Ausschreibung: MDR sucht Programmdirektor/in Halle-Leipzig

Der MDR hat die Stellenausschreibung für die Direktion Halle-Leipzig veröffentlicht.

Gesucht wird "eine führungsstarke, integre, empathische und möglichst in der Region verwurzelte Persönlichkeit", die künftig die gemeinsame Direktion Halle-Leipzig führt.

Arbeitsbeginn soll der 1.1.2026 werden, der Vertrag läuft zunächst für 5 Jahre.

Die Ausschreibung erfolgt über die MDR-Seite und einschlägige Stellenportale, die Bewerbungsfrist endet am 31.8.2025. Für die Auswahl wurde ein Personalberatungsunternehmen eingebunden.

Verantwortung für das MDR-Programm

Der oder die Bewerber/in soll "die Gesamtverantwortung für Entwicklung, Planung, Redaktion und Produktion der Inhalte der Programmdirektion Halle-Leipzig – für lineare, non-lineare und digitale Ausspielwege des MDR" übernehmen.

Hinzu kommen die Zulieferungen an die ARD-Gemeinschaftsprogramme. Sprich: Der oder die neue Direktorin verantwortet künftig sämtliche Inhalte des MDR.

Fachkenntnisse und regionale Verbundenheit

Entsprechend anspruchsvoll sind die Bedingungen, die Bewerberinnen und Bewerber erfüllen müssen. Abgeschlossenes Hochschulstudium oder vergleichbare Qualifikation, fundierte redaktionelle Expertise, strategisches Programmverständnis und medienpolitisches Know-how sind da gefragt.

Dazu kommen Führungserfahrung, Wissen und Kenntnis über die drei beteiligten Bundesländer, Erfahrung im Rundfunk in den Bereichen Audio, Video und Online sowie Expertise zu aktuellen Entwicklungen im Medienbereich, medienpolitisches Know-how und Kenntnisse aus dem privaten Rundfunk.

Gefordert ist außerdem "regionale Verbundenheit". "Ihr Lebensmittelpunkt liegt idealerweise im MDR-Sendegebiet, vorzugsweise in der Region Halle/Leipzig", heißt es da.

Hier geht es zur Stellenausschreibung: Stellenausschreibung DE-24246 Programmdirektor/in Halle-Leipzig (m/w/d).

Intendant hatte erst andere Pläne

Aktuell läuft beim MDR die Fusion der beiden Programmdirektion Halle und Leipzig (einst Programmdirektionen Radio und Fernsehen).

Ursprünglich hatte MDR-Intendant Ralf Ludwig den Plan verfolgt, die langjährige Programmdirektorin Jana Brandt zur Leiterin der neuen, gemeinsamen Direktion zu machen. Brandt hatte nach dem Abgang von Klaus Brinkbäumer als Direktor in Leipzig die Leipziger Direktion kommissarisch mitgeleitet.

Ludwigs Vorschlag war aber auf heftige Kritik in der Belegschaft und beim Rundfunkrat gestoßen. Ihre Wahl scheiterte schließlich im MDR-Rundfunkrat und Ludwig kündigte die Ausschreibung der Stelle an (vgl. FLURFUNK vom 17.6.2025: "MDR: Leitung für Direktion Leipzig/Halle wird ausgeschrieben").

Seit 1.7.2025 leitet Torsten Peuker die Programmdirektion Leipzig kommissarisch (vgl. FLURFUNK vom 24.6.2025: "MDR: Torsten Peuker wird kommissarischer Leiter der PD Leipzig").

 

2 Kommentare
  • Manuela
    Dezember 20, 2025

    Der Mitteldeutsche Rundfunk ist in seiner jetzigen Form nichts anderes als eine zutiefst undemokratische Sekte. Eine Institution, die sich selbst beweihräuchert, einen regelrechten Personenkult unter den eigenen Mitarbeitern pflegt und alles daran setzt, jeden ernsthaften Austausch über aktuelle, politische Belange zu vermeiden – egal wie sehr diese uns alle, in jeder Gesellschaftsschicht, betreffen.

    Stattdessen dreht sich alles um belanglose Konzerte von C-Promis, die künstlich aufgeblasen und über alle Kanäle zelebriert werden. Statt Aufklärung und kritischem Journalismus gibt es ein verzerrtes „Ostgefühl“, das schon lange nicht mehr existiert. Wer ein Wort dagegen sagt, wird mittlerweile schamlos blockiert. Social Media wird nicht mehr als Plattform für Diskurs genutzt, sondern als Türsteherinstrument – und genau das ist zutiefst undemokratisch.

    So sehr ich die AfD, ihre Politik und ihre Akteure verachte, so sehr halte ich den politischen Schock, der nächstes Jahr in Sachsen-Anhalt droht, für notwendig. Damit endlich jemand aufräumt mit der Selbstbeweihräucherung eines CDU-Ralf Ludwig, der über Köpfe hinweg regiert, das Programm ausdünnt, die Machtposten mit Millionen durchfüttert und gleichzeitig eine oberflächliche Berichterstattung aufrechterhält, die den Status quo absichert und die Schwächsten trifft.

    Der MDR ist im ARD-Vergleich das Schlusslicht – eine Schande. Seit seiner Umwandlung aus dem DDR-Fernsehen ist er eine Fehlgeburt, zum Scheitern verurteilt, ein Laden, der mehr mit Selbstdarstellung als mit Journalismus beschäftigt ist. Die Blockade kritischer Stimmen, die Verengung des Diskurses und die Fixierung auf belanglose Unterhaltung zeigen nur, wie sehr man den Anspruch des öffentlich-rechtlichen Rundfunks verraten hat.

    Man könnte fast lachen, wenn es nicht so traurig und zynisch wäre: Ein öffentlich-rechtlicher Sender, zwangsfinanziert von den Beitragszahlern, verwandelt sich in einen Spiegel der eigenen Eitelkeiten, eine Hochburg der Oberflächlichkeit und eine Absage an kritischen, demokratischen Journalismus. Das ist keine Berichterstattung – das ist Theater für die Selbstdarstellung.

  • Ralf
    Januar 6, 2026

    Hallo Manuela,

    mich würde ja mal interessieren, wie nach Ihrer Ansicht praktisch vorgegangen werden müsste, um bei der, wie Sie den MDR bezeichnen, "zutiefst undemokratischen Sekte" im Anschluss an die Wahl in Sachsen-Anhalt "endlich mal aufzuräumen"?

    Sie stimmen sicher mit mir überein, dass eine solche "Aufräumaktion" dann allerdings doch zutiefst demokratisch erfolgen müsste? Ob eine AFD geführte Landesregierung genau dazu bereit wäre, glauben Sie aber bestimmt selbst nicht und das sei auch mal dahingestellt.

    Ein demokratisches Aufräumen aber, hätte die Meinung aller über den MDR zu befindenden Protagonisten sowie die Einbettung des MDR in den Rahmen bildenden öffentlich-rechtlichen Rundfunk insgesamt zu berücksichtigen. Und ich bin sicher, dass der überwiegende Anteil der hierfür verantwortlichen Menschen in unserem Land sich Ihrer hier dargestellten Meinung über den MDR nicht anschließen würde. Ein auf diese Weise "frisch geputzter und glänzender MDR" wäre für Sie dann bestimmt also noch nicht "sauber" genug.

    Die Säuberungsaktion, die Ihnen vielleicht gedanklich vorschwebt, könnte frühestens (und hoffentlich nie wieder!) erst nach der nächsten Gleichschaltung wieder stattfinden. Die wäre dann ganz sicher aber zutiefst undemokratisch, oder?

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