Wie „LVZ“ und „DNN“ mit dem potentiellen MDR-Intendanten Bernd Hilder umgehen

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Links: Screenshot LVZ-Online vom 21.6.2011. Rechts: Foto von LVZ/DNN (S. 12) vom gleichen Tag.

Jetzt mal Hand auf's Herz: Angenommen, Sie sind Chefredakteur einer großen Regionalzeitung und werden als Kandidat für den Posten eines noch größeren Medienhauses gehandelt - sagen wir, als Intendant einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt: Berichten Sie in Ihrer Zeitung darüber?

Bernd Hilder, Chefredakteur der "Leipziger Volkszeitung" hat sich offenbar dagegen entschieden. Hilder ist in den vergangenen Tagen und Wochen der in einer ganzen Reihe von Zeitungsberichten als heißer Kandidat auf den Intendantenposten gehandelt worden. Im eigenen Blatt wird er als solcher nicht genannt.

Gestern hat der Verwaltungsrat festgelegt, wie das Verfahren zur Intendantenkür laufen soll. In der gedruckten "LVZ" und damit auch dem Schwesternblatt "DNN" von heute (21.6.2011) heißt es (Bild oben rechts):

"Genannt werden häufig Karola Wille, Juristische MDR-Direktorin und stellvertretende Intendantin, Werner Dieste, Chef des MDR-Landesfunkhauses Thüringen, MDR-Hörfunkchef Johann Michael Möller sowie Arte-Programmdirektor Christoph Hauser."

Im Online-Angebot der "LVZ" dagegen steht ein Stück, dass bereits am Vorabend (20.6.2011) - also zeitnah nach der Sitzung des MDR-Verwaltungsrats - erschienen war ("Neuer MDR-Intendant soll Ende September gewählt werden"). Und dort wird allerdings Hilder genannt:

"Dennoch gibt es Spekulationen über mögliche Nachfolger. Dazu gehören die stellvertretende MDR-Intendantin und Justiziarin Karola Wille und der Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung, Bernd Hilder, der 13 Jahre lang bei der ARD gearbeitet hat und dort unter anderem Hörfunk-Korrespondent in Washington und Mexiko war. Auch MDR-Hörfunkdirektor Johann Michael Möller wurde in diesem Zusammenhang genannt."

Offensichtlich ist die Geschichte eine 1:1-Übernahme von der dpa. Hat da jemand nicht aufgepasst? Nicht nachgedacht? War die Chefdirektive noch nicht angekommen?

In dem Online-Stück heißt es auch, der Verwaltungsrat wolle mehrere potentielle Kandidaten hören, aber später nur den Namen des einen Kandidaten bekannt geben, der dann dem Rundfunkrat vorgestellt werden soll. Das dient dem  "Schutz der anderen Kandidaten", so der Bericht.

Wenn es wirklich klappt, eine gute Maßnahme - denn durch Nennungen werden die einzelnen Personen im Zweifel nur beschädigt. Denn wir wissen ja: Medienleute können eine ganz schön fiese Meute sein.

[Mit Dank an die drei Hinweisgeber!]
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