Der Podcast liegt seit Sonntagabend fertig geschnitten auf dem Rechner. Wie so oft: Direkt nach der Aufnahme wollte ich eigentlich gleich schneiden und alles zur Veröffentlichung fertig machen, aber dann kam doch was dazwischen.
Sonntag also endlich den Schnitt gemacht und die Audiodatei exportiert. Ach, jetzt fehlt ja noch die Erstellung des Ankündigungstextes im Blog! Wie mich das immer nervt und es ist auch schon spät... Inzwischen ist Dienstag.
Geht das auch mit KI?
Wie gut, dass es jetzt KI-Tools gibt – und wie gut, dass man sich als Podcaster manchmal mit anderen Podcaster*innen austauscht und die Frage auftaucht, ob die Erstellung des Ankündigungstextes nicht mit Hilfe von KI-Tools funktionieren könnte. Kann sie!
Der Prozess war bei mir bislang immer recht langwierig: Sonst habe ich immer die Folge nochmal gehört und mir wichtige und spannenden Aspekte rausgeschrieben. Außerdem gehört für mich ein Hinweis, wer der Gesprächspartner bzw. die -partnerin ist – einschließlich korrekte Berufsbezeichnung – in einen guten Ankündigungstext dazu.
Das bedeutet gewöhnlich ein erneutes Aufrufen der Vorbeitungsnotizen, alternativ etwas Internetrecherche, manchmal ein weiteres Mal reinhören.
Ja, das geht deutlich leichter: Mit einem Skript vom Podcast könnte doch mein Assistent Chatty (ChatGPT) die Aufgaben übernehmen!
Also los:
1. Transkribieren des Podcast
Zum Transkribieren des Podcast nutze ich die Notizen-App meines MacBook. Wusste ich bis vor kurzem auch noch nicht, aber wenn man da eine Audiodatei hochlädt und einen Moment wartet, bietet die App ein vollständiges Transkript an. In sehr guter Qualität, so mein erster Eindruck!

Alternativ, so rät mein Dozenten-Kollege und KI-Experte Frank Schütze, könnte man den Weg auch über NotebookLM probieren. Vorteil hier: Kaum ist die Audio-Datei hochgeladen, erstellt das Programm eine textliche Zusammenfassung. Die könnte schon – sprachlich etwas angepasst – als Vorlage dienen. Alternativ habe ich mit dem Prompt: "Erstelle mir ein Transkript der Audiodatei" gerade ebenfalls gute Erfahrungen gemacht, wobei ich das Ergebnis von Notizen etwas besser finde.
So oder so: Die Zeiten, wo ich X Euro pro Stunde Skripttext für eine Software ausgebe, sind jedenfalls vorbei.
2. ChatGPT mit Vorlagen anlernen
Mein Freund Chatty (chatGPT) hat ja bekanntlich Grenzen, gerade was die Qualität der Texte und die inhaltliche Tiefe betrifft. Also nehme ich drei schon bestehende Podcast-Ankündigungen und fordere ihn auf, sich die drei genau anzuschauen und eine Kriterienliste zu erstellen, wie die Beiträge strukturiert sind und welche formalen Kennzeichen sie haben.
Gesagt, getan: Er spuckt eine kleine Übersichtsliste aus... (Titelzeile: ... Unterzeile ... Zwischenüberschriften, einleitender Absatz, Infos über den Gast, Shownotes...).
Wobei: Am Ende bin ich doch etwas enttäuscht von der Lernfähigkeit und erkläre dem Tool, dass ich keine Fettungen von einzelnen Wörtern im Blogbeitrag wünsche und das Prozentzeichen ("%") im Fließtext immer ausschreibe. Aber das zahlt sich hoffentlich langfristig aus.
Hier mein Prompt für Chatty:
"Podcast: Bitte schau dir diese drei Podcast-Ankündigungen genau an. Ich will, dass du im nächsten Schritt genau so eine Podcast-Ankündigung mit den Informationen erstellst, die ich dir dann gebe. Achte bitte auf alle Formatierungen und Schreibweisen."
3. Eigene Infos (Skript und ggf. Vorbereitung) einsetzen
Jetzt kommen die neuen Infos dazu. Dazu nehme ich das Transkript aus den Notizen ("Transkript kopieren", bei ChatGPT einfügen) und prompte:
Erstelle mir auf Basis dieses Skriptes bitte eine Podcast-Vorlage in WordPress-Format. Achte darauf, dass die Shownotes korrekt verlinkt sind. Bleibe absolut bei den Fakten des Skriptes.
Wenn ich sie digital habe, kann ich hier auch noch die Notizen aus meiner Vorbereitung einspeisen. Das hilft sicherlich auch, den Beitrag besser zu machen.
Nachtrag 12.11.2025: Noch besser funktioniert dieser Prompt:
"Schau dir diese Ankündigungen an und erstelle einen Prompt für mich, damit ich eine neue Ankündigung schreiben kann: ..."
4. Text nacharbeiten, Links kontrollieren
Nein, noch ist die KI nicht in der Lage, einen wirklich guten fertigen Text zu produzieren, den ich 1:1 übernehme. Das wird bei meinen Ansprüchen auch wohl noch eine Weile so bleiben.
Also gehe ich über den Text (die Überschrift ist sehr Mittelklasse) und bearbeite einzelne Stellen bis ganze Passagen nach. Es gilt: Nacharbeiten geht schneller als Selberschreiben!
Auch kontrolliere ich die Links, die in den Shownotes angegeben sind - sicher ist sicher.
5. Podcast-Folge hochladen und Text einsetzen
Jetzt folgen die üblichen Schritte: Die Podcast-Folgen beim Podcast-Host hochladen (in meinem Fall: Podigee), dort den Text einsetzen und auch im Blog alles vorbereiten.
Was ich noch händisch mache: die Ankündigungsmotive (Kachel und Blog-Beitragsbild) im Canva erstellen.
6. Fertig!
Für mich ist das Vorgehen eine echte Arbeitserleichterung. Ich habe kein Problem damit, schnell gute Texte zu produzieren – aber Umsetzungszeit ist in diesem Falle doch erheblich verkürzt und der ganze Vorgang damit deutlich vereinfacht.
Den fertigen Podcast-Ankündigungstext kann man übrigens hier nachlesen (und die Folge auch gleich hören!).
Workflow für Blogbeiträge und SoMe-Postings
Noch der Hinweis: Der Kollege Frank Schütze, dem wegen seiner sehr konkreten Hinweise eigentlich eine Mitautorenschaft an diesem Text gebührt, erzählte letztens in unserem KI-Workshop, dass er einen vergleichbaren Workflow (Notizen - Transkript - ChatGPT - Beitragserstellung) nutzt, um sich selbst Sprachnachrichten zu schicken. Über die Notizen-App entsteht ein Transkript, ChatGPT mach daraus einen Blogbeitrag oder ein Social-Media-Posting.
Überhaupt, das ist noch eine Beobachtung aus unseren KI-Praxiswerkstätten: Wenn man einzelne Tool vernünftig mixt, kann KI doch ganz erheblich Arbeit ersparen. Dafür ist der persönliche Erfahrungsaustausch, etwa in unserem Seminar, überaus sinnvoll.
Der nächste Termin für die KI-Praxiswerkstatt ist übrigens am 9.12.2025 in Dresden. Hier geht es zu unseren Seminaren!
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