„Leipziger Zeitung“: Mitgründer Stercken hat Geschäftsführung verlassen

Bewegung bei der "Leipziger Zeitung": Mitgründer und Gesellschafter Caesare Stercken hat die Geschäftsführung des neu gegründeten Wochenblattes zu Anfang Juli verlassen. Das berichtet das Stadtmagazin "Kreuzer" in seiner aktuellen Ausgabe (August 2015) - Titel der Geschichte: "Angst und Schrecken in L.E. City".

Hintergrund für das Ausscheiden von Stercken sind offenbar heftige interne Differenzen.

Die "Leipziger Zeitung" hat inzwischen auf die Berichterstattung reagiert und erhebt heftige Vorwürfe gegen Stercken - der aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt nach wie vor Gesellschafter ist.

Wörtlich ist da in einem "LZ"-Statement ("Pressemitteilung zur jüngsten Berichterstattung über die LEIPZIGER ZEITUNG im Kreuzer – Das Stadtmagazin") zu lesen:

"Von Seiten der LEIPZIGER ZEITUNG UG (haftungsbeschränkt) wurde Strafanzeige gegen Herrn Stercken wegen Veruntreuung von Firmengeldern, der Unterschlagung von Firmenunterlagen und dem Verrat von Betriebsgeheimnissen gestellt. Hinzu kommt der Vorwurf der Weitergabe firmeninterner Mails an Dritte und damit der Verletzung des Briefgeheimnisses und des Datenschutzes. Für alle diese Vorwürfe gibt es hinreichende tatsächliche Anknüpfungspunkte. Zudem ist Herr Stercken nicht müde geworden uns zu drohen, zu nötigen und zu beschimpfen und unternahm Versuche, unsere Zeitung in der Öffentlichkeit zu demontieren. Dies alles tat Herr Stercken als Gesellschafter der Firma und hat damit gegen sich selbst und sein eigenes Unternehmen gehandelt. Sein weiterer Verbleib in der Firma war deshalb nicht tragbar. Es erging an Herrn Stercken dennoch unsererseits ein faires Angebot zur persönlichen Einigung, welches er leichtfertig abgetan hat."

Weiter heißt es, habe Stercken "mehrfach zu Lasten der Firma gehandelt", etwa in dem er Verträge zum wirtschaftlichen Nachteil des Unternehmens abgeschlossen habe.

Aus der PM geht auch hervor, dass man sich zu der Pressemitteilung genötigt sah, weil die Wellen der Berichterstattung immer höher schlugen.

Wörtlich heißt es:

"Wir erachten die Berichterstattung des Kreuzers als einseitig und verstehen das dortige Vorgehen nur bedingt. In einer Angelegenheit von so hoher Brisanz, nicht die Gegenseite angemessen zu Wort kommen zu lassen, erachten wir als höchst problematisch. Die Konstruktion eines Opfer-Mythos bezüglich der Causa Cesare Stercken ist dazu schlichtweg absurd."

Dabei hatte man im Vorfeld selbst ordentlich Öl ins Feuer gegossen. Noch bevor der "Kreuzer"-Artikel erschienen war, hatte die "Leipziger Zeitung"-Macher die Anwälte in die Spur geschickt - mit der Drohung, man werde die Berichterstattung "etwa im Hinblick auf eine unzulässige Verdachtsberichterstattung, sehr genau prüfen“.

Wie reagierte der "Kreuzer"? Er pumpte die eigene Geschichte um den neuen Aspekt auf – und veröffentlichte das Anwaltsschreiben vorab. Bei kreuz.de nachzulesen: "Post vom Anwalt".

Das Leipziger Blog Heldenstadt.de kommentierte das am 29.7.2015 wie folgt (dem schließen wir uns mal an):

"Der ('Kreuzer') wiederum nutzt jene Anwaltspost für gewitzte PR in eigener Sache, woraufhin sich das dritte Leipziger Alternativmedium im Bunde, das Uniradio Mephisto, zum Kommentar: 'Kleinkrieg!' hinreißen lässt. Und wir? Haben leichte Blähungen vom vielen Popcorn."

 

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