Negativity Bias: „Gefühlt dauerhaft im Krisenmodus“

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Lesehinweis: Im SMK-Blog ist ein Interview mit der Medienpsychologie-Professorin Maren Urner erschienen. Urner ist auch Mitbegründerin des Online-Magazin Perspective Daily.

In dem Interview geht um die Frage, was die Dominanz der "schlechten Nachrichten" in den Medien mit den Menschen macht.

Wörtlich sagt Urner:

"Ein zu negatives Weltbild führt nicht dazu, dass wir besonders aktiv, hoffnungsvoll und mit möglichst guten Ideen auf diese Herausforderungen und Probleme reagieren, die ja offensichtlich unsere Zeit beeinflussen. Stattdessen sind wir gefühlt dauerhaft im Krisenmodus und das führt dazu, dass wir chronisch gestresst sind. Damit einher gehen häufig Gefühle von Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit. Am Ende des Tages führt das dazu, dass sich immer mehr Menschen vom Weltgeschehen abwenden, weil es einfach zu viel erscheint. Dieses Phänomen ist mittlerweile sehr gut untersucht und wird als »News-Avoidance« bezeichnet."

In dem Interview geht es auch um mögliche Lösungsansätze - etwa konstruktiven bzw. lösungsorientierten Journalismus. Denn, so Urner:

"Das, was ich erlebe und was mir viele aus dem Bekannten- und Freundeskreis, die auf journalistischer Ebene tätig sind, zurückspielen, ist eine grundsätzliche Verwirrung über die Vorstellung vieler Menschen, wie Journalismus funktioniere."

Aber für Urner gibt es nicht nur auf Medienseite Handlungsbedarf, die eigene Arbeit und das eigene Tun und Handeln besser zu erklären - auch auf Seiten der Nutzerinnen und Nutzer gibt es noch Nachholbedarf:

"Wir müssen alle noch besser lernen, zu sagen: 'Das ist der aktuelle Stand unseres Wissens. Sehr wahrscheinlich wissen wir in einigen Wochen und Monaten mehr und können dann noch besser reagieren!'"

Das Interview findet sich im Blog des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus, SMK-Blog, und ist am 30.6.2021 erschienen. Titel: "'Negative Nachrichtflut führt dazu, dass sich Menschen nicht mehr beteiligen'"

Hinweis zum SMK-Blog: In unserer FLURFUNK-Podcast-Folge Nr. 83: "Warum das sächsische Kultusministerium bloggt" spricht SMK-Presseprecher Dirk Reelfs über die Hintergründe zum Blog. In der Folge sprechen wir auch über das oben verlinkte Interview. Außerdem wird in dem Podcast deutlich, dass ich die Entwicklung des Blogs beratend begleitet habe  (owy).

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