Online ist schneller: CDU-Kreischef Lars Rohwer schlägt Lämmel als Nachfolger vor

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Ausschnitt von der Mitteilung im Facebook-Profil von Lars Rohwer

Ein wirklich passendes Beispiel, wie Facebook und andere soziale Netzwerke den Lokaljournalismus verändern: Der CDU-Kreischef Lars Rohwer, in den vergangenen Wochen unter Beschuss geraten, hat heute (Sonntag, 22.5.2011) bekannt gegeben, bei der nächsten Wahl zum Kreisvorsitzenden nicht wieder anzutreten. Stattdessen schlägt er den Bundestagsabgeordneten Andreas Lämmel als Nachfolger vor.

Die lokalpolitische Sensation hat er - unterstelle ich mal - per Pressemitteilung herausgeben (Korrektur/Nachtrag 21.20 Uhr:) gegen 17 Uhr in einem Hintergrundgespräch, bei dem auch Lämmel anwesend war, Journalisten verkündet. (Korrektur Ende)  Parallel aber - und darauf will ich hinaus - ist die Mitteilung auch in seinem Facebook-Profil zu finden.

Das Beispiel zeigt eindrucksvoll, wie die Lokalzeitungen das Monopol auf Nachrichten verloren haben. Online ist übrigens derzeit (19.33 Uhr) bei noch keinem der Lokalblätter eine Meldung zum Thema zu finden.

Wobei man gleich mal spekulieren kann: Rohwers Facebook-Mitteilung stammt von Sonntag, kurz nach 18 Uhr. Man darf gespannt sein, ob die Zeitungen die Nachricht noch mit ins Montagsblatt bekommen haben. Gestrichen: 21.20 Uhr, s.o..

Die ganze Mitteilung von Lars Rohwer findet sich hier: "Mehr Zeit für den Dresdner Westen".

Nachtrag 21.42 Uhr: Inzwischen haben einige Medien die Meldung online gebracht, darunter "BILD Dresden" (20.15 Uhr), "SZ-Online" (ohne Zeitangabe, nach den Hinweisen in unseren Facebook-Kommentaren deutlich nach 20 Uhr) und "Dresden Fernsehen" (20.19 Uhr). Müssen ganz schön lange Wege vom Hintergrundgespräch bis in die Redaktionsstuben sein...

12 Kommentare
  • Christian Fischer
    Mai 22, 2011

    Lieber Peter,

    http://www.bild.de/regional/dresden/dresden-aktuell/dresdens-cdu-chef-tritt-zurueck-18025846.bild.html

    Sonntagabend ist die Aktualisierung im Online-Bereich etwas "langsamer". Und natürlich kannst Du es im Print nachlesen ;)

  • Christian Fischer
    Mai 22, 2011

    PS: Alle Zeitungen waren um 17 Uhr zu einem Hintergrundgespräch mit Lars Rohwer geladen. Also werden es morgen sicher alle größer im Blatt haben.

    PPS: Das Monopol auf Nachrichten hatten übrigens Zeitungen seit Erfindung des Radios schon nicht mehr gehabt ;)

  • owy
    Mai 22, 2011

    @Christian: Danke für die Hinweise, ich habe die Meldung gerade entsprechend verändert. Wobei: dass es ein Hintergrundgespräch gab, macht den ganzen Ablauf ja eigentlich noch spannender.

  • owy
    Mai 22, 2011

    Christian: P.S.: Das Lokalradio hat die Meldung aber noch nicht - zumindest nicht online (ich unterstelle mal, dass die Online-Nachrichten identisch mit denen im Programm sind). ;-))

  • Steffen
    Mai 23, 2011

    Provokateur!

  • stefanolix
    Mai 23, 2011

    Der SZ-Artikel wird jetzt mit der Angabe »Montag, 23. Mai 2011
    (Sächsische Zeitung)« angezeigt. Mit der gleichen Angabe werden auch die Beiträge aus der vergangenen Woche angezeigt. Warum bekommen die Artikel keinen Zeitstempel mit dem Datum der Veröffentlichung?

    Zur Kritik an der Verzögerung: Ich vermute, dass dort der Artikel für die heutige gedruckte Ausgabe zu lesen ist. Dadurch erklärt sich auch die Verzögerung.

    Mal ganz ehrlich: Welcher Leser sucht an einem Sonntagabend bei SZ-Online nach Meldungen über Machtkämpfe bei der Dresdner CDU? Ich kenne die Zugriffsstatistik nicht, aber ich vermute, dass es sonntags im Ressort Lokales sehr ruhig zugeht.

  • owy
    Mai 23, 2011

    @Steffen Wieso Provokateur?

    @stefanolix Sollen Zugriffsstatistiken bestimmen, wann eine Nachricht rausgeht? Klar hat man gestern Abend, als die "BILD"-Kollegen mit der Nachricht rausgegangen sind, einfach die fertige Geschichte aus der Zeitung freigeschaltet. Kann man so machen. Sagt viel darüber, wie nachrangig online gesehen wird.

  • stefanolix
    Mai 23, 2011

    Ich kann mir schon vorstellen, dass man sich (gerade an einem Sonntagabend) keine doppelte Arbeit machen wollte. Bei bestimmten aktuellen Ereignissen reagiert ja auch die SZ schneller.

    Wie lange dauert es denn in der SZ-Redaktion etwa, bis ein Artikel im Redaktionssystem für die Printausgabe fertiggestellt und freigegeben ist?

    Soll die Zugriffsstatistik bestimmen, wann etwas veröffentlicht wird? — Wenn es wirklich nur um Informationen über den CDU-Kreisvorsitz geht, kann man als Bürger (meiner Meinung nach) auch mal ein paar Stunden warten. Damit muss man sich nicht den Sonntagabend verderben. Heute morgen lag die Zeitung beim Bäcker und ein paar Minuten später auf meinem Frühstückstisch ;-)

    -

    Etwas off-topic: Mich hat es verwundert, dass die Dresdner Presse über das Symposium zum 13./19. Februar nur sehr knapp und allgemein berichtet hat. Weiß jemand, ob da noch etwas kommt?

  • Steffen
    Mai 23, 2011

    @owy ist natürlich nur im besten Sinne des Wortes gemeint.

  • Christian Fischer
    Mai 23, 2011

    Lieber Peter, Du überbewertest die Bedeutung des CDU-internen Machtkampfes. Auch für Online-News gilt die alte Regel des Journalismus: Das wichtige zuerst! Das Lars Rohwer nicht wieder für den CDU-Vorsitz antritt hat halt nicht nur an einem Sonntagabend einen sehr begrenzten Nachrichtenwert.

    Da kann man getrost die fertige Geschichte aus dem Print online stellen, sobald sie fertig ist ;)

  • owy
    Mai 23, 2011

    @Christian Das stimmt natürlich, aus meiner "Innenansicht" war es eine Sensation, mit der ich als (halb außenstehnder) Beobachter nicht gerechnet habe. Aber es gab auch keine wichtigere Nachricht zu dem Zeitpunkt, oder?
    Klar, ich seh schon ein, dass eine Nachricht wie diese theoretisch auch bis Montag warten kann/könnte. Ich will sowas aber sofort wissen...

  • Christian Fischer
    Mai 23, 2011

    Es gab am Sonntagabend keinen Publikationsdruck! Und die meistens Kollegen schreiben ihre Beiträge nich nur für Dich ;)
    Der Nachrichtenwert bestimmt, wann wo und wie umfangreich Medien ihre Geschichten publizieren.

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