MDR-Offline: Jump nimmt Community vom Netz

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Screenshot von der Jump-Community-Seite vom 4.7.2012.

Die Tatsache, dass es bislang noch niemand bemerkt hat, sagt alles: MDR-Jump hat zum 30.6.2012 die sendereigene Community abgeschaltet. Unter jump-community.de findet sich seitdem ein kurzer Text, der die Abschaltung des Angebots erklärt.

Wörtlich heißt es darin:

"Auch wir verzeichnen vor allem auf unseren Facebook- und Twitter-Profilen einen sehr viel stärkeren Anstieg der Nutzeraktivitäten und Kommunikation als in unserer JUMP-Community. Vor diesem Hintergrund und um als öffentlich rechtlicher Radiosender mit den Gebührengeldern unserer Hörer sparsam umzugehen, haben wir uns entschieden, auf die geänderten Rahmenbedingungen zu reagieren und die Weiterentwicklung bzw. den Betrieb unserer eigenen JUMP-Community zum 30.06.2012 einzustellen."

Die Jump-Community gab es seit 2007, wie aus einem alten Flurfunk-Eintrag vom 2009 hervorgeht (bei Wikipedia steht allerdings als Startbeginn für die Community das Jahr 2008). Lustig: In dem von uns damals verlinkten Video erklärt der damalige Jump-Senderchef die Vorzüge einer eigenen Community ("Video: Jump-Chef Michael Schiewack im Interview mit turi2").

Der Schritt zur Abschaltung scheint aus der Ferne nachvollziehbar: Allein bei Facebook kommt MDR Jump auf fast 80.000 Fans; bei Twitter sind es immerhin noch 8.335 Follower und Google+ erfüllt irgendwie auch unsere Erwartungen - mit 55 Kreisen... Vermutlich wird in der Jump-Community einfach nicht mehr viel los gewesen sein.

Ein weiteres Indiz für diese These: Anders als bei der Programmreform ist dieses Mal kein Sturm der Entrüstung über die Facebook-Seite des Senders hinweggefegt (vgl. Flurfunk Dresden vom 30.8.2011: "MDR-Jump: Facebook-Fans üben harsche Kritik am neuen Programm").

Bleibt noch eine Frage, die wir gerade aus der Ferne nicht beantworten können: Wie steht es eigentlich um die MDR-Sputnik-Community?

Hier der ganze Wortlaut der Erklärung, wie sie auf der Jump-Community-Seite steht:

"Liebe Besucher der JUMP Community

in den letzten Jahren ist im Bereich der sozialen Netzwerke viel passiert. Facebook, Twitter und Google+ erfreuen sich wachsender Beliebtheit und ziehen immer mehr Menschen an. Die Folge ist, dass kleinere Netzwerke wie z. B. unsere JUMP-Community zunehmend mit dem Weggang ihrer Nutzer zu kämpfen haben und schrumpfen.

Auch wir verzeichnen vor allem auf unseren Facebook- und Twitter-Profilen einen sehr viel stärkeren Anstieg der Nutzeraktivitäten und Kommunikation als in unserer JUMP-Community. Vor diesem Hintergrund und um als öffentlich rechtlicher Radiosender mit den Gebührengeldern unserer Hörer sparsam umzugehen, haben wir uns entschieden, auf die geänderten Rahmenbedingungen zu reagieren und die Weiterentwicklung bzw. den Betrieb unserer eigenen JUMP-Community zum 30.06.2012 einzustellen.

Natürlich bleiben wir mit Euch in der digitalen Welt verbunden! Auf unserer Webseite jumpradio.de begleiten wir unser Programm und bieten jede Menge weiterführender Informationen, Nachrichten, Wetter- und Verkehrsinfos. Daneben nutzen wir zukünftig verstärkt die Möglichkeiten der etablierten sozialen Netzwerke zum Austausch mit Euch, zur Begleitung des Programms sowie unserer Aktionen und Events.

MDR JUMP findest Du in den sozialen Netzwerken, z.B.:"

(Anmerk. der Redaktion: Es folgen die verlinkten Logos von FacebookTwitter und Google+).

3 Kommentare
  • Flo
    Juli 6, 2012

    Ich denke, die Sputnik-Community hat solange eine Daseinsberechtigung, solange es auch die Sendung Soundcheck am Dienstagabend gibt. Soweit ich das gesehen habe, wurde die Sputnik-Community auch auf eben diesen Bestandteil – die Newcomerplattform – zurückgefahren. Auch die einstige Community-Show mySPUTNIK heißt ja jetzt nur noch »Die Sputniker am Nachmittag«. — Dass man die Jump-Community eingestellt hat, ist ein nachvollziehbarer Schritt. Fragt sich nur, was jetzt aus der wöchentlichen Communitysendung wird. Wahrscheinlich wird man sich dort dann Facebook- und Twitter-Aktivitäten widmen.

  • Erik
    Juli 9, 2012

    Selten dämlich. Da scheint den Machern die Kreativität zu fehlen, wie man eine solche Jump-Community für die eigenen Zwecke nutzen soll. Schiewack war bei Jump wahrscheinlich der Einzige, der kapiert hat, wie das mit einer eigenen Community so läuft und wie man die eng an das Radioprogramm heranführt. Der neuen Chefetage fehlt wahrscheinlich diese Art von Gehirnschmalz.
    Dass man durch das Outsourcen der Social-Media-Kompetenz an Facebook und Co auch einen nicht ganz unwichtigen Datensatz versenkt, der einem ermöglicht hätte, mehr über die eigenen Zuhörer und User zu erfahren, will ich gar nicht erst weiter erläutern...

  • mcnesium
    Juli 29, 2012

    sehr gut, immer weiter so. auf dass die jugend von morgen glaubt, das internet zum mitmachen bestünde nur aus facebook, twitter und google plus. dann störts auch niemanden, wenn alles andere zensiert, verboten, und abgeschaltet wird. die großen silicon-valley-unternehmen reiben sich die hände und verkaufen dem mdr vielleicht irgendwann mal unter der ladentheke ein paar erkenntnisse über die lebensgewohnheiten ihrer zielgruppe. finanziert von der gez, ach nein, vom rundfunkbeitrag :)

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