Presserat: Missbilligung für „DNN“-Aktion

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Lesehinweis: Das Bildblog berichtet, dass der Deutsche Presserat eine Missbilligung gegenüber den "Dresdner Neueste Nachrichten" ausgesprochen hat. Grund: Die Aktion "Chefredakteur für einen Tag" mit dem Vorstandsvorsitzenden der Krankenkasse AOK Plus, Rolf Steinbronn.

Im Blidblog ist zu lesen:

"Der Beschwerdeführer fand insgesamt acht Artikel, in denen er das Gebot der klaren Trennung von Redaktion und Werbung verletzt sah. Der Chefredakteur der 'DNN', Dirk Birgel, betonte in seiner Stellungnahme, dass die Veröffentlichung weder von dritter Seite bezahlt noch durch geldwerte Vorteile belohnt worden sei. Auch ein Kopplungsgeschäft liege nicht vor."

Die Missbilligung ist die zweitschärfste oder auch -schwächste Maßnahme, die der Presserat zur Verfügung hat. Die schärfste ist die öffentliche Rüge, die die Medien zum Abdruck verpflichtet; die schwächere Maßnahmemöglichkeit des Gremiums ist der Hinweis.

Aus der Missbilligung ergeben sich für die "DNN" keinerlei Konsequenzen - außer vielleicht, dass man in Zukunft noch etwas genauer hinschaut, wen man zu der ansonsten eigentlich ziemlich guten Aktion einlädt bzw. was die Person in der Zeitung so zum Ausdruck bringt. Der Presserat selbst veröffentlicht gewöhnlich die Rügen - die Veröffentlichung im Bildblog dürfte dann wohl auf den Beschwerdeführer zurückzuführen sein.

Die ganze Geschichte ist im Bildblog nachzulesen, Titel: "Gesünder Werben mit AOK Plus".

2 Kommentare
  • stefanolix
    Juli 11, 2012

    Fairerweise muss man dem BILD-Blog-Artikel hinzufügen, dass nicht alle »Chefredakteure für einen Tag« solche werblichen Spuren hinterlassen.

    Auf der anderen Seite bleibt zu bemerken: Die Werbeserie mit den VW-Fahrzeugen ist online bis heute nicht als Werbung gekennzeichnet.

  • hellerau
    Juli 12, 2012

    Stimmt, aber die Legende mit dem Chefredakteur Steinbronn von der AOKPlus wirft mehrere Schatten: Die lauteren Anliegen der anderen Chefredakteure werden gemindert, wenn genau in der Woche, in der die Diskussion über die hohen Rücklagen der Krankenkasse, der AOK-Chef im Leitartikel zu "Überschüsse sinnvoll und sicher anlegen" schwadronieren darf. Die AOKplus ist Partner der DNN, wie man online an den Bannern sieht (ddn-online.de). Ein Banner von Frank Richter oder Sabine v.Schorlemmer gibt es dort nicht. Die Leser werden plump veralbert und sämtliche Argumente des Chefredakteurs gegenüber dem Presserat sind hinterfragenswert. Am schlimmsten ist aber, dass Redakteure in ihren Artikeln AOK-Leistungen (und nur AOK-Leistungen) unterbringen müssen. Selbst das große Interview mit Alexander Kamann vom GÖZ der TU zum Gesundheitssystem verliert an Wert, wenn man nachliest, wer im Beirat des GÖZ (gesundheitsökonomische Zentrum) sitzt - genau der AOK-Vorsitzende s.o. Als DNN-Leser zahle ich auch mehr für die Zeitung, wenn ich ernst genommen werde.
    Und auf dem Wege: Die jährliche Preiserhöhung des Verlages druckt die DNN immer in den leseschwachen Schulferien ab. Das kann man nicht beanstanden, ist aber ebenso platt gegenüber dem Leser.
    Der DNN-Leser

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