„War natürlich als Joke gemeint“: Udo Reiter im Social-Media-Fettnapf

Von 3 , Permalink

Eben twittert der MDR-Intendant Udo Reiter:

Der Grund für die Entschuldigung ist sein vorangegangener Tweet - der ziemlich heftige Reaktionen bei Twitter ausgelöst hatte (der erste Blog-Eintrag ist auch schon da):

Und hier eine kleine Auswahl der Reaktionen:

Weitere Reaktionen finden sich, in dem man auf der Twitter-Startseite einfach @mdrreiter eingibt.

Das, was Reiter und seine Kollegen gerade erleben, nennt man eine Social-Media-Falle: Schnell was eingetippt, nicht richtig nachgedacht, nicht überlegt, wie viele Leute das eigentlich mitlesen (vielfach auch, ohne bei Twitter angemeldet zu sein) oder nicht berücksichtigt, dass der Witz vielleicht im Schriftlichen nicht funktioniert  - und schwups, schon ist die öffentliche Empörung da.

Unsere Meinung: Wenn die 1.0er-Medienmasche, sich an einzelnen Äußerungen hochzuziehen und solange darauf rumzureiten, bis ein Kopf rollt, auch bei Twitter und Co greift, dann haben wir alle nichts gelernt. Vor allem wird dann Twitter und Co. dauerhaft sicher nicht in der Politik Einzug halten. Man sollte eine Person vielleicht doch an der Summe ihrer Äußerungen bewerten - nicht an einer einzelnen.

3 Kommentare
  • Pierre
    Oktober 4, 2010

    Tja, aber das ist eben Social-Media! Menschen nutzen das Netzwerk um ihren Gedanken freien Lauf zu lassen und sie zu äußern. Dass sich das ganze in den Netzwerken natürlich potenziert ist allgemein bekannt.

    Und das aufgrund solch kleiner "Ausrutscher" in Wirtschaft und Politik schon Köpfe gerollt sind weil die Köpfe der Hirachie damit demonstrieren, dass sie sich von diversen Äußerungen distanzieren, hat die Vergangenheit ja bereits mehrmal gezeigt.

    Kann ja auch nicht jeder ein "Digital Nativ" sein ;-)

  • Jens Best
    Oktober 5, 2010

    Interessant ist ja, dass ein Mitglied der Religionsgemeinschaft des Islam zwar offenbar deutsches Staatsbürger ist (GG §54), aber dennoch eine Deutsche Minderheit vor Muslimen schützen will.

    Herr Professur Reiter geht also wohl davon aus das es Deutsche gibt (aka Blut und Boden-Style) und halt die anderen Deutschen, zu denen auch im Jahre 2030 der Bundespräsident gehören wird.

    Als Glaubensfreier sind mir alle Religionen in letzter Konsequenz suspekt, dennoch kann ich gut damit leben, dass es Menschen in diesem Land gibt, die sich der ein oder anderen monotheistischen Religion anschliessen, um ihr grundlegendes Bürgerverständnis mit Glaubensanspekten zu ergänzen.

    Die Privatperson Reiter kann denken und sagen, was sie will. Ein Indentant einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt, die der Gemeinschaft verpflichtet ist, sollte aber als Privatmensch die Intelligenz besitzen, solchen “Rassismus durch die Hintertür” nicht auch noch selbst zu fördern. Die Entlassung als Intendant sollte Herrn Reiter dringend nahgelegt werden.

  • dot tilde dot
    Oktober 6, 2010

    ich würde mich freuen, wenn herr reiter den witz mal erklärte. ich lache doch auch gerne.

    .~.

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