Lesehinweis: „ZEIT für Sachsen“ im Gespräch mit MDR-Intendantin Karola Wille (Nachtrag 24.2.2012: Text jetzt online!)

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Ausriß aus der "ZEIT" von Donnerstag, 23.2.2012.

Nachtrag 24.2.2012: Der Text ist jetzt auf Zeit-Online zu finden, hier entlang: "'Wir können’s doch auch!'"

Unsere ursprüngliche Meldung vom 22.2.2012:

Lesehinweis, auch wenn die Geschichte vorerst nur am Kiosk zu bekommen sein dürfte: In der "ZEIT" von Donnerstag (23.2.2012) ist auf den sächsischen Regionalseiten ein Interview mit MDR-Intendantin Karola Wille zu finden. Genauer: Man hat gemeinsam Fernsehen gesehen.

In dem ausführlichen Interview spricht Wille offen über ihre DDR-Vergangenheit und deren Bedeutung während der Intendantenwahl. Auf die Frage, ob sie sich in dieser Zeit oft selbst hinterfragt habe, sagt sie:

"Wille: Natürlich. Ich habe nicht nur meine Promotion noch einmal gelesen, sondern auch mein Leben in der DDR wieder und wieder reflektiert. Ich grübelte: Gibt es da Dinge, die ausschließen, dass du Intendantin werden kannst? Insofern war es eine sehr intensive Lebensphase für mich.

ZEIT: Wenn es das Ziel war, Ihnen mit Kritik an Ihrer Ost-Biografie zu schaden, muss man beinahe sagen: Das Gegenteil ist eingetreten.

Wille: Falls man suggerieren wollte, dass diese Frau untragbar wäre, hat man das offensichtlich nicht geschafft. Stattdessen fragten die Leute hier: Was wissen die von unseren Biografien? Ich finde, jeder der einst 17 Millionen DDR-Bürger hat das Recht auf eine historische und differenzierte Betrachtung seiner Biografie. Ich bekam viel Post, auch von West-Kollegen: Ich solle mich nicht einschüchtern lassen. Viele Menschen sagten mir: Frau Wille, jetzt fallen Sie mal nicht um! Irgendwann dachte ich selbst: Also, so nicht. Ich bin keine Juristin mit zweifelhafter Vergangenheit."

Es folgen noch weitere sehr ehrliche Aussagen über ihre Vergangenheit und ihre Perspektive auf die DDR und ihre eigene Rolle im System.

Spannend auch, was Wille zur Intendantenwahl an sich und dem gescheiterten Versuch der (sächsischen) Politik sagt, einen bestimmten Kandidaten durchzusetzen. Sie nennt den Widerstand des Rundfunkrates ein Stück "Rundfunkgeschichte".

Zitat aus dem Interview:

ZEIT: Konnte es ein solches Aufbäumen gegen die Parteipolitik nur im Osten geben?

Wille: Diese Frage habe ich mir auch schon gestellt. Vor 20 Jahren haben die Leute unweit von hier demonstriert. Da ging es auch um Medienfreiheit. Die Bürger haben sich diese Freiheit erstritten. Das ist ein Wert, den sich die Rundfunkräte bewahren wollten.

Das gesamte sehr lesenswerte Interview in der Sachsen-Regionalausgabe der "ZEIT" trägt den Titel: "»Wir können’s doch auch!«" und ist am Donnerstag (23.2.2012) am Kiosk zu finden.

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