Neues Wochenblatt: L-IZ, Weltnest und „3Viertel“ planen „Leipziger Zeitung“

Leipzig bekommt eine neue Wochenzeitung: Auf der Internetseite leipzigerzeitung.net kündigen die Projektpartner "3Viertel", die Leipziger Internet Zeitung (L-IZ) und Weltnest an, künftig eine gemeinsam Wochenzeitung für die Messestadt herauszugeben.

Auf der Internetseite von "3Viertel" ist über die Hintergründe zu lesen:

"Wenn in Leipzig viele kleinere engagierte Projekte nebeneinander und unabhängig voneinander sich von der großen Tageszeitung an die Wand fahren lassen, dann ist das zwar ein idealistischer Grabenkampf, aber keine wirkliche Alternative einer Zukunft für Journalisten in Leipzig."

Zunächst stellt "3Viertel" das Erscheinen als kostenlose monatliche Stadtteilzeitung ein. Insgesamt sind 50 Ausgaben erschienen, die in den Leipziger Stadteilen Leutzsch, Lindenau (Alt-, Neu- und Lindenau), Plagwitz und Schleußig sowie Böhlitz-Ehrenberg und Innenstadt verteilt worden sind. Dem Foto auf der Facebook-Seite von "3Viertel" nach zu urteilen, ist die Neuentwicklung offenbar auch Thema in der aktuellen gedruckten Ausgabe.

Screenshot von leipzigerzeitung.net.

Screenshot von leipzigerzeitung.net.

Über den Abo-Preis der neuen Wochenzeitung und wann die erste Ausgabe erscheint, ist auf der Seite allerdings noch nichts zu finden* (*Nachtrag, s. Aktualisierung unten). Man stelle die Wochenzeitung ein, heißt es, um ein Finanzierungsmodell zu erarbeiten und "eine schlagkräftige Truppe zusammenzutrommeln, die sich dem Scheinriesen LVZ stellen mag."

Weiter heißt es unter 3Viertel.de:

"Wir wollen eine Wochenzeitung für Leipzig, eine echte Alternative, sich zu informieren, und damit den lokalen Dialog der Menschen zu lokalen Themen fördern. Die LEIPZIGER ZEITUNG soll eine unabhängige, vom Leser finanzierte Wochenzeitung sein, die abonniert werden kann. Die LEIPZIGER ZEITUNG braucht dafür 12.000 Leser, die uns abonnieren und damit eine Bürgerbewegung hin zu bezahlbarem Journalismus ins Leben rufen. Werden Sie aktiv und unterstützen Sie die Medienvielfalt in Leipzig."

Aus Facebook-Kommentaren und der Formulierung, dass man 12.000 Leser benötige, "die uns abonnieren und damit eine Bürgerbewegung hin zu bezahlbarem Journalismus ins Leben rufen", lässt sich schließen, dass man offenbar in Richtung Crowdfunding denkt - also erst die Abonnenten zu sammeln, um dann erstmals zu erscheinen.

Auf leipzigerzeitung.net wie auch bei 3viertel.de sind die drei Partner jeweils mit einer langen Erklärung zu ihrer Motivation vertreten. Hier geht's zur Vorstellung der Projektpartner unter leipzigerzeitung.net: "Wer wir sind".

Hier ist die Erklärung von "3Viertel" zu lesen: "Das Ende".

Einige Hintergründe sind im Blog von Henning Uhle zu finden: "Neue Zeitung für Leipzig geboren".

Nachtrag: Inzwischen (1.12.2014, 21 Uhr) sind mehr Informationen auf leipzigerzeitung.net zu finden. Die erste Ausgabe soll im Frühjahr 2015 erscheinen. Das Jahres-Abo ist mit 69 angesetzt. Wörtlich heißt es da:

"Wir legen alle aus dem Abonnementverkauf eingenommenen Gelder treuhänderisch und sicher auf ein Konto. Dort wird das Geld bis zur Arbeitsaufnahme zur Herausgabe der ersten Ausgabe bleiben. Alle Investiven Maßnahmen im Vorfeld werden durch die Gesellschaft getätigt."

Dort verspricht man auch, regelmäßig im Blog über die Planungsphasen zu berichten. Hier nachzulesen.

Außerdem ist die "Leipziger Zeitung" jetzt auch auf Facebook zu finden.

4 Kommentare
  • Andreas
    November 30, 2014

    12.000? Das stell ich mir für LE schwierig vor, wenn sich kein Mäzen oder eine Stiftung findet, die mit einspringt. Da hatten ja selbst die Krautreporter zu kämpfen, die im Vorfeld Bundesweit einiges an PR hatten.

  • André Paul
    Dezember 1, 2014

    Den Kollegen ist wirklich alles Glück zu wünschen! Natürlich ist das Projekt kein einfaches, aber es ist zukunftsweisend konzipiert. Print primär basierend auf Anzeigenerlösen - diese Zeiten sind vorbei. Und die "Zeit" hat obendrein bewiesen, dass guter (Wochenzeitungs)journalismus sogar expandieren kann - wenngleich dort nahezu ausschließlich von Westdeutschen für Westdeutsche gemacht. Vielleicht kann aus dieser "Leipziger Zeitung" irgendwann, in ferner Zukunft mal etwas Vergleichbares für die neuen Ländern entstehen.
    André Paul
    München

  • Thomas
    Dezember 3, 2014

    Inzwischen werden (verhalten) kritische Kommentatoren von den Projektmachern wüst beschimpft: "Statt an der Erweiterung einer Medienlandschaft teilzuhaben oder Wohlwollen zu üben, sind ihre Unterstellungen unglaublich, dreist und mit Verlaub eine Frechheit."

    Der Kommentator, ein freier Journalist, hatte es - ganz freundlich - gewagt, nach der kulturjournalistischen Kompetenz der Macher und der wirtschaftlichen Machbarkeit des Projektes zu fragen.

    Nachzulesen hier: http://www.jens-kassner.de/

  • Michael Freitag
    Dezember 5, 2014

    Ne Menge Wirbel schon in Leipzig ;-) Zu den "negativen Stimmen" - dass war klar. Wer ernsthaft antritt, hat nicht nur Freunde. Also: weiter geht´s, denn "heute soll die Glocke werden" ^^

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