„Sächsische Sportzeitung“: Kiosk-Experiment gescheitert?

Screenshot von Sportzeitung-Online.de: Dort ist die Januar-Ausgabe noch zu finden.

Screenshot von Sportzeitung-Online.de: Dort ist die Januar-Ausgabe noch zu finden.

Der Plan ist wohl nicht so ganz aufgegangen: Im Herbst 2012 verkündeten die Macher der alle zwei Monate erscheinenden "Sächsischen Sportzeitung" vollmundig den Wechsel vom Kostenlosblatt an den Kiosk (vgl. Flurfunk Dresden vom 5.10.2012: "Von kostenlos zum Kiosk: 'Sächsische Sportzeitung' kostet jetzt 1 Euro"). Seit Februar 2013 ist allerdings keine gedruckte Ausgabe mehr erschienen.

Herausgeber Andreas Rohde ließ die Fragen von Flurfunk Dresden, ob und wann es eine weitere gedruckte Ausgabe geben werde, leider unbeantwortet. So kann nur spekuliert werden. Offenbar half auch die Preisreduzierung von 1 Euro auf 90 Cent zum Jahresanfang nicht, eine weitere gedruckte Ausgabe zu finanzieren - oder mangelte es an Anzeigenkunden? An Qualität?

Auf der Internetseite sportzeitung-online.de dagegen wird weiter fleißig und ohne Unterbrechung berichtet - offenkundig mit starkem Fokus auf die Dresdner Sportlandschaft.

Rohde ist seit Herbst Herausgeber der Sächsischen Sportzeitung online wie auch gedruckt - seine Sächsische Sportzeitung UG steht entsprechend im Impressum der Internetseite. Der ursprüngliche Herausgeber, die Print Design Limited mit Direktor Sven Müller (vgl. Flurfunk Dresden vom 15.3.2012: "Neues Blatt für alle Sportinteressierten: 'Die Sächsische Sportzeitung'"), befindet sich dagegen inzwischen im Insolvenz-Verfahren. Das geht aus einem Beschluss des Amtsgericht Dresden vom 2.5.2013 hervor (Aktenzeichen: 531 IE 655/13), der Flurfunk Dresden vorliegt.

Laut Auskunft der Insolvenz-Verwalterin sei die Zeitung wie auch das Online-Angebot von der Insolvenz in keiner Weise betroffen - die Übergabe des Geschäfts an die UG sei bereits im Herbst erfolgt, die Print Design Limited habe lediglich als Anzeigenkunde Coupons über die "Sächsische Sportzeitung" verbreitet. Ah ja.

Wie hatte man im Herbst noch unter der Überschrift “In eigener Sache“ auf der eigenen Seite geschrieben (vgl. Flurfunk Dresden vom 5.10.2012):

“Es gibt eine Menge Marketingexperten die wieder der Meinung sind, das wäre nicht möglich nachdem die Zeitung einmal kostenlos war, diese zur Kaufzeitung umzuwandeln, aber …da kam einer, der wusste das nicht…”

Da hat das Nicht-Wissen wohl auch nicht geholfen.

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