Von kostenlos zum Kiosk: „Sächsische Sportzeitung“ kostet jetzt 1 Euro

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September-Cover der Sächsischen Sportzeitung.

Das ist mal ein mutiger Schritt: Die "Sächsische Sportzeitung", ursprünglich als kostenloser Titel gestartet, hat mit der September-Ausgabe erstmals für 1 Euro am Kiosk und anderen Verkaufsstellen gelegen.

Herausgeber der "Sächsischen Sportzeitung" ist die Print Design Dresden Ltd., die den Titel im Februar 2012 gestartet hat (vgl. Flurfunk Dresden vom 15.3.2012: "Neues Blatt für alle Sportinteressierten: 'Die Sächsische Sportzeitung'"). Damals war von 25.000 Exemplaren alle 2 Monate an rund 400 Vertriebsstellen die Rede. Jetzt kostet jede Ausgabe Geld und kann auch abonniert werden.

Hat sich mit der Vertriebsumstellung auch die Auflage geändert? Geschäftsführer Sven Müller erklärt gegenüber Flurfunk Dresden:

"Die Auflage verändert sich nicht. Für die Anzeigenkunden bleibt also alles beim Alten. Die nach einigen Tagen absehbare Auflage von Zeitungen, welche sich nicht verkaufen lässt, wird strategisch als Werbeexemplare eingesetzt, so dass wir für die Anzeigenkunden sogar noch genauer an die sportliche Zielgruppe heran kommen und die komplette Auflage von 30.000 auch weiterhin an den Mann bzw. die Frau bringen."

Moment allerdings erfolgt der Vertrieb vorerst nur über den Pressevertrieb Dresden, in Leipzig und Chemnitz ist der Titel derzeit also nicht am Kiosk zu finden.

In einem längeren Beitrag an die Leser auf der Seite sportzeitung-online.de ("In eigener Sache") erklärt die Redaktion die Hinter- und die Beweggründe:

"Was anfangs unmöglich schien, wird jetzt aber wahr. Es ist fast historisch! Der Pressevertrieb nimmt eine Sportzeitung auch ohne überwiegenden Fußballanteil, entgegen allen Statistiken, ins Programm auf. (Mal von den Fachzeitschriften abgesehen) Das verdanken wir ganz klar unseren Lesern und Facebook Fans! Danke."

Der Beitrag auf der Webseite gibt im weiteren Verlauf einigen Einblick in die Sorgen und Nöte eines kostenlosen Zeitschriftenmachers. Es könne nur soviel gedruckt werden, wie Anzeigen verkauft würden - auch sei die Akquise der Vertriebsstellen sehr mühsam. Wörtlich ist da zu lesen:

"Letztlich haben es unsere treuen Werbepartner erst möglich gemacht, dass es die Sportzeitung gibt. Und auch in Zukunft sind wir nichts ohne die Unterstützung dieser Firmen. Damit nichts falsch verstanden wird, es liegt nicht an unseren Werbepartnern, sondern an den vielen größeren Firmen die nicht in der Zeitung werben! Dazu kann man sich kaum vorstellen, wie viele Anzeigenkunden wir ablehnen mussten nur um unabhängig zu bleiben. Es hat schon Methode die Anzeigenschaltung von der Berichterstattung abhängig zu machen. Nur wir wollen immer noch selber entscheiden über was wir berichten wollen und über was eben nicht, egal ob einer mit den großen Scheinen wedelt. Mehr möchten wir an dieser Stelle nicht darauf eingehen."

Und auch diesen Satz müssen wir hier unbedingt noch zitieren:

"Es gibt eine Menge Marketingexperten die wieder der Meinung sind, das wäre nicht möglich nachdem die Zeitung einmal kostenlos war, diese zur Kaufzeitung umzuwandeln, aber …da kam einer, der wusste das nicht…"

Hier geht's zum erklärenden Artikel auf sportzeitung-online.de: "In eigener Sache".

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