Sehr geehrte Herren Dynamo-Manager, kennen Sie eigentlich Crowdfunding?

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Dynamo Dresden erlebt ja gerade mal wieder bewegte Zeiten: Die Tatsache, dass am kommenden Dienstag der Aufstieg in die zweite Bundesliga klappen könnte, ist schon eine beachtliche Leistung. Es hat auch dazu geführt, dass wir hier - sonst nicht so die größten Fußballfans - uns das Relegations-Hinspiel im Fernsehen (danke, MDR!) angeschaut haben.

Bewegende Zeiten erlebt die Sportgemeinschaft aber auch, weil der Verein mal wieder Geld braucht. Etwas über 2 Mio. Euro, sollte das Relegations-Rückspiel nicht gewonnen werden. "Welt-Online" schreibt:

"'Wenn die Stadt uns keine Unterstützung gibt, ist die Situation aussichtslos', sagt Geschäftsführer Volker Oppitz. In der Zweiten Liga würde die Bürgschaft wegen der höheren Fernsehgelder mit 830 000 Euro geringer ausfallen."

Mehr als einmal habe ich in Bezug auf diese Nachricht die Worte: "Mal wieder..." und "Wann ist endlich Schluss" gehört und gelesen. Ich hätte da einen konkreten Vorschlag: Warum versucht sich der Verein nicht mal im Crowdfunding?

Für die anstehende Bürgschaft ist es sicherlich zu kurzfristig, aber langfristig könnte das ein sinnvolles Modell sein, die Stadt finanziell zu entlasten. Was Crowdfunding ist? Wikipedia beschreibt es so:

"Crowdfunding bzw. Schwarmfinanzierung ist eine Art der Finanzierung, durch die sich Aktionen (Produkte, Projekte oder auch Geschäftsideen von Privatpersonen) mit Fremdkapital versorgen lassen. Als Kapitalgeber fungiert die anonyme Masse der Internetnutzer."

Das Video unten erklärt die ganze Sache anschaulich. Realistisch erscheint mir die Finanzierung des Vereins über Crowdfunding auch vor dem Hintergrund, dass das Dynamo-Forum eine der reichweitenstärksten Internetseiten in der Stadt sein dürfte. Und gab es nicht auch schon mal eine Aktion, in der die Fans der Trikot-Sponsor waren?

Wie ich darauf komme? Es gibt in der Stadt ja bereits einige Aktivitäten in Sachen Crowdfunding, wie hier im Blog auch schon zu lesen war. Zwar kümmert sich beispielsweise Startnext bislang nur um Kulturprojekte, aber warum sollte die Idee nicht auf den Sport übertragbar sein?

Apropos Kultur: Nicht, dass der Herr Junge dann kommt und das gleiche Geld von der Stadt für Kulturprojekte haben will. Auch dafür gibt es ja schließlich: Crowdfunding. Peter Stawowy

Hier das Erklär-Video:

 

5 Kommentare
  • Steffen
    Mai 23, 2011

    Fänd ich persönlich ja auch nicht schlecht. Das würde dem Crowdfunding nämlich noch mehr Praxis und Bekanntheit verleihen. Das kann nie schaden. Wenn ich mir aber die Fanartikel so ansehe, gibt es schon jetzt erhebliches Potential seinen LieblingsKickerVerein zu unterstützen. Wesentlicher Punkt beim Crowdfunding ist auch ein Gegenwert, der mit den Fanartikeln schon eine ordentliche Stange bereit hält.

  • Torsten
    Mai 23, 2011

    So etwas ähnliches läuft in Form der "Fan Bürgschaft" schon - siehe http://nachrichten.lvz-online.de/sport/regionalsport/lizenz-fuer-dynamo-dresden-ist-in-akuter-gefahr/r-regionalsport-a-89205.html.

    Sicherlich wird hier trotzdem immer noch Potential verschenkt...

  • Tim
    Mai 23, 2011

    Auch von Startnext gibt es einen schönen Animationsfilm zum Thema "Wie-es-geht": http://vimeo.com/22320687

    Projekte eröffnen kann dort jeder. Also Herr Oppitz, schauen Sie mal rein auf http://crowdfunding.startnext.de/

  • Sebastian
    Mai 25, 2011

    Würde Dresden endgültig zur Crowdfunding-City machen :-)

    Zum Thema Fußball 2.0 habe ich hier mal was verfasst
    http://blog.frische-fische.com/fussball2-0-warum-deinfussballclub-de-nicht-funktioniert/1958/

    Vielleicht wäre Crowdfunding auch der perfekte Ansatz für meine verrückte Idee vom vorletzten Winter :-)
    http://konzeptspeicher.de/2010/01/30/ich-trink-auf-dynamo/

    Crowdfunding im Sport: Denis, Jens-Uwe, bitte übernehmen Sie

  • Ines Walde
    Juni 7, 2011

    Das Grundproblem ist ein anderes: ein Stadionfinanzierungsmodell, welches (wie in Aachen, aber anders als anderswo - zum Beispiel die WM-Arenen in Frankfurt, Berlin oder Nürnberg), den Verein als Ankermieter überfordert. Man sollte genau lesen (auch Stadtrats- und Vereinsbeschlüsse) und nicht nur einzelne Schnipsel aus Tages- oder gar Boulevardzeitungen zitieren. Dynamo sollte (wie Alemania) nächste Saison vier Millionen Euro Miete zahlen - das wären rund 200 000 Euro pro Spiel. Das ist ohne Zuschuss nicht tragbar, auch nicht durch Sammeln. Und die Sammlung müßte der Empfänger veranstalten, also die städtische Projektgesellschaft - deren Miete ohne Zutun oder Mitentscheid des Vereins festgelegt wurde - die Adresse dieser Diskussion wären also Herr Otto (oder Herr Vorjohann), nicht Herr Oppitz.

    Und fragen SIE doch mal bei Frauen-WM, Kirchentag, Monarchs oder Schlagernacht nach, was sie für ihre Einmietung zahlen?! Und warum die Erstligisten mit einem vielfachen Budget die Hälfte oder ein Drittel zahlen? Aber das hieße ja: RECHERCHE! ;-)

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