MDR: Freie Mitarbeiter schreiben offenen Brief an Intendant Udo Reiter

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"SO GEHT DAS NICHT!" Mit diesen in Großbuchstaben geschriebenen Worten hat sich der Sprecherrat der Freien Mitarbeiter der Zentrale in Leipzig an MDR-Intendant Udo Reiter gewandt. In dem "offenen Brief" vom 21.1.2011, das Flurfunk Dresden vorliegt, beklagt der Sprecherrat den Umgang mit Freien Mitarbeitern vor dem Hintergrund des Sparprogramms, das sich der MDR selbst auferlegt hat. Zitat:

"Freie Mitarbeiter mögen vielleicht haushaltstechnisch als Sachkosten gelten, dahinter stecken jedoch immer auch Menschen."

Und weiter:

"Wie Freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in jüngerer Zeit in einigen Bereichen behandelt werden, zeugt nicht nur von einer verantwortungsfreien Grundeinstellung den Freien gegenüber, sondern auch von einer beängstigenden Unkenntnis der jeweiligen Stammbereichsleiter hinsichtlich rechtssicherer Umsetzung der geltenden Tarifverträge sowie der Einhaltung der Dienstanweisung zur Beschäftigung Freier Mitarbeiter im MDR."

In dem Schreiben bekundet der Sprecherrat Verständnis dafür, dass Freie Mitarbeiter nicht von dem "immensen Spardruck", der auf dem Sender laste, ausgenommen werden könne. Allerdings schienen einige Abteilungsleiter "eine willkürliche Dienste- und Honorarkürzung als Wunderwaffe zu betrachten."

Unterschwellig droht das Schreiben mit Arbeitsrechtsstreitigkeiten, sollten die Regeln der Tarifverträge und Dienstanweisungen nicht respektiert werden. Das Schreiben regt außerdem an, über eine zentrale Betreuung der Freien Mitarbeiter nachzudenken, die "möglicherweise effektiver" wäre. Dann könnten

"Veränderungen im Personalbedarf, wie sie aktuell z.B. bei der Umschau und Exakt entstanden sind, besser definiert und abgedeckt werden."

Unterzeichnet ist der Brief, der im MDR-Intranet veröffentlicht wurde, von den Vorsitzenden des Sprecherrats der Zentrale Leipzig Manfred Olbricht und Manuela Herrmann.

1 Kommentar
  • RalfLippold
    Januar 28, 2011

    .. Zeitarbeitern geht es oft genauso - live erlebt während meiner Tätigkeit als Prozessspezialist Produktionssteuerung im BMW Werk Leipzig.

    Warum wird Menschen eigentlich stets so wenig Wertschätzung entgegengebracht? Ohne Menschen läuft kein Unternehmen! 1984 und CAM sind und werden nicht Einzug halten, und doch hat man oft das Gefühl, dass die Schaltmenschen ganz oben im Gefüge der Macht, die Menschen wie Rädchen sehen und sie auch so behandeln.

    Wenn nicht mehr in der Firma, dann geht's auf dem Amt bei ALG II, und so weiter. Eigeninitiative wird "gekillt" und so gerät alles in einen nach unten gerichteten Abwärtsstrudel.

    ... ein paar Beispiele aus dem aktuellen Geschehen auf http://theservicerevolution.blogspot.com .... und das Phänomen der Servicewüste (und alles was daran hängt ist nicht erst seit gestern in diesem Land zu erleben). Zu hinterfragen, wie es dazu überhaupt kommt, dafür zeigt Dein Beitrag Peter erste Ansätze :-)

    DANKE DANKE DANKE!!!

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