Künstliche Intelligenz in der sächsischen Politik

Der MDR-Sachsen Politik-Podcast hat sich vergangene Woche (10.4.2026) mit dem Einsatz Künstlicher Intelligenz in der sächsischen Landes- und Kommunalpolitik beschäftigt. Ergebnis der Recherche: In der Breite ist das Thema dort bislang nur punktuell angekommen.

Ich freue mich, dass ich ein paar Einblicke aus meiner Perspektive als Politik- und Kommunikationsberater beisteuern konnte.

Die ganze Podcast-Folge ist auf mdr.de zu finden, das KI-Thema beginnt ab Min. 25:38.

Meißens Politik-Influencerin

Die MDR-Journalistin Daniela Kahls hat mit dem Podcast-Beitrag eine sehr gründliche Recherche hingelegt:

So bringt sie die Meißner AfD-Kommunalpolitikerin Jana Witschetzky als Beispiel (hier bei Instagram zu sehen). Die setzt konsequent auf KI-generierte Videos und verwendet dafür einen eigenen Avatar. Ihr täglicher Content erreicht teilweise hohe Reichweiten.

Andere Akteure dagegen, etwa aus dem Landtag, zeigen deutlich mehr Zurückhaltung beim Einsatz der neuen Techniken. Dafür hat der MDR bei allen Fraktionen nachgefragt. Valentin Lippmann von den Grünen etwa erzählt im O-Ton, dass man intern erst einmal Leitlinien für den Einsatz von KI erstellen will. Insgesamt wird eine eher skeptische und zurückhaltende Haltung deutlich.

Ein Beispiel aus Baden-Württemberg zeigt, wo Probleme entstehen können: So wurde die Geschäftsordnung des Landtags angepasst, nachdem ein manipuliertes Video aus dem Plenum für Diskussionen sorgte. Wieder war ein AfD-Politiker am Werk. Die zentrale Frage dahinter: Wie lässt sich verhindern, dass Deepfakes parlamentarische Realität verzerren?

Reichweite ist nicht alles

Im MDR-Podcast durfte ich im Interview diese Entwicklung einordnen. Dabei geht es unter anderem um die Frage, wo sinnvolle Nutzung endet und problematische Manipulation beginnt – und warum Vertrauen die zentrale Währung politischer Kommunikation bleibt.

Außerdem weise ich auf einen Punkt hin, der m.E. gar nicht oft genug betont werden kann: Reichweite ist nicht alles. Sie wird dauerhaft nicht die entscheidende Währung sein, wenn es um die Bewertung von politischen Aktivitäten in den sozialen Netzwerken und den Einsatz von KI geht.

Ich bin also hochgradig skeptisch, ob der Politikerin Jana Witschetzky die große Reichweite tatsächlich etwas bringt, wenn es um die Durchsetzung ihrer tatsächlichen politischen Ziele im kommunalen Bereich geht. Zumal aktuell nicht absehbar ist, wie sich das Thema KI insgesamt entwickeln wird.

Politische Kommunikation im Wandel

Passend zum Thema noch ein Terminhinweis:

Beim DIU-Fachtag "Politik und Medien" am 27.4.2026 in Dresden wird sicher auch der Einsatz von KI zur Sprache kommen.

Titel der Veranstaltung: "Fake-News, Shitstorms & Nachrichtenvermeidung: Politische Kommunikation in der Online-Gesellschaft".

Noch gibt es Tickets für die Veranstaltung, alle Infos hier.


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