„Sächsische Zeitung“ baut Redaktion um, Olaf Kittel wird Autor

Die "Sächsische Zeitung" baut die Struktur der Mantelredaktion zum 1.1.2016 komplett um: Künftig arbeitet die Redaktion mit einem Editor-/Reporter-Modell. Dann gibt es Reporter, die unabhängig vom Ausspielweg Geschichten recherchieren und schreiben, und Editoren, die die Geschichten für die verschiedenen Kanäle in Print und Web aufbereiten.

Die Chefredaktion hat den Mitarbeitern das neue Modell im Rahmen einer großen Redaktionskonferenz am 4.12.2015 - zu der auch die 19 Außenredaktionen zugeschaltet waren - vorgestellt.

Neue Mitglieder in der Chefredaktion
Mit dem Umbau verbunden ist auch eine Veränderung der Chefredaktion: Olaf Kittel, bislang stellvertretender Chefredakteur und in dieser Funktion für die Lokalteile zuständig, verlässt die Chefredaktion. Er wird künftig als Autor arbeiten und besondere Projekte übernehmen.

Gleichzeitig rücken Annette Binninger, Ines-Karen Wetzel und Heinrich Löbbers in die Chefredaktion nach. Sie sind entsprechend dem neuen Modell für unterschiedliche Bereiche zuständig:

Annette Binniger wird Chefin Recherche und führt entsprechend die Reporter. Sie behält die Zuständigkeit für die Ressorts Wirtschaft und Politik und ist auch zuständig für das Seite-3-Team, dass künftig noch investigativer arbeiten soll.

Ines-Karen Wetzel übernimmt die Aufgabe als Chef-Editorin, leitet also künftig die Editoren.

Heinrich Löbbers, bislang Ressortleiter Kultur, wird Chef-Kurator. Er wird festlegen, über welchen Kanal die Geschichten jeweils veröffentlicht werden.

Löbbers gibt dafür die Leitung des Kultur-Ressorts ab. Das wird zum Feuilleton umbenannt und umgebaut. Leiter des Feuilletons wird Marcus Krämer, bislang stellvertretender Kultur-Ressortleiter. In seine Zuständigkeit fällt künftig auch die Perspektiven-Seite.

Online-Redaktion geht in neuer Struktur auf, Lokalredaktionen werden autonomer
Die früher relativ autonome Online-Redaktion wird faktisch aufgelöst und geht in der neuen Struktur von Editoren und Reportern auf. Fabian Schröder, bislang stellvertretender Online-Chef, wird stellvertretender Chef-Editor. In dieser Funktion wird er vor allem für die Web-Kanäle zuständig sein.

Der bisherige Online-Chef Mirko Jakubowsky wird stellvertretender Dresden-Stadtchef und leitet künftig die Editoren am Dresden-Desk.

Aus der neuen Struktur ergeben sich auch Änderungen für die Lokalredaktionen: Die Chefs der Regio-Desk werden Kuratoren und können weitgehend eigenständig entscheiden, welche Geschichte über welche Kanäle verbreitet wird. Die strategische Leitung der Lokalredaktionen wie auch der Mantelressorts liegt künftig bei Chefredakteur Uwe Vetterick.

Reaktion auf Medienwandel und Bedeutungsverlust Print
Mit der Maßnahme reagiert die Zeitung auch auf den Medienwandel: Der bisherige Hauptkanal Zeitung leidet zunehmend an Bedeutungsverlust - auch wenn die "SZ"-Auflage nach wie vor sehr hoch ist (IVW: 227.940 verkaufte Exemplare im 3. Quartal 2015).

Hatten sich bislang alle anderen Ausspielwege wie SZ-Online, App, e-Paper, Facebook und Twitter mehr oder weniger der Zeitung unterordnen müssen, wird künftig nach Thema und Situation entschieden, auf welchem Kanal die Information verbreitet wird.

Damit erhofft man sich zum Beispiel auch die Flexibilität, auf potentielle neue Medienkanäle (z.B. Facebook Instant Articles) schneller reagieren zu können und insgesamt unabhängiger von einzelnen Kanälen zu werden. Gleichzeitig dürfte man sich von dem Umbau sicherlich auch einen Spareffekt erhoffen.

Chefredakteur Uwe Vetterick bezeichnet die Maßnahme gegenüber Flurfunk als größten Umbau der Redaktion seit der Wende. Das Ziel benennt er so:

„In einem Satz gesagt: Wir wollen die stärksten Geschichten für jeden richtig erzählen.“

Edel-E-Paper schon am Abend
Noch vor der kompletten Umstellung der Redaktionsstruktur gibt es seit 5.12. eine Produkterweiterung: das E-Paper am Abend. Die Edel-Variante der Online-Zeitung soll immer schon ab ca. 20 Uhr auf den bekannten Wegen zu beziehen sein und wird für Print-Abonnenten 3 Euro zusätzlich im Monat kosten. Nicht-Abonnenten zahlen für die neue E-Paper-Variante 18,99 Euro.

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