Torsten Klose: „Wir wollen auch andere ermutigen, etwas zu wagen“

Heute vor einem Jahr ist erstmals "WIRtschaft in Sachsen" erschienen. (vgl. Flurfunk vom 23.4.2016: "„WIRtschaft in Sachsen“: „Sächsische Zeitung“ startet regionales Wirtschaftsmagazin"). Mit einer Auflage von 10.000 Exemplaren plus Einzelverkauf (Verlagsangaben) berichtet der Titel sowohl auf Papier gedruckt (4x im Jahr) und als wöchentlicher Newsletter über und aus der Wirtschaft in Sachsen.

Aus dem Verlag DDV-Mediengruppe war in jüngster Zeit immer wieder zu hören, der Wirtschaftsableger der "Sächsischen Zeitung" laufe sehr gut - eine Aussage, die sich vor allem auf das Anzeigengeschäft beziehen dürfte.

Grund genug für uns, einmal bei Torsten Klose, Verlagsgeschäftsführer der "Sächsischen Zeitung", einmal genauer nachzufragen (Hinweis: das Interview wurde per e-Mail geführt).

DDV-Verlagsgeschaeftsführer Torsten Klose Foto: Bonss/ momentphoto.de

Torsten Klose, GF "Sächsische Zeitung"
Foto: Bonss/ momentphoto.de

Flurfunk: Herr Klose, die DDV hat vor einem Jahr „WIRtschaft in Sachsen“ gestartet - sind Sie mit der Entwicklung zufrieden?
Torsten Klose: Dem Start unserer Wirtschaftszeitung „Wirtschaft in Sachsen“ gingen durchaus Anregungen aus der Unternehmerschaft voraus. Man wünschte sich mehr und tiefergehende Berichterstattung zur sächsischen Wirtschaft, die über das hinaus geht, was wir im täglichen Wirtschaftsressort der "Sächsischen Zeitung" publizieren können. Das bestärkte uns in unseren Plänen, eine eigenständige sächsische Wirtschaftszeitung zu verlegen. 2015 sind wir mit den ersten drei Ausgaben gestartet und werden in diesem Jahr insgesamt vier Ausgaben veröffentlichen. Und ja, wir sind mit dem Projekt bisher zufrieden. Die Reaktionen der Leser und der Werbetreibenden spornen uns weiter an. Ergänzt wird das Printprodukt von einem wöchentlichen Newsletter mit den wichtigsten Wirtschaftsnachrichten und Personalien aus Sachsen, der sich sehr gut entwickelt.

Flurfunk: Was könnte noch besser laufen?
Klose: Im Moment richtet sich die Publikation an eine sehr spitze Gruppe von Interessenten, die wirtschaftsaffin ist. Wir stellen die Zeitung personalisiert an Unternehmer, Führungskräfte und Entscheider direkt zu. Es gelangt jedoch auch eine Auflage in den Einzelverkauf, weil wir gern auch wirtschaftsinteressierte Leser aus der breiten Bevölkerung erreichen bzw. hier auch neue Leser dafür gewinnen wollen. Dieses Angebot könnte noch mehr genutzt werden. Und wir möchten die Wirtschaftszeitung auch noch stärker als ein Element des sächsischen Netzwerks der Unternehmerschaft und der Firmen entwickeln.

"Wir können uns vorstellen, das Produkt ab 2017 bis zu sechs Mal erscheinen zu lassen."

Flurfunk: Auf der Internetseite ist von einer Auflage von 10.000 Exemplaren die Rede. Ist die IVW-geprüft? Wenn nein: Ist das angedacht?
Klose: Nein, zurzeit ist das Objekt nicht von der IVW geprüft. Wir stellen sicher, dass wir mindestens 10.000 Exemplare derzeit personalisiert zustellen, also jeder sein persönliches Exemplar bekommt. Dazu kommt zusätzlich die Auflage, die in den Einzelverkauf geht. Jeder Unternehmer, jede Führungskraft, der oder die unsere Wirtschaftszeitung beziehen möchte und es heute noch nicht tut, kann sich gern bei uns melden. Eine Email reicht, um sich für den Newsletter und/oder für ein persönliches Exemplar anzumelden.

Flurfunk: Wie ist die Resonanz - was sagen Leser, was die Anzeigenkunden?
Klose: Die bisherige Resonanz zeigt, dass es ein großes Interesse an einer breiteren und tiefergehenden Wirtschaftsberichterstattung in und für Sachsen gibt. Wir merken zunehmend, dass wir mit unseren Themen und Geschichten Gesprächsstoff in Unternehmerkreisen liefern und dass sich immer mehr Unternehmen auch direkt an uns wenden, wenn sie den Eindruck haben, dass sie etwas mitzuteilen haben. Also tragen wir auch dazu bei, dass Erfolgsgeschichten und positive Nachrichten sich schneller und besser herumsprechen. Das ist gut für uns alle, weil insofern ein umfangreicheres und oft positiveres Bild von Sachsens Wirtschaftskraft und seinen starken Unternehmern entsteht.
Wir halten das Thema aber auch grundsätzlich interessant für eine breite Leserschaft aus der Mitte der Gesellschaft, weil eine gut funktionierende Wirtschaft mit hohem Zukunftspotential und einer großen Innovationskraft in und für Sachsen uns allen zugutekommt. Natürlich wünschen wir uns in diesem Zusammenhang eine gute und beständige Nachfrage der werbetreibenden Unternehmen und können bisher zufrieden sein.

Titelbild der aktuellen Ausgabe "WIRtschaft in Sachsen"

Titelbild der aktuellen Ausgabe "WIRtschaft in Sachsen"

Flurfunk: Wie setzt sich die Leserschaft zusammen?
Klose: Wir verbreiten das Produkt an eine personalisierte, spezielle Zielgruppe und darüber hinaus im Einzelverkauf des Pressevertriebs. Diese Leser identifizieren sich äußerst stark mit wirtschaftlichen Themen, sind sehr gut gebildet und breit interessiert und verfügen auch über eine sehr gute Kaufkraft.

Flurfunk: Welche Themen funktionieren aus Ihrer Sicht besonders gut?
Klose: Wir haben das Blatt in vier Themenbereiche strukturiert. Entscheider und Karrieren, jeweils ein wechselndes Schwerpunktthema pro Ausgabe, Geschäfte & Märkte sowie die Lifestylerubrik Leben mit Stil. Im Rahmen dieser groben Rubrizierung erzählen wir gern Geschichten mit einem interessanten Hintergrund, versuchen Netzwerkmöglichkeiten herzustellen, Hilfestellungen und Ideen zu liefern und Transparenz in das sächsische Wirtschaftsleben in seiner Vielfältigkeit zu bringen. Man kann hier oft staunen, wie viel Kreativität und Unternehmermut in Sachsen versammelt ist. Wir möchten in Zukunft einen Beitrag für die weitere Entwicklung und Vernetzung von Unternehmen und Akteuren über unser Produkt leisten.

Flurfunk: Wie ist die redaktionelle Verzahnung mit der „Sächsischen Zeitung“ - gibt es für „WIRtschaft in Sachsen“ eine eigene Redaktion? Ist die „SZ“-Redaktion involviert?
Klose: Es gibt mit Ines Mallek-Klein und Marco Henkel zwei Redakteure, die das Magazin betreuen. Natürlich nutzen wir bestehende Fachkompetenzen und so werden Sie auch regelmäßig Beiträge von Wirtschaftsredakteuren der SZ in dem Magazin finden. Eines ist uns dabei aber sehr wichtig: alle Inhalte werden exklusiv für das Wirtschaftsmagazin recherchiert.

Flurfunk: Gibt es Pläne zur Weiterentwicklung des Produktes? Sind von Ihrer Seite neue, ähnliche Produkte geplant?
Klose: Wie schon erwähnt, erscheint die Wirtschaftszeitung in diesem Jahr bereits vier Mal. Wir können uns vorstellen, soweit das Interesse weiterhin besteht, das Produkt ab 2017 bis zu sechs Mal erscheinen zu lassen, also alle zwei Monate. Wir finden auch den Gedanken interessant, dieses Projekt anderen Verlagen, insbesondere auch ostdeutschen Verlagen anzubieten, um ein Sprachrohr und einen Spiegel der ostdeutschen Wirtschaft zu etablieren. Die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben können, sind durchaus vielfältig.
Das Produkt lässt auch für Sachsen weitere Ansatzpunkte zu, wie z.B. im Bereich digitaler Projekte oder auch für Veranstaltungen, Bildungsangebote usw. Hier gibt es viele Ideen.
Wir hoffen mit unserer Wirtschaftszeitung und mit den Themen und Geschichten, die wir darin vorstellen, dass wir auch andere ermutigen, etwas Neues zu wagen. Wir möchten dabei helfen, eine breite Zustimmung zu schaffen und zu entwickeln, die dafür steht, dass wir auf Sachsens Wirtschaftskraft tief vertrauen. Dieses Bundesland und seine Unternehmer haben viel erreicht und noch mehr zu erzählen – und wir wollen ihnen mit unserem Engagement auch den Stellenwert geben, den sie verdienen. Und wir glauben an die Zukunft einer eigenständigen Wirtschaftspublikation in Sachsen und darüber hinaus, die sich mit den jeweils verwurzelten klein- und mittelständischen Unternehmen fundiert beschäftigt und auseinander setzt. Dabei setzen wir auf Zusammenarbeit.

Flurfunk: Vielen Dank für das Interview! 

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