Lügenpresse.de: Wie Journalisten zum #Lügenpresse-Vorwurf stehen

Screenshot von Lügenpresse.de

Screenshot von Lügenpresse.de

Jetzt melden sich Journalisten zu Wort: Die DDV Mediengruppe hat die Internetseite Lügenpresse.de freigeschaltet. Darauf finden sich eine Reihe Video-Statements von Journalisten aus der ganzen Republik, die ihre Sicht auf den Begriff "Lügenpresse" wiedergeben.

Die Mischung der Statementgeber ist reichlich bunt: Zu sehen sind u.a. Uwe Vetterick, Chefredakteur der "Sächsischen Zeitung", Ine Dippmann, DJV-Sachsen-Vorsitzende und MDR-Info-Korrespondentin, sowie Jan Emendörfer, Chefredakteur der "Leipziger Volkszeitung". Es sind aber auch freie oder festangestellte Journalisten anderer Medien vertreten (z.B. auch Peter Stawowy aka owy, Autor dieser Zeilen).

In dem kurzen Infotext zur Seite ist zu lesen:

"Über Monate haben wir Journalisten geschwiegen. Wir ließen uns beschimpfen und wehrten uns kaum. Wir ertrugen den Un-Sinn aller Montagsredner und waren fortan die 'Lügenpresse'. Überall! Im Fußball-Stadion, im Stadtgespräch, sogar im Familienkreis. Und viele dachten, das geht von allein wieder weg.

Tut es aber nicht!

Deshalb wird es Zeit, dass die 'Lügenpresse' das Wort ergreift und wir unsere Version erzählen. Hier spricht also die 'Lügenpresse'!"

Die Seite basiert offenkundig auf der gleichen Technik wie Mopo24.de. Dem Impressum ist zu entnehmen, dass Mopo24-Chefredakteur Robert Kuhne die redaktionelle Verantwortung trägt.

Die Videos selbst sind nicht kommentierbar. Allerdings wird unter jedem Video auf die Facebook-Seite von Lügenpresse.de verwiesen - dort sind Reaktionen willkommen.

Weitere Links zum Thema #Lügenpresse
Wer sich noch weiter mit dem Thema bechäftigen mag, hier noch ein paar Empfehlungen:

4 Kommentare
  • Jens Reimann
    April 21, 2016

    Sehr geehrter Herr Stawowy,

    ich teile Ihre Hoffnung, dass die Medien die Lügenpresse-Diskussion auch zur Selbstkritik nutzen werden nicht. Die Zeit hat sich hieran letztes Jahr versucht. Herausgekommen ist ein weinerlicher Artikel in dem zwar eingestanden wurde, dass man in der Angelegenheit des Bundespräsidenten Wulff oder auch hinsichtlich des Germanwingsabsturzes irgendwie schon ein bisschen übertrieben hat. Aber eigentlich sind die Leser, die Blogger und Oliver Welke am Misstrauen gegenüber den Medien schuld. Oliver Welke? Ernsthaft?

    Geradezu beispielhaft für fehlende Selbstkritik finde ich vor allem das Statement des Bild-Redaktionsleiters Thomas "Wenn man bei Bild arbeitet, ist man Schmerz gewohnt" Liebenberg: "Wir sollten uns nicht von Leuten treiben lassen, die selber von diffusen Ängsten und Hass getrieben sind." Ein erster Schritt wäre es, wenn Bild diese diffusen Ängste nicht verbreiten würde. War es nicht Bild, die mit der Schlagzeile aufwartete: "Christen sollen im Weihnachts-Gottesdienst muslimische Lieder singen"? Ohne dass hieran etwas wahr war? Die Aussage in der Schlagzeile dementsprechend gelogen war?

    Ein Großteil der Medien versucht durch Skandalisierung, Übertreibung, frei erfundene und einseitige Berichterstattung "Quote" zu erzielen. Einige Beispiele sind bei Bildblog.de (Schwerpunkt Bild, Focus und Huffingtonpost), topfvollgold.de (Schwerpunkt Regenbogenpresse) oder ab und zu auch beim Flurfunk nachlesbar. Zum Positiven geändert hat sich meines Erachtens bislang nichts.

    Die Seite lügenpresse.de ist ein netter Versuch, die Arbeit der Medien zu erklären. Mehr als ein Versuch ist es aber eben auch nicht.

    Mit freundlichen Grüßen

    Jens Reimann

    PS: Ich habe in meinem persönlichen Umfeld erlebt, wozu frei erfundene Medienberichte führen können: Zu Morddrohungen gegenüber denen, die Gegenstand der falschen Nachrichten waren.

    PPS: Ich werde mich nicht bei Facebook anmelden, um die Videos zu kommentieren. Daher kommentiere ich die Seite lügenpresse.de hier.

  • netz tv
    April 22, 2016

    Wenn ich mir die aktuelle Auflagen-Entwicklung anschaue, dann ist die Diskussion ohnehin bald überflüssig. Alle Leser und Zuschauer nehmen am täglichen Leben teil. Pegida & Co. sind nur deshalb mit dem Begriff so weit voran gekommen, weil jeder dazu seine eigenen Beobachtungen beisteuern kann. Es ist egal, ob wir eine Lügenpresse haben oder nicht. Jedenfalls so lange nirgends eine Zukunftspresse in Sicht ist.

  • R.Lanzerath
    April 22, 2016

    Der Journalist, Hans-Jochen Friedrichs, hat mal gesagt, dass der wahre Journalist sich nicht mit dem Berichteten gemein machen sollte. Das Gemeinmachen ist aber bei der weit aus größten Teilen der Journalie der Fall!
    Es ist mir völlig unerklärlich, wie man die Horde der Immigranten willkommen heißen kann, wohl wissend, dass diese nur ins dt. Sozialsystem als Nehmer, nicht als Geber, einwandern. Ich habe jahrelang in diesen Ländern gearbeitet und weiß wovon ich spreche. Liebe Menschen, aber wo sie nehmen können, werden sie das auch -ohne Skrupel- tun!
    Ein Normaldenkender faßt sich an den Kopf und kommt sich von den Gutmenschen (naiv-dumm-weltfremd) geäußerten und von der Lügenpresse euphorisch rezitierten Beschimpfungen, wie Nazis, Fremdenhasser, Dumpfbacke, etc. völlig verarscht vor!
    Ich frage mich mittlerweile schon selbst: "Bin ICH eigentlich noch normal?"
    Also das kann's ja wohl nicht sein!

    M.E. ist diese Gesellschaft so grenzwertig sozial marode, dass wir, selbst mit einem alternativen System, nur noch gewinnen können!

  • Jens Reimann
    April 24, 2016

    @R. Lanzrath

    Ihre Sprache macht deutlich, inwieweit Sie Gegenargumente akzeptieren wollen. "Horde der Immigranten", "Lügenpresse" und "Gutmenschen". Wer nicht Ihrer Meinung ist, ist kein "Normaldenkender". Das sind u.a. die Begriffe, die verhindern, dass eine Diskussion mit Argumenten geführt wird. Eine solche Diskussion möchten Sie nur, wenn sie zu einem Ergebnis führt, das Ihnen genehm ist.

    Kann man nicht auch bei dieser Diskussion akzeptieren, dass es Menschen mit einer anderen Meinung gibt? Und dann diese mit Sachargumenten kritisieren? Das ist übrigens mein Problem mit Pegida, AfD, Grüne und die Linke. Es werden keine Argumente ausgetauscht, sondern politische Positionen manifestiert. Um deren selbst willen.

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