Der MDR meldet, dass sein Logo im Rahmen einer Desinformationskampagne genutzt wird. Konkret geht es um die Russland zugeschriebene Kampagne "MATRYOSHKA", vor der am Mittwoch (12.8.2026) das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) gewarnt hat (vgl. verfassungsschutz.de vom 12.8.2026).
Kampagne in mehreren Wellen
Der Verfassungsschutz berichtet dabei über mehrere Wellen der Kampagne, die bislang ausschließlich via X (ehemals Twitter) verbreitet wird. Dabei handelt es sich in der ersten Welle im Juni 2026 um englischsprachige Kurzvideos, die das Layout bekannter deutscher Medien imitieren.
Die Postings haben laut Verfassungsschutz eine Polarisierung zwischen Ost- und Westdeutschland zum Ziel.
In einer weiteren Welle im Juli 2026 sollen Stimmung gegen die Bundesregierung gemacht und Landes- und Kommunalpolitiker diskreditiert werden.
Im August 2026 sind außerdem eine Reihe von Videos unter dem Hashtag „TimeToDivideGermany“ erschienen, die vor allem KI-generierte Inhalte enthalten, die eine erneute Trennung von Ost- und Westdeutschland propagieren.
Wörtlich heißt es in der Warnung des Verfassungsschutzes:
"Ein Beitrag trug die gefälschte Überschrift: 'Der Westen HASST den Osten – Deutschland war noch nie so nah am Bürgerkrieg.' Eine weitere gefälschte Titelseite forderte mit der Überschrift 'Baut die Mauer wieder auf!' explizit eine gesellschaftliche Spaltung."
Absurde Vorwürfe ohne Belege
Die Vorwürfe gegen einzelne Politiker reichen bis zu Korruption, sexuellen Straftaten oder Gewalt, ohne dass sich dafür Belege finden ließen.
Laut Verfassungsschutz wurden für die Postings Originalausgaben bekannter Onlinemedien vom jeweiligen Vortage kopiert und nur die Hauptschlagzeilen geändert. Betroffen sind dabei Medien wie SPIEGEL-TV, ZEIT, tagesschau.de, Handelsblatt, Deutsche Welle, Stern, t-online, Welt, Bild – und eben auch der MDR.
Im Interview bei @mediasres, dem Medienmagazin des Deutschlandfunk, nimmt ZEIT-Redakteur Christian Fuchs eine kritische Einordnung vor. In dem Interview erzählt er unter anderem auch, wie die Journalisten auf die Kampagne aufmerksam wurden und herausgefunden haben, dass die Kampagne aus Russland stammt.
Deutlich wird darin aber auch: Vermutlich haben die englischsprachigen Postings bei X eher weniger Reichweite und nur wenig direkte Wirkung bei Wählenden. Andererseits ist es offenkundig eine koordinierte Kampagne – das allein macht es schon berichtenswert für Medien, die damit vermutlich wieder die Reichweite noch verstärken.
Das Interview mit Fuchs im Deutschlandfunk ist hier zu hören: "Obskure Videoclips: Russische Desinformation zu den Landtagswahlen".
Der MDR-Bericht vom 13.8.2026 ist hier zu finden: "Mutmaßlich russische Desinformationskampagne zielt auch auf MDR ab". Im Beitrag selbst sind auch noch weitergehende Inhalte verlinkt, etwa eine sehr spannende Einordnung durch CeMAS-Expertin Julia Smirnova und ein Statement von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt.
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