„Leipziger Zeitung“: neue Herausgeber, kleineres Team, monatlich statt wöchentlich

Es geht weiter bei der "Leipziger Zeitung": Zum 1.10.2015 hat die neue Gesellschaft LZ Medien GmbH den Geschäftsbetrieb der insolventen Leipziger Zeitung UG übernommen.

Eigentümer der GmbH sind Ralf Julke, Robert Dobschütz und Patrick Kulow. Richtig, das sind die Macher der Leipziger Internetzeitung L-IZ.

Kulow hat die Leser am vergangenen Donnerstag (12.11.2015) über eine sehr weitreichende Änderung für das Blatt informiert: die Umstellung vom wöchentlichen auf monatliches Erscheinen. In dem Schreiben an die Abonnenten heißt es:

"Es benötigt also noch einige Zeit, die LZ bekannter zu machen und auch inhaltlich breiter aufzustellen. Um diese Zeit möchten wir sie heute bitten. Um die wirtschaftliche Zukunft nicht erneut zu gefährden, haben wir uns entschlossen, die LZ nicht mehr wöchentlich zu publizieren und in einen Monatsrhythmus zu wechseln."

Die (nächste) Ausgabe Nr. 26 erscheint nun also zum 11.12.2015. Den bestehenden Abonnenten, die für die Wochenzeitung immerhin 69 Euro Jahresgebühr bezahlt haben, wird zum Ausgleich das Abo um drei Monate verlängert, ein Geschenk-Abo über sechs Monate sowie ein Jahr kostenlose Mitgliedschaft im L-IZ-Leserclub (vgl. dazu Flurfunk vom 23.1.2015) angeboten.

Künftig sinkt außerdem der Abopreis für die "Leipziger Zeitung" - laut Online-Shop kostet das einfache Jahresabo jetzt 29,50 Euro.

Mit den Veränderungen am Blatt allein ist es allerdings nicht getan. Auch das Team ist aus Kostengründen verkleinert worden. Von acht bzw. in der Hochphase der Neugründung neun Angestellten sind noch fünf Arbeitsverhältnisse übrig (Hinweis: Der Absatz über die Zahl der Stellen ist nachträglich korrigiert worden - die ursprüngliche Darstellung war nicht korrekt, owy).

Gegenüber Flurfunk sagt Robert Dobschütz:

„Da die finanziellen Möglichkeiten erschöpft sind, bleibt nur noch die personelle Schiene. Viele aus dem Team wollten weiterarbeiten, auch für wenig Geld. Ich bin nicht glücklich darüber. Aber so weitermachen wie die Firma vorher war genau wie aufgeben keine Alternative. Es ist die klarste Entscheidung seit dem Start der 'LZ'.“

Zum Hintergrund: Die Wochenzeitung "LZ" ging im Mai 2015 als Kooperation von L-IZ, dem Online-Magazin Weltnest und der Stadtteilzeitung "3viertel" an den Start. Erklärtes Ziel war und ist, eine Alternative im kargen Leipziger Blätterwald zu sein.

Ursprünglich hatte man sich vorgenommen, zum Start 12.000 Abonnenten zu gewinnen (vgl. Flurfunk Dresden vom 24.12.2014). Schon im Sommer mussten die Gründer, die Leipziger Zeitung UG, feststellen, dass sie das hochgesteckte Ziel nicht erreichen – die Abonenntenzahlen stiegen zwar, jedoch viel zu langsam. Im August folgte schließlich die Insolvenzanmeldung (vgl. Flurfunk Dresden vom 28.8.2015), aus der nun die neue Gesellschaft hervorgegangen ist.

 

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