
Am 22. und 23.4.2026 trifft sich die Medienbranche erneut zu den Medientagen Mitteldeutschland (MTM). Nach Jahren in der Spinnerei in Leipzig kehrt die Veranstaltung nun wieder in die altbekannte Location Media City zurück (vgl. FLURFUNK 16.9.2026: "Wechseln die Medientage Mitteldeutschland nach Thüringen?").
Wir haben uns das Programm angeschaut und sind positiv überrascht: Dem Veranstalter-Team ist es gelungen, eine schicke Mischung aus spannenden Referentinnen und Referenten und Themen zusammenzustellen, auch wenn die sich manchmal in ganz schön sperrigen Titeln verstecken.
Hier geht es zur Programmübersicht der MTM 2026.
Hier unsere Empfehlungen, wo man uns vermutlich trifft:
Tag 1: Finanzierung, Social-Media-Verbot, Radio und Medienstrukturen
Gleich die Eröffnungs-Keynote um 10 Uhr dürfte spannend werden: Medienstaatsminister Wolfram Weimer spricht um 10 Uhr und wird sicherlich die Bedeutung von unabhängigem Journalismus und Medien im Zeitalter von KI und der Dominanz großer Plattformen ansprechen. Ob auch Selbstkritik, zum Beispiel zum Umgang mit der Buchbranche, kommen wird? Vermutlich eher nicht.
Trotzdem: Weimer ist ein guter Redner und seine Positionen zur Plattform-Dominanz hörenswert. Und wer mag, kann sich gleich im Anschluss (10:45 Uhr) noch das passende Panel zum Thema Digitale Souveränität in Studio 3 anschauen.
Spannender aber aus unserer Sicht: Der Talk im Studio 5 mit dem Titel: "Die Plattform regelt: Wie können deutsche Medien Inhalte langfristig finanzieren?" Den MTM-Team ist es gelungen, Agenturen-Leute aufs Podum zu holen, die sich mit Branchenvertretern austauschen. Sollte die Deutsche Bahn liefern, trifft man mich dort!
Eigentlich sind alle Termine in Studio 4 überaus interessant! Dort hat sich der ida Open Media Table eingenistet und spannende Gäste eingeladen, um ganz praktische Fragen zu klären. Am Mittwoch geht es zum Beispiel um 10:45 Uhr um die Frage, wie Medien mit der Kommentarspalte umgehen können, um daraus eine Community zu bilden. Und um 12.15 Uhr wird die Frage diskutiert, welche KPIs Medien noch nutzen könnten außer Reichweite.
Weitere wichtige Termine der MTM am ersten Tag (22.4.2026):
Um 15.45 Uhr geht es um die Frage nach einem Social-Media-Verbot. Titel: "Zwischen Freiheit und Jugendschutz: Zukunftsstrategien für Social Media".
Vielleicht lohnt es sich aber auch, in das Panel zur Zukunft des öffentlich-rechtlichen Radios zu gehen, dort ist u.a. der frische MDR-Direktor Boris Lochthofen zu erleben. Titel: "Kooperieren oder kollabieren? Welche Rolle spielen Audio, Radio und Podcasts in der digitalen Plattformwelt?"
Wie kann eine Medienlandschaft aussehen, die verschiedene Perspektiven aus der Bevölkerung abbildet, dem Grundgesetz verpflichtet ist und den gesellschaftlichen Zusammenhalt sichert? Dieser Frage geht das Panel "Mehr als Glotze: Medienstrukturen für eine stabile Demokratie" um 17.3o Uhr nach – u.a. mit dem Thüringer MP Mario Vogt und MDR-Intendant Ralf Ludwig.
Tag 2: Plattformverantwortung, Filmbranche, ÖRR und Lokaljournalismus
Auch an Tag 2 sind einige spannende Programmpunkte dabei, die ich hier kurz vorstellen will:
Die Keynote am zweiten Tag hält Julia Becker, Verlegerin und Aufsichtsratsvorsitzende der FUNKE Mediengruppe – auch das dürfte ein spannender Impuls sein. Titel: "Vertrauen als Währung: Warum Medien ihre wichtigste Plattform selbst werden müssen".
Direkt danach wird es politisch: Um 9:30 Uhr geht es im Panel „Plattformverantwortung im digitalen Zeitalter – Recht, Aufsicht und Demokratie“ um nichts weniger als die Frage, wie viel Macht große Plattformen inzwischen haben – und wie man sie eigentlich noch kontrollieren kann.
Um 10:45 Uhr wird es dann wirtschaftspolitisch: „Babelsberg vs. Budapest: Wie wird Deutschland wieder ein attraktiver Filmstandort?“
„Karlsruhe, KEF und Medienrat: Wer sticht wen?“ (12:15 Uhr) dreht sich um die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Systems und den neuen Medienrat.
Am Nachmittag schließlich wird es dann noch mal ganz kleinteilig: Um 14:45 Uhr diskutiert u.a. OAZ-Verleger Holger Friedrich zur Zukunft des Lokaljournalismus: „Newsletter, Podcasts & Pop-up-Redaktionen – Neue Modelle für den Lokaljournalismus“. Auch da werde ich vermutlich kurz reinschauen.
Hinweis: Diese Aufzählung ist keineswegs vollständig, sondern hoch subjektiv – das Programm selbst ist noch viel umfangreicher.

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