Mitteldeutscher Fernsehpreis: Laudator sagt wegen Pegida ab

Über die Begründung staunte man nicht schlecht in der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM): Einer der Laudatoren für die Preisverleihung des Mitteldeutschen Fernsehpreises am 30.10.2015 hat seine Teilnahme an der Veranstaltung abgesagt.

In seiner Begründung führt er aus, dass er als weltoffener Mensch keinen Platz für sich in einem Bundesland sehe, in dem abertausende Bürger unbehelligt mit volksverhetzenden Parolen zur Gewalt aufrufen könnten.

Der Absender betont, seine Entscheidung habe ausdrücklich nichts mit den Empfängern der Mail zu tun. Mit seinen Ausführungen dürften ohne Zweifel Veranstaltungen wie Pegida oder Legida gemeint sein.

Wir haben uns nach kurzer Diskussion in der Redaktion dazu entschlossen, nicht wörtlich aus der Absage-Mail (die uns vorliegt) zu zitieren und auch nicht den Namen des Absagenden zu nennen.

Umsomehr können wir uns eine Kommentierung erlauben:

Für einen Menschen, der in der Medienwelt aktiv ist und sich selbst als "weltoffen" bezeichnet, ist die undifferenzierte Ablehnung des gesamten Freistaates Sachsen ein Armutszeugnis. Er hätte ja auch einfach im Rahmen seiner hervorgehobenen Position als Laudator ein paar klare Worte finden können. Andererseits ist ein allgemeines Unwohlsein mit so einer Reiseentscheidung ein sehr privates Gefühl, das man schwerlich bewerten oder in Frage stellen kann – gleich ob es objektiv begründet sein mag oder nicht.

Unbedingt an die eigene Nase fassen sollten sich aber mal alle mitlesenden Pegida-Befürworter: Selbst wenn die Außenwahrnehmung nicht gewollt ist/sein sollte und man die Absage als ziemlich daneben bewerten kann, tragen die Pegida-Verantwortlichen und ihre Mitläufer an dieser Wahrnehmung des Freistaates eine Mitschuld.

Man hat eben nicht nur Rechte, sondern auch Verantwortung.

Eine klare öffentliche Distanzierung durch Pegida von jeglicher Gewalt, von fremdenfeindlichem und rechtsextremistischen Gedankengut sowie ein klares Bekenntnis zum Grundgesetz könnte der gemeinsamen Heimat durchaus hilfreich sein. Die Vermutung aber liegt nahe, dass man lieber auf Masse setzt statt auf Anstand. Armes Sachsen.

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