Social-Media-Newsdesk mit einem halben Dutzend und mehr Mitarbeitern.

Flurfunk Dresden: Wie definiert man überhaupt Erfolg in dem Bereich - in der Zahl der Fans? Oder der Kommentare? Ab wann rechnet sich der Einsatz von Social-Media?
Geffken: Das kommt naturgemäß auf die Ziele des jeweiligen Auftritts an. Die reine Zahl der Fans oder Follower jedenfalls ist noch kein hinreichender Erfolgsfaktor – man weiß ja z.B. nicht, ob jemand 'Fan' ist, weil er die Marke schätzt, oder ob eine Verlosung auf der Facebook-Seite ihn motiviert hat, den Fan-Button zu klicken.

Flurfunk Dresden: Besteht nicht auch ein gewisses Risiko, wenn ich mich als Unternehmen bei Facebook engagiere?
Geffken: Im Gegenteil: Wenn ich in den Social Media aktiv bin, verstehe ich die Gesetzmäßigkeiten dort besser – und kann im Falle eines Falles schneller und intelligenter eragieren.

Flurfunk Dresden: Wie sieht es mit dem Einsatz von Social-Media in der öffentlichen Verwaltung aus? Macht das Sinn? Ist man schon so weit?
Geffken: Im öffentlichen Sektor der angelsächsischen Länder finden soziale Netzwerke, Weblogs und Wikis bereits verbreitet Anwendung in der Kommunikation mit Bürgern und Unternehmen. Auch in Deutschland gibt es interessante Beispiele, so in Stuttgart: Auf der Website der Stadt findet man neben den klassischen aktuellen städtischen Themen, Publikationen und Presseinformationen sehr prominent auch die Plattformen Facebook, Twitter, Flickr und Google+.

Flurfunk Dresden: Sie bieten eine Fortbildung zum Social-Media-Manager an - ist das nicht eigentlich ein 24h-Job?
Geffken: Man sollte schon eine gewisse Lust für die Sache mitbringen – und ab und zu den Drang verspüren, auch nach Feierabend in den Twitter-Stream zu schauen. Aber auch in den Social Media gilt: Man beherrscht das Thema erst dann, wenn man weiß, wo der Aus-Knopf ist.

Flurfunk Dresden:Welche Voraussetzungen muss man da mitbringen?
Geffken: Neugier, Lust an Kommunikation und Dialog sowie eine gewisse Portion Gelassenheit.

Flurfunk Dresden: Vielen Dank für das Interview.

Die Leipzig School of Media ist "eine gemeinnützige Gesellschaft für berufsbegleitende crossmediale Weiterbildung", wie es auf der Webseite heißt. Dort kann man eine ganze Reihe Masterstudiengänge wie Crossmedia-Management oder demnächst Mobile Marketing berufsbegleitend studieren. Aktuell neu im Programm ist ein Zertifikatskurs als Social Media Manager.

Mehr Informationen finden Sie auf den Seiten der Leipzig School of Media.

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