MDR: Klaus Brinkbäumer kein fester Mitarbeiter mehr

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Fast wäre diese Meldung untergegangen: Zum 14.1.2026 ist auch der Arbeitsvertrag von Klaus Brinkbäumer mit dem MDR ausgelaufen.

Brinkbäumer hat dazu ein LinkedIn-Posting verfasst (hier nachzulesen). Daraus geht hervor, dass er dem MDR und der ARD aber auch weiter verbunden bleibe – etwa durch die Riverboat-Moderation.

Künftig freiberuflich tätig

"Für mich beginnt das freie Autoren-, Moderatoren-, Produzenten- und Publizistenleben", schreibt er. Er habe diesen Schritt bewusst gewählt: "Ich wollte es so, lebe es längst und freu‘ mich darauf."

In dem Posting kündigt er ein neues Buch über Amerika sowie die Fortsetzung des Podcast "OK, America?" mit Rieke Havertz für DIE ZEIT an.

Interessant: Die erste Pressemitteilung zu Brinkbäumers Wirken bei der Anstalt war die Verkündigung, dass der Podcast künftig auch zum MDR gehöre (vgl. FLURFUNK vom 9.1.2021: "Brinkbäumer-Podcast „OK, America?“: MDR und ZEIT-Online kooperieren"). Nach seinem Ausscheiden aus der Funktion als Direktor war die Kooperation aber wieder gelöst worden (vgl. MZ.de vom 16.9.2024: "MDR trennt sich von erfolgreichem Podcast zur US-Politik - ausgerechnet im Wahljahr").

"Ein klein bisschen erstaunlich"

Über seine Zeit beim MDR schreibt er Brinkbäumer bei LinkedIn:

"Am 15. Januar 2021, mitten in der Pandemie und in einem leeren Leipziger Hochhaus, begannen meine fünf festen MDR-Jahre; am 14. Januar 2026 also endeten sie. Schön war‘s, und lehrreich war‘s auch, denn Öffentlich-rechtlich kann, wenn man von außen hineinkommt, durchaus ein ganz kleines bisschen erstaunlich sein."

In dem Posting zieht Brinkbäumer eine überwiegend positive Bilanz seiner Zeit bei MDR und der ARD.

"Wie schön sind so manche Enthüllung, mancher Film und manche Show geworden, und auch über Ost und West konnten wir in Leipzig moderner und integrer reden als es an manch anderem Ort halt doch noch geschieht."

An seine Kolleginnen und Kollegen richtet er einen ausdrücklichen Dank.

Immer wieder in der Kritik

Brinkbäumer war im Dezember 2020 zum Programmdirektor Leipzig gewählt worden (vgl. FLURFUNK vom 7.12.2020). Damals war seine große journalistische Kompetenz gelobt worden, man erhoffte sich starke Impulse für die Positionierung der Rundfunkanstalt.

Das gelang weniger: Vielmehr stand er immer wieder in der Kritik für seine Arbeit für den MDR. Er konzentriere sich zu sehr auf seine persönliche Karriere und er habe kein Gefühl für das Haus, hieß es mehrfach.

Dem Vernehmen nach soll auch die Zusammenarbeit zwischen Brinkbäumer und Jana Brandt, der damaligen Programmdirektorin Halle (die ebenfalls zum 14.1.26 ausgeschieden ist) nicht funktioniert haben.

Moderierender Direktor

Deutliche Kritik gab es an seinem Gebaren, als Direktor die Moderation der Sendung Riverboat zu übernehmen – eine Sendung, die in seine Programmverantwortung fiel (vgl. FLURFUNK vom 11.1.2023: "Verstärkung für Kim Fischer: Klaus Brinkbäumer moderiert Riverboat").

Als er bei der Präsentation von Reformplänen innerhalb der MDR-Ausschüsse fehlte (er war im Urlaub), führte das zu kritischen Nachfragen durch Rundfunkratsmitglieder an den Intendanten (vgl. FLURFUNK vom 11.3.2024: "Bericht von der 219. Sitzung des MDR-Rundfunkrat: Michael Ziche jetzt neuer Vorsitzender").

Im Mai 2024 schließlich gab Brinkbäumer das Direktoren-Amt auf Drängen des MDR-Intendanten ab, verständigte sich aber mit dem Sender auf die weitere "Zusammenarbeit auf der inhaltlichen und journalistischen Ebene" (vgl. FLURFUNK vom 9.4.2024: "Klaus Brinkbäumer ab Mai kein MDR-Programmdirektor mehr").

Und behielt, wie das Medienportal Übermedien schrieb, seine Bezüge als Direktor von über 200.000 Euro im Jahr (vgl. uebermedien.de vom 16.4.2024: "Programmdirektor Brinkbäumer tritt zurück – und behält seinen Vertrag").

Bitterer Nachgeschmack (Meinung)

Damit bleibt ein schaler Eindruck. Während der MDR unter massivem Spardruck steht und in Redaktionen Stellen gestrichen werden, floss über Monate hinweg ein Direktorengehalt in sechsstelliger Höhe weiter – ohne dass für Öffentlichkeit oder Programm erkennbar wurde, welchen konkreten publizistischen Mehrwert diese Konstruktion noch hatte.

Dass Brinkbäumer diese Zeit parallel für eigene Buch- und Podcastprojekte nutzte, verstärkt diesen schiefen Eindruck eher, als ihn zu entkräften.

Wir sind gespannt, wie die weitere Verbundenheit mit dem Haus aussieht.

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