Riesenphallus aus Drebach: Viral-Hit für SZ-Online (mit Nachtrag!)

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Screenshot von SZ-Online

Einen vielsagenden Viral-Hit hat SZ-Online gelandet:

Der Text "Riesenphallus war Drebacher Bürgermeister Dorn im Auge" vom 19.1.2012 ist in den vergangenen Tagen zigfach bei Facebook und Twitter geteilt worden. Hintergrund ist, dass der Drebacher Bürgermeister dem Bericht nach einen Riesenpenis aus Schnee am Ortseingang hat entfernen lassen.

Das gute Stück bietet dem oder der Autorin Anlass zu allerlei Wortspielen - auch mit den Namen von beteiligten Personen: Unsere Google-Recherche jedenfalls ergibt, dass es Gemeinderat Manfred Ficker, Bauhof­leiter Roland Musch und Bauhofmitarbeiter Johannes Sack wirklich gibt - nur zu Gemeindesprecherin Manja Tittlowski findet sich nix im Netz, aber der Name wird wohl kaum erfunden sein. Ob sie sich aber wirklich so hat zitieren lassen?

Zitat aus dem Text bei SZ-Online:

"Zu den Augenzeugen des Riesenphallus gehörte Gemeindesprecherin Manja Tittlowski (34). Sie sagte: 'Im Verkehr stört der Penis. Ich bin nicht stolz, dass wir den Größten haben.'"

Nun wird der eine oder andere bestimmt wieder kopfschüttelnd das immer weiter sinkende Niveau der Zeitungen beklagen, der andere herzlich lachen (so wie wir) - tatsächlich sieht man beim genauen Hinschauen, dass der Text aus der "Chemnitzer Morgenpost" stammt und kein Stück der "Sächsischen Zeitung" ist (beide Zeitungen gehören zu einem Unternehmen, die "Mopo" hat keinen eigenen, journalistischen Internetauftritt). Nur um das gleich klarzustellen: Der Text ist in unseren Augen sehr lustig und schadet SZ-Online sicher nicht.

Trotzdem ist die Geschichte aus unserer Sicht aber auch in andere Richtung noch sehr "vielsagend": Sie zeigt, wie man im Netz vergleichsweise leicht Reichweite generiert. Mit amüsanten, vielleicht auch zweideutigen Geschichten, mit einer ordentlichen Portion Witz erreicht man im Zweifel weit mehr Verbreitung, Aufmerksamkeit und Klicks, als wenn man sich mühsam durch lokalpolitische Kost oder andere schwierige Themen wühlt. Das aber ist durchaus nicht unproblematisch, wenn man sich fragt, wie wohl die Zukunft des Journalismus aussieht - den auch im Netz wird, wie bei den analogen Medien, die Werbung nach Reichweite abgerechnet.

Nachtrag, 11.48 Uhr: Gerade erst gesehen: die "Bild" lässt sich nicht nehmen, die Geschichte heute (25.1.2012) nachzuerzählen (im wahrsten Sinne des Wortes, eigene Zitate hat man nicht eingesammelt): "Penis-Posse am Venus-Berg erregt Sachsen".

Nachtrag, 13.58 Uhr: Unbedingt den Kommentar unten beachten: Die Gemeindesprecherin heißt in Wahrheit Tittlowitz!

3 Kommentare
  • Hendrik
    Januar 25, 2012

    Frau Tittlowski heisst eigentlich Tittlowitz. Mit dem richtigen Namen wäre es aber zu witzig geworden.

    http://www.gemeinde-drebach.de/gemeinde/ansprechpartner.html

  • Thomas
    Januar 25, 2012

    Der Artikel der Bild hat einige Fehler.
    Das war nicht im Ortsteil Venusberg, sondern Drebach selbst.
    Die Namen der Beteiligten sind bis auf Tittlowski richtig....

    Ursprung des ganzen war ein Foto der Baumeister selbst in Facebook, was dann von jemandem der Mopo kommuniziert wurde.

  • Flex
    Dezember 21, 2014

    Die Frau heißt Tittlowitz !!

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