Missglückter Aufruf auf der MDR Sachsen-Anhalt Fanseite bei Facebook

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Hier schon in der korrigierten Version: Ursprünglich lud man zum "Antiwählerfrühstück" ein.

Gut gemeint, aber nicht gut durchdacht: Vorgestern lud der MDR Sachsen-Anhalt auf seiner Facebookseite mit einem Aufruf zum "Antiwählerfrühstück" ein. Nach den ersten teils sehr heftigen Reaktionen änderte man die Einladung ab - und lud nur noch zum "Nichtwählerfrühstück".

In der MDR-Regionalsendung "Querformat" soll mit dieser Aktion das Wahlverhalten zur Oberbürgermeisterwahl 2012 in Halle thematisiert werden. Das war nämlich bei der letzten Wahl sehr schlecht: Nur 37,5 der Wahlberechtigten stimmten ab.

MDR-Moderatorin Seraphina Kalze will bei besagtem Frühstück mit Nichtwählern ins Gespräch kommen und den Gründen für das Wahlinteresse auf die Spur gehen. Ansich keine schlechte Idee. Die Aktion allerdings als "Antiwählerfrühstück" zu verkaufen und auch noch den Wahlberechtigungsschein gegen ein kostenloses Frühstück zu tauschen, ging vorgestern bei Facebook deutlich nach hinten los. 121 Kommentare und 47 mal geteilt (Stand 27.06. 19 Uhr) - viele zeigten sich fassungslos und forderten, die Aktion rückgängig zu machen.

Da zeigt sich, wie schnell sich so eine unglückliche Formulierung im Netz seinen Lauf nimmt. Das Kind war in den Brunnen gefallen - aber die MDR Sachsen-Anhalt Redaktion hat genau das richtige getan: In die Offensive zu gehen und diesen Fehler einzugestehen. In der Kommentareleiste hat die Redaktion immer wieder ihren Standpunkt klargemacht.

Reaktion des MDR in den Facebook-Kommentaren.

Gestern folgte noch einmal ein Eintrag mit einer öffentlichen Entschuldigung:

Entschuldigungs-Eintrag der Redaktion vom Folgetag.

Auch wenn das nicht so gedacht war - eins hat die Sendung "Querformat" mit dieser Aktion erreicht: Aufmerksamkeit! Der ironische Ansatz bei Facebook mit so einer Aktion zu provozieren, war gar nicht so dumm gedacht. Doch man darf aber nicht vergessen, dass die Mehrheit der Facebookgemeinde entscheidet, wo Ironie aufhört – und dann muss man sich Kritik in aller Öffentlichkeit auch gefallen lassen.

1 Kommentar
  • volker wedemann
    Juli 28, 2013

    die entschuldigung finde ich gut ,man hätte sich doch deutlicher ausdrücken können.

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